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Susanne Klatten: Wie oft wird sie noch erpresst?

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Trittbrettfahrer wollten Susanne Klatten erpressen. © dpa

München - Susanne Klatten wurde schon wieder erpresst! Drei Männer behaupteten, sie seien im Besitz jener Sex-Videos, die Gigolo Helg Sgarbi bei geheimen Liebes-Treffs im vergangenen Herbst gedreht hatte.

Ihre Forderung: 800.000 Euro und einen BMW X5. Doch bei der Übergabe griff die Polizei zu. „Die Täter werden nach München überstellt“, erklärte am Freitag Oberstaatsanwalt Anton Winkler der tz. „Sie werden in München vor Gericht gestellt.“

Der Schweizer Helg Sgarbi (44) hatte die 45-jährige BMW-Erbin in einem Wellness-Hotel kennengelernt, hatte sie umgarnt. Sie verliebte sich in ihn. Als er ihr eine erlogene Story über einen Unfall in den USA auftischte, gab sie ihm sieben Millionen Euro in bar, um angebliche Forderungen der Unfallopfer begleichen zu können.

Der Betrüger gab sich damit nicht zufrieden. Bei den heimlichen Treffs in München drehte er Sex-Videos, mit denen Sgarbi die Milliarden-Erbin zu erpressen versuchte: Er wollte noch einmal 14 Millionen. Das Opfer wandte sich an die Polizei, Sgarbi wurde verhaftet.

Im März dieses Jahres wurde Sgarbi in München der Prozess gemacht. Ganze vier Stunden hatte die Verhandlung gedauert. Er legte ein Geständnis ab, beantwortete aber keine Fragen. So blieb ungeklärt, wo sich die Sex-Videos befinden. Staatsanwalt Steinkraus-Koch sagte unzufrieden: „Ein reines Zweckgeständnis. Er hat weder Ross noch Reiter genannt.“ Dem Gericht reichte das dürre Geständnis aber aus: sechs Jahre Haft! Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Die Bilder vom Prozess im März

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Die ungeklärte Frage über den Verbleib der Sex-Videos machte es Trittbrettfahrern leicht: Sie behaupten, im Besitz der Filme zu sein und fordern Geld, damit diese nicht an die Öffentlichkeit gelangten. Johannes F. (50) aus Bochum hat es probiert, wollte sich mit „bescheidenen“ 75.000 Euro zufrieden geben. Am 30. Juni stand er in München vor Gericht. Der Prozess wurde ausgesetzt, weil weitere Zeugen geladen werden müssen.

Die drei Trittbrettfahrer aus Duisburg wollten es geschickter anstellen und spielten offenbach wochenlang Katz und Maus mit der Polizei. Am Mittwochabend schienen sie am Ziel zu sein. Ein dunkler BMW X5 fuhr in der Innenstadt vor, in dem sich angeblich die 800.000 Euro befinden sollten. Doch als die Täter einsteigen wollten, war die Polizei blitzschnell zur Stelle: Festnahme!

Oberstaatsanwalt Anton Winkler: „Sämtliche Erpressungs-Versuche in Sachen Klatten sind aufgeklärt worden.“

Eberhard Unfried

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