CSU stimmt dagegen – Geld für den Bau fehlt noch

Stadtrat genehmigt Sendlinger Moschee

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So soll die Moschee aussehen, wenn sie fertig ist.

Gegen die Stimmen der CSU-Vertreter genehmigte gestern der Bauausschuss des Stadtrates den Bebauungsplan für die Sendlinger Moschee.

Damit wäre der Weg für ein neues islamisches Gotteshaus in Sendling frei. Nur das Geld fehlt noch.

Im Jahr 2007 hatte der damalige Innenminister Günther Beckstein den Baubescheid der Stadt für die Moschee aufgehoben und die Aufstellung eines Bebauungsplanes gefordert und wurde darauf vom Verwaltungsgericht München bestätigt. Das Planungsreferat kam diesen Hausaufgaben nach und verkleinerte den Gebetsraum um zehn Prozent. Er wird jetzt für maximal 440 Personen ausgelegt. Die eigentliche Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins Ditim darf jetzt maximal 26 Meter hoch werden, die beiden Minarette 44 Meter. Zum Vergleich: die Türme der gegenüber liegenden katholischen Pfarrkirche St. Korbinian sind 54 Meter hoch.

In der Tiefgarage werden insgesamt 60 bis 65 Parkplätze vorgeschrieben. Was den Gebetsraum betrifft, wird ein Stellplatzschlüssel von 1:10 angewandt. Zum Vergleich: Kirchen müssen nur einen Parkplatz auf 30 Besucher anbieten. Nach Zählungen des Planungsreferates genügen die Parkplätze in der Umgebung während der Freitagsgebete. Zudem sollen in einem Parkhaus, das die Großmarkthalle noch bauen will, Parkplätze für Moscheebesucher angeboten werden.

Während SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler und Linke erwartungsgemäß den Bebauungsplan absegneten, sprach sich die CSU dagegen aus und verlangte eine Vertagung. Fraktionschef Josef Schmid sieht nach wie vor Parkplatzprobleme und stört sich an der „orientalischen“ Fassade: „Ich stelle mir eine Weiterentwicklung des Moscheebaus vor. Es sollte etwas eigenes entstehen, das zeigt, dass hier Muslime bauen, die Deutsche geworden sind.“ Außerdem sei es verantwortungslos, mit einem Bebauungsplan auf einem noch nicht rechtskräftig verkauften städtischen Grundstück eine Nutzung fest zu zementieren, bevor die Finanzierung geklärt ist. OB Christian Ude widersprach. Die Spenden, mit der die Moschee finanziert werden soll, könnten erst fließen, wenn geklärt sei, ob die Moschee überhaupt genehmigt werden kann. Ditim-Chef Recep Dereli hatte allerdings zuletzt erklärt, der Moscheebau habe nicht oberste Priorität…

we.

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