Polizisten berichten von Geiselnahme in Gymnasium

Sie überwältigten den Messermann

Planegg - Noch immer aufgewühlt kehrten die Schüler am Freitag an das Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium zurück. Dass die Geiselnahme im Lehrerzimmer glimpflich ausgegangen war, verdanken sie dem Eingreifen mutiger Polizisten.

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Mann kommt nach Messerangriff in Psychiatrie

Thomas Pohlandt und Stefan Schiffl werden diese Minuten nie vergessen: Als die Polizeiobermeister der Pasinger Inspektion den Balkon im ersten Stock betreten, hat Andreas D. (38) die Spanischlehrerin ­Judith E. erst wenige Minuten in seiner Gewalt. „Der Mann kauerte mit dem Opfer irgendwo im Eck“, schildert Schiffl. Die erste Reaktion des Täters: „Du kannst mir eh nicht helfen! Geh’ raus!“ Dennoch lässt er den Polizisten unbewaffnet eintreten und spricht mit dem Beamten. „Mit der linken Hand hielt er die Frau fest und drückte ihr mit der rechten Hand das Messer an die Rippen.“

Bilder vom Polizeieinsatz in Planegg

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Geduldig redet Schiffl auf den Geiselnehmer ein. Mit Erfolg. „Plötzlich stand er auf, gab ihr das Messer und ließ sie gehen.“ Noch ehe die anderen Einsatzkräfte den Mann überwältigen, schreit er: „Erschießt mich doch! In Amerika hätten sie mich schon längst erschossen!“ Der Mann wird abgeführt und in die Psychiatrie eingewiesen.

Auch an Planeggs Polizeichef Siegfried Janscha ging der Einsatz nicht spurlos vorüber. „Der Täter ist psychisch auffällig – er hätte noch eine Waffe besitzen können.“ Dass die Geiselnahme noch vor Eintreffen des SEK ein Ende fand, rechnet er den Einsatzkräften hoch an. Diese hatten zuvor ähnliche Situationen lediglich in Schulungen durchgespielt.

Corinna Erhard

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