U-Bahn: Engpässe noch bis Ostern

München - Dicke Luft in der U-Bahn: Zugausfälle und völlig überfüllte Waggons nerven die Fahrgäste seit Wochen. Und schnelle Besserung ist nicht in Sicht, denn das System U-Bahn läuft wegen technischer Schwierigkeiten am Rande des Infarkts.

Wie berichtet, müssen die alten A-Züge und die neuen C-Züge wegen zweier Serienfehler gehäuft zu aufwändigen Reparaturen in die Werkstatt, die den Auftrags-Berg nur langsam abarbeiten kann. Die Folge: Die Züge fehlen im Betrieb. In ihrer Not hat die U-Bahn bereits die Züge der am wenigsten belasteten Linie U 1 verkürzt, um mehr Wagen für andere Linien zu haben. Außerdem sind sämtliche Reservefahrzeuge – etwa zehn Prozent des gesamten Fahrzeugbestandes – im Regelbetrieb im Einsatz.

Doch das schafft neue Schwierigkeiten: Wann immer technische Probleme bei einem Zug auftauchen, können die Disponenten nicht einfach ein Ersatzfahrzeug schicken – sie haben keines.

Deshalb hören die Fahrgäste derzeit öfter als gewohnt die Durchsage: Zugausfall. Notgedrungen verzichtet die U-Bahn immer wieder auch auf Verstärkerzüge und setzt die Fahrzeuge stattdessen im normalen Betrieb ein. Dabei wären die Verstärker gerade jetzt in den Stoßzeiten besonders wichtig, weil wegen der Kälte kaum noch jemand aufs Radl steigt oder zu Fuß geht und deutlich mehr Menschen als üblich in die U-Bahn drängen.

„Leider ist die U-Bahn derzeit nicht so zuverlässig unterwegs wie sonst“, räumt Günter Pedall, U-Bahn-Leiter bei der MVG, ein. Die Werkstätten hätten ihre Kapazitäten bereits aufgestockt, Fremdfirmen mit einbezogen, die Herstellerfirma in die Pflicht genommen. Doch qualifiziertes Personal sei knapp, und zudem hätten die Hersteller zugesagte Liefertermine für Ersatzteile mehrmals verschoben.

„Bis zu den Osterferien“, so die jüngste Prognose, werde sich die Situation entspannen. Pedall entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten und bittet die Fahrgäste um Geduld und Verständnis.

Ein Lichtblick: Die U-Bahn-Flotte wird verjüngt und vergrößert: 21 sechsteilige Gliederzüge vom Typ C2 sind seit Ende 2010 bestellt. Die ersten sollen 2013 geliefert werden. 14 ersetzen 40 Jahre alte A-Wagen, die dann ausgemustert werden. Sieben weitere neue Züge vergrößern den Fuhrpark, um einen Zwei-Minuten-Takt anbieten zu können.

Peter T. Schmidt

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