Wahnsinn: Jugendliche fahren auf Zug mit

Sechs Jugendliche haben sich am Sonntagabend selbst in Lebensgefahr gebracht. Als Zug-Surfer legten sie die Strecke von Dachau bis ins benachbarte Bachern zurück.

Für die sechs Burschen war es die reine Gaudi – die Polizei spricht von einem Spiel mit dem Leben. Am Sonntag stiegen die jungen Männer am S-Bahnhof Dachau auf die Puffer zwischen zwei Waggons des sogenannten Bummerl-Zugs.

Mit viel Glück endete diese Wahnsinnsfahrt ohne Verletzte oder gar Tote. Die Bahn-Surfer wurden gefasst, müssen jetzt mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Die Bahn prüft zudem, ob die Jugendlichen für die Kosten der Zugverspätung aufkommen müssen, sagte eine Sprecherin der tz.

Am Sonntag gegen 16.25 Uhr hatten sich die sechs 16- bis 18-jährigen Burschen zwischen zwei Waggons gequetscht – ohne dass der Zugführer davon zunächst etwas mitbekam. Irgendwann auf der Strecke zwischen Dachau und Bachern bei Tempo 80 hat er das leichtsinnige Sextett aber entdeckt – und drosselte deshalb langsam die Geschwindigkeit. Der Zug war dann so langsam, dass den Bahn-Surfern die Sache komisch vorkam. Sie sprangen vom fahrenden Zug ins Gleisbett und flüchteten in Richtung Bahnhof Bachern. Der Zugführer sah noch vier von ihnen zu Fuß weglaufen, zwei andere bretterten mit einem Mofa davon.

Die alarmierte Polizei aus Dachau konnte bei der anschließenden Fahndung vier Jugendliche schnappen. Die zwei anderen Burschen wurden mit Hilfe der Handyverbindungen ermittelt. Alle sechs wohnen in Bachern oder der näheren Umgebung. Sie alle erwartet nun ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit. Bahn-Surfen ist unter Strafe gestellt und kann mit einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Die Bundespolizei bezeichnet die Aktion der Burschen als ­„latent lebensgefährlich.“ Sprecher Berti Habelt: „Auf den Puffern ist viel Bewegung. Man kann schnell ausrutschen.“ In München sind S-Bahn-Surfer glücklicherweise in den vergangenen Jahren sehr selten geworden. Die Züge der neuen Generation sind so gebaut, dass sie einem Surfer außen so gut wie keinen Halt bieten.

jam.

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