Strobl: So tapfer kämpft sie gegen den Brustkrebs

+
Bürgermeisterin Christine Strobl

München - Bürgermeisterin Christine Strobl kämpft gegen den Brustkrebs. Sie zeigt sich drei Wochen nach ihrer Operation optimistisch - obwohl ihr Chemotherapie und Bestrahlungen noch bevorstehen.

Vier lange Wochen Sommerferien hat Christine Strobl sich und ihren beiden Kindern im August gegönnt, um danach gut erholt wieder ihre Arbeit im Rathaus aufnehmen zu können. Bevor sie sich Mitte September aber tatsächlich wieder an ihren Schreibtisch setzen konnte, musste sie erst noch einen großen Schock verdauen: die Diagnose Brustkrebs!

Die 48-Jährige trägt ihr Schicksal mit Fassung: „Ich habe Glück gehabt“, stellt sie jetzt, drei Wochen nach ihrer Operation fest – obwohl ihr Chemotherapie und Bestrahlungen noch bevorstehen. Strobl ist ein positiv denkender Mensch. Sie ist froh, dass sie den Knoten frühzeitig entdeckt hat, und dankbar, dass er mit einem relativ kleinen Eingriff entfernt werden konnte.

„Da hat jemand deinen Blick drauf gelenkt,“ glaubt eine gute Freundin der Bürgermeisterin. Wer immer das gewesen sein mag, Christine Strobl weiß die Weisung zu schätzen. Vor genau sechs Jahren starb ihr Mann 50-jährig überraschend bei einer Bergtour.

Ende der Woche beginnt die Chemotherapie „mit ihren Begleiterscheinungen“, die sich über fünf Monate hinziehen wird, anschließend folgen Bestrahlungen. „Da hätte es doch keinen Sinn, die Krankheit geheim zu halten,“ sagt die 47-Jährige realistisch. „Ich will nicht dauernd irgendwelche Ausreden erfinden.“ Die Bürgermeisterkollegen und die SPD-Fraktion sind schon informiert.

Ihre Arbeit im Rathaus möchte sie so wenig wie möglich vernachlässigen, deshalb hat sie die Chemobehandlungen alle drei Wochen auf Freitage gelegt. Den Rest der Zeit wird sie ihre Amtsgeschäfte erledigen, wie heute zum Beispiel unter anderem eine Pressekonferenz und eine Podiumsdiskussion. So lautet auf jeden Fall ihr Vorsatz. „Und wenn es mal nicht geht, muss ich mich halt krankschreiben lassen.“ Sie hofft aber, ihr Leben so weit wie möglich normal weiterführen zu können, schon der Kinder wegen, mit denen sie in den letzten Wochen viel über ihre Krankheit gesprochen hat.

Mit Verdrängen hat ihre Arbeitswut also nichts zu tun. Christine Strobl scheut sich nicht davor, der Krankheit ins Gesicht zu schauen. „Im Krankenhaus habe ich viele Bücher von Betroffenen gelesen, zum Beispiel das von der Moderatorin Miriam Pielhau und auch das von Christoph Schlingensief,“ erzählt sie. Das habe ihr gut getan. „Man fühlt sich nicht allein.“

Besonders wichtig ist Christine Strobl jetzt die Botschaft an andere Frauen: „Nehmen Sie die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchungen wahr!“ Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. „Wenn Sie etwas merken, sofort zum Arzt gehen!“

Am Freitagabend, hat die Bürgermeisterin gehört, wird das Rathaus rosa angestrahlt, um auf die Brustkrebstage 2009 aufmerksam zu machen. Zu der Zeit wird sie sich daheim von ihrer ersten Chemotherapie erholen.

Die starke Frau im Rathaus

Christine Strobl wurde 1961 in München geboren. Die Politologin, Germanistin und Historikerin trat schon in jungen Jahren der SPD bei, war Mitte der achziger Jahre Vorsitzende der Münchner Jungsozialisten. 1990 wurde sie in den ehrenamtlichen Stadtrat gewählt. 2005 übernahm sie das Amt der zweiten Bürgermeisterin von Gertraud Burkert. 2008 wurde sie in ihrem Amt bestätigt. Sie ist unter anderem für die Fachgebiete Soziales, Sport, Schulen und EDV zuständig. Christine Strobl ist Mutter zweier Kinder (11 und 15 Jahre alt) und seit 2003 verwitwet.

tz

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion