Drama am Wettersteingrat

Münchner (49) stürzt in den Tod

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Drama am Wettersteingrat: Thomas O. (49) kam bei dem Unfall ums Leben.

Garmisch-Partenkirchen - Ein Münchner ist aus bislang ungeklärter Ursache am Wettersteingrat circa 50 Meter durch felsdurchsetztes Gelände Richtung Angerlloch gestürzt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Thomas O. (49) kam bei dem Unfall ums Leben.

Die Tour ist anspruchsvoll, führt durch brüchigen Fels und dauert sechs bis acht Stunden. Der Wettersteingrat, der von der Meilerhütte zum Gamsanger oberhalb des Ferchensees führt, fordert auch erfahrene Alpinisten. An einer Stelle im Bereich des Mustersteins, die Polizei-Bergführer Martin Sponsel als eher harmlos einstufen würde, ist es am Sonntagvormittag zu einem schrecklichen Unglück gekommen: Ein Münchner ist aus bislang ungeklärter Ursache circa 50 Meter durch felsdurchsetztes Gelände Richtung Angerlloch gestürzt. „Dabei hat er sich tödliche Wirbelverletzungen zugezogen“, erklärt Sponsel. Der 49-Jährige ist der erste Tote, den die Retter in dieser Sommersaison vom Berg holen mussten.

Sein Begleiter, mit dem er bereits am Samstag von der Elmau zur Meilerhütte aufgestiegen war, setzte gegen 10 Uhr den Notruf ab. Er stieg auch sofort zu dem Verunglückten ab und versuchte, ihn bis zum Eintreffen der Retter zu reanimieren. Mit dem Hubschrauber Christoph Murnau, an Bord war auch ein Notarzt, gelangte Bert Clemens, Einsatzleiter der Bergwachtbereitschaft Garmisch-Partenkirchen, auf gut 2400 Meter Höhe. „Das Gelände ist extrem steil, deshalb haben wir uns zu einer so genannten Schnellbergung entschieden.“ Somit seilte er sich von dem Helikopter zu den beiden Münchnern ab, blieb aber an der Winde hängen und nahm den Schwerverletzten auf. „Unter Reanimation haben wir ihn dann ins Tal geflogen, wo schon zwei Bergwacht-Ärzte gewartet haben, um ihn zu versorgen“, sagt Clemens. Die Mediziner konnten allerdings nur noch den Tod des 49-Jährigen feststellen.

Dessen Begleiter musste derweil an der Unglücksstelle ausharren. „Wir sind schnellstmöglich wieder rauf und haben auch ihn abgeholt“, betont der Einsatzleiter. In Garmisch-Partenkirchen kümmerten sich dann Mitarbeiter des Kriseninterventionsdienstes der Bergwacht Bayern um den Mann. Deren Kollegen kümmerten sich zudem um die Familie des Verunglückten.

Die Tour, die sich die Münchner vorgenommen hatten, führe durch hochalpines Gelände, erklärt Sponsel. In der Regel ist der Grat mit Schwierigkeitsgrad zwei bewertet, einige Passagen liegen im Bereich drei. Zwei Abseilstellen erschweren die Route. Dafür seien die Männer – „beides erfahrene Kletterer“ aber hervorragend ausgerüstet gewesen, bescheinigt ihnen Clemens. Die Überschreitung des Wettersteingrats, der im Gegensatz zum Jubiläumsgrat nicht Drahtseil versichert ist und durch sehr brüchigen Fels führt, war die zweite Unternehmung der Männer von der Meilerhütte aus. Bereits am Samstag waren sie an der Partenkirchner Dreitorspitze unterwegs gewesen.

Tanja Brinkmann

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