Verkehr lahmgelegt

U-Bahn-Chaos: Statt Streik war es ein Stromausfall

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Die Fahrgäste irrten nach oben ins Gedränge an den Bushaltestellen.

München - Eigentlich wollten bei der MVG diese Woche die Fahrer streiken, doch die Gewerkschaften bliesen die Aktion ab. Dafür fiel Mittwoch früh bei der U-Bahn der Strom aus. Die Folge: ein Mega-Chaos.

Auf mehreren Streckenabschnitten, auf denen in der Nacht wegen Bauarbeiten die Energieversorgung unterbrochen war, hat sich zu Betriebsbeginn kein Strom zuschalten lassen, erklärt die MVG . Grund war ein „vorübergehender Ausfall des Prozessrechners“ in der MVG-Zentrale, mit der Strom ferngesteuert auf die Linien transportiert wird. Somit mussten Techniker zu den Schaltkästen vor Ort geschickt werden, dann wurde die Energieversorgung per Hand hergestellt.

„Damit konnte der U-Bahnbetrieb zunächst nicht vollständig aufgenommen werden, einige Linien konnten zeitweise nur abschnittsweise bedient werden“, so die MVG. Aber: „Bevor die morgendliche Rushhour einsetzte, konnte die Fernwirkzentrale wieder in Betrieb genommen werden und der U-Bahnverkehr lief, mit kleineren Einschränkungen auf den Linien U1, U2 und U7, wieder weitestgehend planmäßig.“ Ab 9.30 Uhr war man wieder im Fahrplan.

Obwohl keine Züge kamen, wurde ihre Abfahrt angezeigt, als wenn nichts wäre.

Einer, der das Ganze am frühen Morgen am eigenen Leib erlebte, war tz-Leser Anton M.: „Es war heute echtes Chaos in der U-Bahn.“ Der Pendler spricht von „widersprüchlichen Anzeigen und Durchsagen.“ Erst habe es geheißen, nur U4 und U5 seien betroffen, dann alle U-Bahnen. „Dann wurde man auf die Oberfläche gescheucht, da sollten Busse fahren.“ Nach 20 Minuten sei dort nur ein überfüllter Kurzbus erschienen, dann lange keiner. Anton M.: „Auf den regulären Linien fuhren währenddessen aber ganz leere Busse.“

Als er endlich einen Bus erwischt habe, sei die Durchsage dort sehr rar gewesen. Die MVG entschuldigte sich, Ersatzbusse könnten nur einen Bruchteil der U-Bahn-Fahrgäste aufnehmen. Und: „Bei einem solch unvorhersehbaren Vorfall ist die Fahrgastinformation nicht einfach.“

Johannes Welte

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