"Unkontrollierte Fortpflanzung"

SPD will freilaufende Katzen kastrieren lassen

München - Die SPD im Münchner Rathaus fordert eine Zwangs-Kastration freilaufender Katzen. Wie die Partei ihren Vorstoß begründet:

Schuld daran sei die „unkontrollierte Fortpflanzung“. Katzen könnten sich zwei bis drei mal pro Jahr paaren und somit eine Vielzahl von Jungtieren in die Welt setzen.

Die Kätzchen würden meist im völlig überfüllten Tierheim landen, verwildern oder unter Krankheiten leiden. „Verwilderte Katzen müssen meist unter tierschutzwidrigen Bedingungen leben und leiden oftmals unter Mangelernährung, Parasitenbefall und Infektionen“, betont Bettina Messinger, tierschutzpolitische Sprecherin der SPD. „Das ist kein artgerechtes Katzenleben. Diese Tiere leiden.“ Deswegen fordert Messinger eine „verpflichtende Kennzeichnung, Registrierung und Kastration freilaufenden Katzen“.

Der „Tierschutz Verein München“ und das Münchner Tierheim seien schon jetzt überfordert. An rund 70 Futterstellen versorge der Verein etwa 600 Katzen. Die jährlichen Kosten beliefen sich allein für Futtermittel auf rund 30 000 Euro. Hinzu kämen Tierarztkosten von zirka 50 000 Euro. Tierschutzverbände und Tierärzte würden daher seit Langem eine Kastrationspflicht fordern.

Laut dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) bestehe in München keine Sicherheitsgefahr durch streunende Katzen. Von einer Plage könne nicht die Rede sein. Katzen, die im Tierheim landen, würden dort schon jetzt kastriert, teilt Sprecherin Daniela Schlegel mit. Die Kosten übernehme die Stadt. Um Hauskatzen zu kastrieren, die draußen unterwegs sind, fehle die rechtliche Grundlage. Zudem könne das KVR nicht selbst wilde Streuner einfangen - die Stadt beschäftigt keine eigenen Tierfänger.

tom

Rubriklistenbild: © dpa

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