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Wirtschaftsflaute: Flughafen landet in der Krise

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Der Münchner Flughafen kämpft mit rückläufigen Passagierzahlen. © dpa

München - Die Wirtschaftskrise stoppt den stetigen Steigflug des Münchner Airports.

Die Passagierzahl des ersten Halbjahres 2009 bleibt mit 15,4 Millionen Fluggästen um 9 Prozent hinter der Quote im Vergleichszeitraum des Vorjahres zurück. Diese ungewohnte Zwischenbilanz präsentierte Michael Kerkloh, Geschäftsführer der Flughafen München GmbH (FMG), am Dienstag im Presse­club. Er ist aber überzeugt, dass im Erdinger Moos spätestens 2011 wieder „die bekannte Wachstumsdynamik einsetzt“.

Die Hoffnung, mit der derzeitigen Delle im ­Geschäft werde die dritte Start- und Landebahn überflüssig, erstickt Michael Kerkloh im Keim: „Nur, wenn der Airport seiner strategischen Kapazitätsplanung festhält, hat er gute Chancen, die aktuelle Nachfrageschwäche unbeschadet zu überstehen.“ Im Übrigen gebe es selbst in diesen flaueren Zeiten öfter ­lange Warteschlangen von Flugzeugen vor dem Start. Deutlicher als der Passagierverkehr ist mit minus 18 Prozent das Luftfrachtgeschäft zurückgegangen; der langjährige Exportweltmeister Deutschland sei vom Einbruch des Warenverkehrs besonders betroffen. Dazu passt die gesunkene Nachfrage nach Geschäftsreisen. Privat- und Urlaubsreisen haben nur geringfügig abgenommen, ebenso die Zahl der Passagiere, die in München umsteigen. Kerkloh sieht sich im Kurs der FMG bestätigt, die den Flughafen systematisch zum Süd-Drehkreuz ausgebaut haben. Auch der Fernflugverkehr habe kaum nachgelassen. „Für den asiatischen Raum wurden sogar Zuwächse festgestellt.“

Zum Flughafenausbau gehört auch ein „Satellit“ auf dem östlichen Vorfeld, eine Erweiterung für das Terminal 2. Ein großes Problem ist noch das Fehlen einer schnelleren Verbindung Hauptbahnhof-Flughafen. Kerkloh hofft auf das Ergebnis der verschiedenen Varianten. Das Transrapid-Projekt sei vielleicht zu früh gestorben: Angesichts der allerorten aufgespannten millardenschweren Rettungsschirme wären die fehlenden 500.000 Millionen Euro vielleicht kein Problem mehr.

Der Airport sei ein sicherer Arbeitsplatz, beteuert Kerkloh. Für die 1800 Mitarbeiter im Bodenverkehrsdienst könnte es allerdings eng werden. Wenn ver.di sich für sie nicht mit „wettbewerbsfähigen Tarifen“ in einer FMG-Tochtergesellschaft zufrieden gebe, sei zumindest eine Beschäftigung unter dem Dach der FMG langfristig nicht mehr möglich.

bw.

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