OB Ude: Seine Jahresbilanz für München

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OB Christian Ude

München - Die weltweite Finanzkrise hat der Stadt München 2010 nach Ansicht von Christian Ude kaum geschadet. Der OB hat zurückgeblickt und sich gleichzeitig zu Olympia 2018 und dem Baubeginn des zweiten S-Bahn-Tunnels geäußert. 

"Dieses Jahr ist unendlich anders geworden, als wir gedacht haben", sagte Christian Ude am Dienstag. So liege die Arbeitslosigkeit im Arbeitsamtsbezirk der Landeshauptstadt mit 4,3 Prozent deutlich niedriger als vor dem Ausbruch der Krise. Zudem habe sich die beschlossene Nettoneuverschuldung von 280 Millionen Euro wegen gestiegener Einnahmen der Stadt für 2011 bereits halbiert.

Im kommenden Jahr stehen laut Ude zwei wichtige Weichenstellungen an: Zum einen entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Sommer, ob München die Olympischen Winterspiele 2018 austragen soll. Zum anderen steht die Finanzierungszusage des Bundes und der Baubeginn des zweiten S Bahn-Tunnels an. Ude kritisierte, dass das Projekt der schwarz-gelben Landesregierung von der FDP im Stadtrat nicht mitgetragen werde. “Man kann nur hoffen, dass sich Schwarz-Gelb nicht von den Querschlägen der Münchner FDP beeinflussen lässt“, betonte der Oberbürgermeister.

Insgesamt stehe die Bevölkerung hinter den Großprojekten der Stadt, dazu zählte Ude auch Wohnungsbau- und Kinderbetreuungsprogramme. Bis 2013 sollen in München unter anderem 2160 Betreuungsplätze hinzukommen, die Kosten dafür betragen rund 100 Millionen Euro. “Dieser modischen Schlussfolgerung des Jahres 2010, die Bürger seien gegen Großprojekte, widerspreche ich heftig. Die Bürger sind in ihrer überwältigenden Mehrheit nicht gegen, sondern für Olympia. Und die Bürger sind mehrheitlich für die zweite S Bahn- Röhre“, sagte Ude. Besonders die Wohnungsbauprogramme seien notwendig.

Immer mehr Menschen ziehen den Angaben zufolge nach München, gleichzeitig nimmt die Zahl der Wohnungen mit Sozialbindung deutlich ab. “Der Bedarf steigt, aber das Angebot an preiswerten Wohnungen schmilzt“, fasste Ude die Entwicklung zusammen. “Wir werden neue Modelle brauchen, um herunter zu subventionieren.“ Neben der Mietpreisentwicklung seien auch die Preise für Grundstücke in Münchner Neubaugebieten sprunghaft gestiegen. Als Grund dafür nannte Ude die durch die Finanzkrise ausgelöste “Flucht in die Sachwerte“, also verstärkte Investitionen beispielsweise in Immobilien. So seien die Grundstückspreise binnen eines Jahres teilweise um 50 bis 60 Prozent gestiegen.

dpa

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