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Wer wollte den armen Blacky erschießen?

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Besuch in der Tierklinik: Maria M (49) und ihr Sohn Florian (15) mit dem angeschossenen Kater Blacky. Silvester darf er wieder heim © Götzfried

München - Ein unbekannter Tierquäler hat am zweiten Weihnachtsfeiertag auf den Kater Blacky geschossen. Er wurde in einer Not-OP gerettet.

An Silvester wollte die Familie M. aus Allach eigentlich mal richtig feiern. Und am 2. Januar gleich wieder, denn da wird Mutter Maria M. 50 Jahre alt. Beide Feste wurden abgesagt, und auch der Festtagsschmaus wird bescheiden ausfallen. Denn die M.s müssen jetzt eisern sparen – für ihren heißgeliebten Jung-Kater Blacky (8 Monate) bzw. dessen Tierarzt-Rechnung.

Auf Blacky nämlich wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag geschossen. Das Projektil traf das Tier aus nächster Nähe. Blacky muss völlig arglos auf den Täter zugelaufen sein. Die M.s erstatteten Strafanzeige bei der Polizei. „Wir wollen, dass dieser gewissenlose Tierquäler zur Verantwortung gezogen wird.“

Im Juli erst kam Mai-Kätzchen Blacky in die Familie, die Am Lochholz in Allach wohnt. Die M.s – das sind Malermeister Eduard (50), dessen Frau Maria (49), die als Tankstellen-Verwalterin arbeitet, und Sohn Florian (15). Zur Familie gehören auch noch einige Fische und die Rennmäuse, die Blacky für seine persönliche Kino-Show hält. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass Florian (15) am Samstag daheim war. Gegen 15 Uhr rief er voller Panik seine Mutter an: „Ich glaube, Blacky stirbt. Komm schnell!“ Als Maria M. heimkam, lag der schwarze Kater mit angstvoll aufgerissenen Augen auf dem Teppich. Er hatte Schaum vorm Maul und akute Atemnot: „Er jammerte, schrie und hechelte. Die Zunge hing ihm aus dem Mäulchen. Er ließ sich absolut nicht anfassen.“

Maria M. rief sofort unter der Notfallnummer 0 18 05/84 37 73 die Tierrettung: „Ich dachte, er erstickt.“ Der T

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Dieses Luftgewehr-Projektil operierten die Ärzte der Tierklinik Germering aus Blackys Körper © Götzfried

ierarzt fand das kreisrunde Loch an Blackys rechter Körperseite. Auf dem schnellsten Weg wurde der sterbende Kater in die Tierklinik nach Germering gebracht. Die Diagnose war niederschmetternd: Das Luftgewehr-Projektil saß tief im Körper, Leber und Gallenblase waren verletzt. Die ätzende Gallenflüssigkeit verursachte dem Tier Höllenqualen. Blackys Zustand war so schlecht, dass die Tierärzte erst am Sonntag operieren konnten.

Am Dienstag durfte die Familie den Kater erstmals besuchen. „Uns kamen die Tränen, wie er da so lag mit seinem nackt rasierten Bäuchlein.“ Es waren Tränen der Wut: „Wir setzen auf Hinweise. Dieser Tierquäler soll nicht davonkommen.“ Am Silvestertag darf Blacky wieder heim. 1000 Euro Tierarztkosten kommen nun auf die Familie zu. Trotzdem ist Maria M. spontan Mitglied des Vereins „aktion tier-tierrettung münchen e.V.“ geworden. „Aus großer Dankbarkeit, dass unser Blacky lebt.“

Dorita Plange

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