Beängstigendes Verschwinden von Mutter (41) und Tochter (16): Wie vom Erdboden verschluckt

Beängstigendes Verschwinden von Mutter (41) und Tochter (16): Wie vom Erdboden verschluckt

Stirbt hier bald ein Stück München?

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Die Betonpfeiler im Keller der Großmarkthalle sind total vom Rost zerfressen. Es besteht akute Einsturzgefahr.

Der Bauch von München leidet unter schwerster Gastritis. Die Kellerstützen aus Stahlbeton sind vom Rost zerfressen.

Der Keller muss mit hunderten Stahlträgern abgestützt werden. Schwere Brummis müssen einen Bogen um die Hallen machen. Wie es mit der Halle weitergeht, steht in den Sternen. Die Planspiele gehen von Generalsanierung der Hallen über Abriss und Neubau bis zum Umzug des Marktes an den Stadtrand! Das wäre der Tod eines guten alten Stücks Münchens. Großmarkthallenchef Rainer Hechinger erklärt, was die Großmarkthalle für Sendling, München und ganz Bayern bedeutet.

Wie groß ist das Großmarkthallen-Gelände?

Hechinger: Großmarkthalle und Schlachthof haben zusammen eine Fläche von 430.000 Quadratmetern bzw. 43 Hektar. Das ist so groß wie die Theresienwiese.

Was wird alles in der Großmarkthalle gehandelt?

Hechinger: Blumen, Obst, Gemüse, Tiefkühlkost und alle sonstigen Lebensmittel. Neben der eigentlichen Großmarkthalle gibt es zehn weitere Hallen, die zum Großteil für durchschnittlich 25 Jahre verpachtet und alle miteinander verbunden sind. Im Schlachthof gibt es südlich der Zenettistraße Groß- und Einzelhandel für Fleisch, Wurst, Fisch oder Käse. Die Großviehhalle an der Tumblingerstraße wurde letztes Jahr abgerissen. Nördlich der Zenettistraße wird Vieh geschlachtet und zerlegt. Hier gibt es eine Bestandsgarantie der Stadt bis 2040.

Münchens marode Großmarkthalle

Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer
Münchens Großmarkthalle bröckelt gewaltig. Wie lange geht das noch gut? © Kurzendörfer

 

Wie groß ist der Einzugsbereich der Münchner Großmarkthalle?

Hechinger: Wir versorgen den gesamten südbayerischen Raum zwischen Bodensee, Ingolstadt, Passau und Bad Reichenhall und Donau bis hinein nach Tirol. Dort leben rund sechs Millionen Menschen.

Wie viele Güter werden jedes Jahr umgeschlagen?

Hechinger: Rund 750.000 Tonnen. Dafür bräuchte man rund 30.000 Sattelschlepper, die an­einander gereiht rund 500 Kilometer lang wären.

Wie viele Firmen sind derzeit auf dem Gelände ansässig?

Hechinger: Wir haben etwa 600 Händler hier, die einen Gesamtumsatz von bis zu 2,5 Milliarden Euro erwirtschaften.

Wie viele Menschen arbeiten in der Großmarkthalle und Schlachthof?

Hechinger: Bei uns arbeiten rund 3000 Menschen, die zum Großteil rund um den Großmarkt wohnen. Für diese Menschen hat das einen großen Vorteil, da sie meistens um drei Uhr mit der Arbeit anfangen, da gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel.

Welche Händler werden von der Großmarkthalle aus versorgt?

Hechinger: Vor allem die kleinen Einzelhändler können sich im Großmarkt mit guter Ware zu Preisen versorgen, die konkurrenzfähig zu denen der Discounter ist. Der kleine Obstladen um die Ecke bekommt seine Ware von uns, die Gastronomen auch.

Könnte man den Großmarkt nicht auslagern und hier ein neues Wohnviertel schaffen?

Hechinger: Das wäre eine politische Entscheidung. Die Grundstückssuche innerhalb der Stadt könnte schwierig werden. Das Planungsreferat prüft die Sache – aber ergebnisoffen. Würde man außerhalb der Stadt eine Halle bauen, gingen der Stadt die Gewerbesteuereinnahmen verloren. Die Wege würden für die Münchner Händler weiter werden. Die Frage ist, ob sie überhaupt mit umziehen würden.

Und was sagen die Politiker zur Zukunft der Großmarkthalle?

Alexander Reissl, Fraktionschef der SPD: „Wir wissen erst seit dem vergangenen Spätherbst, wie es um die Großmarkthalle steht. Ich bin aber der Meinung, dass der Großmarkt da bleiben muss, wo er ist. Denn er prägt das Flair eines ganzen Stadtquartiers. Die Lage passt, der Markt darf nicht in ein Gewerbegebiet.“

Die FDP hingegen ist offen für einen Auszug der Händler: „Man muss untersuchen, ob die Großmarkthalle wirklich an ihrem jetzigen Standort bleiben muss“, so der Fraktionschef der Liberalen, Michael Mattar. Die Grünen wollen lieber die Halle da lassen, wo sie ist. „Man sollte das aber erst nach einer gründlichen Untersuchung der Gesamtsituation entscheiden“, so Fraktionschefin Lydia Dietrich. CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Schmidmahnt dazu, auf dem alten Gelände schnell die Situation zu entschärfen: „Es muss jetzt darum gehen, die schwere ­Gastritis im Bauch Münchens möglichst rasch zu kurieren.“

Johannes Welte

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