1. tz
  2. München
  3. Stadt

Zu viel Kalk! Münchner Brunnen versiegen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ebbe am Vater-Rhein-Brunnen © Heussler / Hallo München

München - Endlich Sommer in der Stadt – doch kaum ein Plätschern. Unsere Brunnen versiegen.

null
Da hat das Wasser am Brunnen noch gesprudelt

Unter anderem der Spring-Brunnen am Sendlinger-Tor-Platz, die Kaskaden an der Münchner Freiheit, der Vater-Rhein-Brunnen und der Aktions-Brunnen an der Gollierstraße geben kein Wasser mehr. Der Grund: Verkalkung. „Der Kalk macht uns sehr zu schaffen, die Ablagerungen führten zu einer Pumpenstörung an der Münchner Freiheit und beim Vater-Rhein-Brunnen“, erklärt Jürgen Marek, Sprecher des Baureferates, gegenüber der lokalen Wochenzeitung Hallo München. Die Brunnen werden mit dem Münchner Leitungswasser betrieben, das aus den Kalkschotter-Ablagerungen im Mangfalltal gewonnen wird und mit 152 Milligramm Calciumoxid pro Liter sehr kalkhaltig ist. „Deswegen müssen die Pumpen in den Brunnen ausgebaut und gewartet werden.“ 

An der Münchner Freiheit soll das Wasser Mitte der Woche wieder fließen, beim Vater-Rhein-Brunnen dürften die Reparaturen noch bis Ende Juli dauern. Diese Saison ganz aussetzen muss der Sendlinger-Tor-Brunnen. Dort steht eine längerfristige Sanierung an. „Der Brunnen ist von 1972 und dementsprechend alt und natürlich sind die Wasserauslässe verkalkt. Die Fontänen sprudeln nicht mehr hoch“, erklärt Dagmar Lezuo vom Baureferat.

München, seine Straßen und ihre Namen

Strecke

Ein weiterer Fall im Westen: Der Aktions-Brunnen in der Gollierstraße muss repariert werden und steht voraussichtlich bis Ende August still. Das Kalk-Problem kennt auch Brunnen-Restaurateur Claus-Paul Haller. „Die Situation in München ist wesentlich schlimmer als in anderen Städten, weil unser Leitungswasser aus dem Gebirge kommt“, bestätigt er gegenüber Hallo München. „Das beste Beispiel ist das Brunnenbuberl in der Fußgängerzone – das schaut gerade wieder katastrophal aus.“ Obwohl die prominente Brunnenfigur in der Neuhauser Straße regelmäßig gereinigt werde, würde sich der Kalk schnell wieder auf der Bronze ansammeln.

Noch ein offensichtliches Beispiel war der Artur-Kutscher-Brunnen in Schwabing: „Da lagen richtig dicke Kalkplatten drin, bevor ich ihn gesäubert habe.“ Das sieht nicht nur unschön aus, sondern greift auch die Oberflächen der Brunnen an und zerstört die Patina. „Die erste Reinigung ist sehr langwierig, weil der Kalk schwer haftet“, betont Haller. Seit einigen Jahren werden die Brunnen aber nach der Säuberung gewachst, so dass sich eine Trennschicht zwischen den Kalk und Stein oder die Bronze setzt. Haller arbeitet oft für die Stadt: „Diese Arbeiten müssen sein. Denn Entkalker darf man den Wasser nicht zusetzen, da viele Brunnen Trinkwasserbrunnen sind.“

Auch interessant

Kommentare