Tutanchamun-Ausstellung zeigt "wunderbare Dinge"

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Die nachgebildeten Sarkophage Tutanchamuns.

Als wenn sie selbst die jahrtausendealte Grabkammer in Ägypten öffnen würden - so sollen sich Besucher einer neuen Ausstellung über den Herrscher Tutanchamun fühlen.

In München hat die Schau nun Deutschlandpremiere; zu sehen sind detailgetreue Nachbauten von Schätzen aus der Grabstätte des Pharaos. Die Veranstalter rechnen mit einem Besucheransturm, wenn die Ausstellung an diesem Donnerstag (9. April) in der früheren Radsportarena im Olympiapark für das Publikum öffnet.

Tutanchamun: Ausstellung in München

Vom 9. April bis zum 30. August ist die Ausstellung über Tutanchamun in der Event-Arena am Olympiagelände zu sehen. © Kurzendörfer
Tutanchamun: Ausstellung in München
Sie zeigt die weltweit einzigartige Originalnachbildung... © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
...des faszinierendsten Grabmals der Menschheit mit seinen Schätzen in Museumsqualität. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Sie bietet – erstmals nach 87 Jahren – die Gelegenheit,... © Marcus Schlaf
In der Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" sind zum Beispiel Haushaltsgegenstände des ägyptischen Königs zu sehen. © dpa
Tutanchamun: Ausstellung in München
...das Grab dreidimensional in seiner originalen Fundsituation zu erleben. © Marcus Schlaf
Die Vorkammer ist die erste Grabkammer, die der Besucher betritt. In ihr fand der Entdecker etliche Gefäße für Lebensmittel und Kosmetika. © 
Tutanchamun: Ausstellung in München
Unter den Ritualbetten in der Vorkammer verstecken sich weiße Holzschachteln mit Fleisch - Esssen für die Reise ins Jenseits. © Marcus Schlaf
Die Sargkammer: In der Ausstellung sieht der Besucher eine Szene, bei der ein Sarg aus dem Sarkophag gezogen wird. © Kurzi
In der Ausstellung sieht der Besucher alle Särge separat, die im Grab ineinander verschachtelt waren. © Kurzi
Tutanchamun: Ausstellung in München
Diese Königsköpfe sind aus Alabaster und ragen aus einem Kanopenkasten heraus. © Marcus Schlaf
Im Kanopenkasten waren die Organe des Pharaos beerdigt - das Herz blieb im Körper. © 
Eines der drei Ritualbetten: Auf ihnen sollte der Pharao im Jenseits wiedergeboren werden. © 
Sie glänzen mindestens so sehr wie die Originale: zwei prunkvolle Särge. © dpa
Obwohl die Mumie eine Nachbildung ist, wird das Herzstück durch einen Glaskasten geschützt. © Kurzi
Im Vordergrund die Mumie Tutanchamuns, dahinter die Särge und Schreine. © Kurzi
Die über 1000 Exponate sind nach Themen geordnet und anhand von Grafiktafeln erklärt. © Kurzi
Die goldene Totenmaske Tutanchamuns: Bei der Grabentdeckung lag sie unversehrt auf der Mumie des Königs. © dpa
Die letzte der vier Kammern, die Howard Carter 1922 entdeckte: die Schatzkammer mit dem goldenen Anubis-Schrein im Vordergrund und dahinter einem weiteren Schrein, der den Kanopenkasten mit den Organen schützt. © 
Der goldene Thron des "Kindkönigs" Tutanchamun: Er ist so klein, weil Tut nur 18 oder 19 Jahre alt wurde. © 
Der Streitwagen Tutanchamuns © 
Nachgebildete Figuren von verschiedenen Gottheiten (im Vordergrund links die Gottheit Schu) sind ebenfalls bei der Ausstellung zu sehen. © dpa
Ägyptische Schriftzeichen sind ebenso Teil der großen Ausstellung. © 
Tutanchamun: Ausstellung in München
Diese goldene Figur zeigt Tutanchamun auf der Jagd mit der Harpune. © Marcus Schlaf
Nachgebildete Figuren des Königs Tutanchamun bei der Jagd. © dpa
Tutanchamun: Ausstellung in München
Sein Stolz: Ausstellungs-Architekt Rainer Vebizh mit seiner Nachbildung der Totenmaske. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Altägyptische Götterfiguren in hochmodernem Ambiente. Die Ausstellungsfläche ist über 4000 Quadratmeter groß. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Golden glitzert eines der Ausstellungsobjekte aus der Schutzfolie hervor. Die Exponate wurden zuvor in Lkw vom tschechischen Brünn in die Landeshauptstadt gekarrt. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Die Grabkammern in der Aufbauphase. Nun sind sie prall gefüllt. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Während der Aufbauarbeiten mussten die Techniker Handschuhe zum Schutz der Objekte tragen. Hier der Schrein des Totengottes Anubis. © Marcus Schlaf

“Ich sehe wunderbare Dinge“, soll der britische Forscher Howard Carter gesagt haben, nachdem er im Jahr 1922 im Tal der Könige ein Loch in den vermauerten Zugang des Grabs Tutanchamuns geschlagen hatte. Vermutlich als erster Mensch seit etwa 3300 Jahren erblickte er im Schein einer Kerze Grabbeigaben von unermesslichem Wert: Geschmeide, Amulette und goldene Figuren, die dem toten Tutanchamun mitgegeben wurden, als er im Jahr 1323 vor Christus etwa 19-jährig starb. Carters Fund galt weltweit als Sensation. “Es war die erste wirklich gut dokumentierte Grabung in der Geschichte“, sagt der wissenschaftliche Berater der Tutanchamun-Ausstellung, Wolfgang Wettengel.

Tutanchamun: Der Besucher aus Ausgräber

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Mehr als 5000 Objekte fanden sich in der Grabkammer. Davon ist nun ein Fünftel in München zu sehen - allerdings als Nachbildungen. Die Originale werden zum größten Teil im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt. Dazu gehört auch eine goldene Totenmaske von Tutanchamun, die nach Angaben der Ausstellungsmacher nicht mehr verliehen wird. Die Nachbildungen seien von ägyptischen Kunsthandwerkern “in einer Kombination aus überlieferten Techniken und modernen Herstellungsverfahren“ rekonstruiert worden. Dazu gehören ein Sarkophag, Schreine sowie der Goldschmuck der Mumie. Fünf Millionen Euro haben sich die Veranstalter die privat finanzierte Ausstellung kosten lassen.

Geht das Konzept auf, werden sich die Besucher auf der 4000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche fast wie in der echten Grabkammer fühlen. Die Nachbildungen der Kostbarkeiten sind dort nicht einzeln in Vitrinen präsentiert, sondern gemeinsam mit anderen Stücken. “Die gezeigten Grabkammern und Schätze sind in ihrer Vollständigkeit nirgendwo sonst in der Welt zu sehen - nicht einmal in Ägypten“, schreiben die Veranstalter. Das unterscheide die neue Tutanchamun-Ausstellung von einer früheren Schau.

In fünf deutschen Städten hatte diese Ausstellung 1980 und 1981 ein Millionenpublikum angelockt. Gezeigt wurden 55 Originalstücke, also etwa ein Prozent des gesamten Schatzes. Die jetzige Ausstellung in München ist bis zum 30. August zu sehen. Nach Veranstalterangaben sind bereits 40 000 Tickets dafür verkauft. Im Herbst soll die Schau weiter nach Hamburg ziehen. In Zürich sowie im tschechischen Brünn hat sie bereits Station gemacht.

dpa

Video: 77 Sekunden Tutanchamun pur

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