Sensations-OP rettete ihr Leben

Vierlinge daheim: Willkommen im XXL -Leben!

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Willkommen im Leben, ihr süßen Vierlinge! Die stolzen Eltern Miriam und Bernd R. zusammen mit Prof. Klaus Friese bei der Entlassung aus der Klinik

München - Endlich gesund! Endlich groß genug! Endlich heim! Nach zehn Wochen Frühchenstation haben sich die kleinen Vierlinge aus der Maistraße so gut entwickelt, dass sie jetzt die Frauenklinik verlassen durften.

Mit einem vierfachen Servus verabschiedeten sich die glücklichen Eltern Bernd und Miriam R. (beide 38) mit ihren Babys Anna, Marlene, Aaron und Jakob von Klinikdirektor Prof. Klaus Friese (60) und seinem Ärzte- und Pflegeteam.

Diese hatten die Vierlinge am 14. Juni in der 31. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt geholt. Die Geburt galt als medizinische Sensation. Denn die Kinder hatten nur überlebt, weil sie vorher wegen einer lebensgefährlichen Störung der Blutversorgung noch im Mutterleib operiert worden sind. Prof. Friese: „Der spektakuläre Eingriff rettete die Ungeborenen vor dem Tod. Wir sind sehr froh, dass die OP und die anschließenden Schwangerschaftswochen gut verlaufen sind. Die Geburt war die dramatischste, die ich bisher erlebt habe.“

Auch die folgenden Wochen zwischen Brutkästen, Beatmungsmaschinen und Überwachungs-Monitoren waren schwierig. „Doch wir haben immer gespürt, dass unsere Kleinen es schaffen werden“, sagt Miriam R. „Dieses Gefühl hatte ich, seit ich ihre winzigen Herzchen bei einer Ultraschalluntersuchung auf dem Monitor schlagen sah“, erzählt die stolze Mutter.

Den größten Schock mussten Bernd und Miriam R. verkraften, als ihnen ein Arzt aus einer Nymphenburger Praxis wegen der hohen Risiken zu einer Teil-Abtreibung riet: „Das kam für uns überhaupt nicht in Frage!“, entschieden die Eltern.

Am Donnerstag waren alle Aufregungen der letzten Monate vergessen. Anna, Marlene, Aaron und Jakob geht es prima. Auf dem Weg nach Hause durften die munteren Kleinen auch gleich das neue Familienauto einweihen. Denn Vater Bernd R. hat inzwischen seinen BMW gegen einen geräumigen VW-Bus getauscht. Dass der überhaupt einmal nötig werden würde, hätte sich das sympathische Ehepaar vor neun Monaten noch nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorstellen können. Damals wünschten sich der junge Betriebswirtschafts-Professor und die Juristin nichts sehnlicher als ein Baby. Dass es dann gleich vier wurden, verdanken die beiden nicht nur einer Kinderwunschbehandlung mit künstlicher Befruchtung, sondern auch einer Laune der Natur: Denn in beiden Eizellen, die sich Miriam R. einsetzen ließ, entwickelte sich neues Leben. Und das gleich noch im Doppelpack, weil sich beide Zellen teilten und so Vierlinge entstanden.

Nach der Risiko-Schwangerschaft und den Sorgen um die viel zu früh geborenen Babys stehen den Eltern jetzt neue Aufregungen bevor: „Denn ab sofort passiert bei uns alles mal vier“, schildert Miriam R. den Alttag.

„Viermal füttern, viermal Windeln wechseln, viermal kuscheln. Dazu haben wir einen Vierer-Kinderwagen und vier Maxi-Cosys angeschafft. Außerdem 20 Fläschchen und 40 Strampelanzüge.“

Jede Großpackung mit 50 Windeln hält bei Großfamilie R. gerade mal zwei Tage: „Denn alle vier Babys müssen sechsmal pro Tag gewickelt werden.“ Die kommenden Monate werden Anna, Marlene, Aaron und Jakob gemeinsam und nebeneinander in einem Kinderbett mit Gitter schlafen. „Erst wenn sie etwas größer sind, bekommt jeder ein eigenes Bettchen“, verrät Mutter Miriam. Für die späteren Jahre sind zwei Stockbetten geplant: „Dafür haben wir sogar schon unter dem Dach ausgebaut.“

Auch in Zukunft brauchen die Eltern nicht auf fachkundige Hilfe zu verzichten. Sozialpädagogin Petra Rüde und Kinderschwester Barbara vom Frühchenprojekt der Frauen- und Kinderklinik (www.hana-muenchen.de) besuchen die Familie regelmäßig und stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Damit es den Babys auch weiterhin so gut geht wie bei der Entlassung.

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