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Uni abgeriegelt: „Die wollen uns aushungern“

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Felix W. (li.) und andere Studenten streiken vor der Tür weiter. © Kruse

München - Da ist auch der Pizza-Lieferant perplex. Als er seinen Stapel dampfender Kartons zu den Studenten ins besetzte Audimax bringen will, sind die Gitter mit dicken Ketten und Schlössern versehen.

Davor wachen Polizei und Sicherheitskräfte. Von w

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egen stille Nacht: Im Morgengrauen des ersten Weihnachtsfeiertages hat die Univerwaltung das Hauptgebäude abgeriegeln lassen. Keiner kommt mehr rein. „Die wollen uns aushungern“, beschweren sich die 20 Studenten, die drinnen ausharren. „Und das, obwohl die Verwaltung immer so tolerant getan hat – eine feige Aktion!“

Ein Fresskorb für die Besetzer

Nach über sechs Wochen Besetzung und Protestaktionen hatten viele Studenten den Heiligen Abend noch friedlich mit Sicherheitskräften im Hörsaal verbracht. Diejenigen, die gegangen waren, um mit Verwandten zu feiern, kamen nicht wieder rein. So wie Lehramts-Student Felix W., der mit 50 Sympathisanten seit Freitag vor der Tür sitzt und bibbert: „Hätten wir das gewusst, wären viele nicht gegangen.“

Die direkte Kontaktaufnahme mit den Studenten drinnen ist verwehrt, sogar Schreien soll verboten sein. Es habe keinerlei Vorwarnung gegeben, sagt Studentin Rebbecca (24). „Im Gegenteil: Die Hochschulleitung hat immer getönt, wie offen und tolerant sie sei.“

In der Tat war München die einzige Uni, die die Besetzung auch über Weihnachten geduldet hatte – zumindest im Vorfeld. Die Leitungen anderer Unis in Wien oder Regensburg hatten die Besetzungen vorher aufgelöst. Die Abriegelung der LMU komme laut Studenten nun einer langsamen Räumung gleich. Studentensprecherin Rebecca: „Die Verantwortlichen gehen nicht ans Telefon und auch vor Ort waren Verwaltungsangestellte zu keiner Stellungnahme bereit.“

Am Montag soll das Gebäude Gerüchten zufolge wieder geöffnet werden. Dann wollen die Streikenden Studenten austauschen. „Und wenn nicht: Wir haben unsere Wege, mit denen drinnen in Kontakt zu treten – auch wenn die Pizza nicht reinkam. Und im Falle einer Räumung werden wir uns gemeinsam wehren.“

nba

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