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„Verträgt auch nicht jeder“: Marcella fährt U-Bahnen durch München – viele Passagiere derzeit verunsichert

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Von: Lukas Schierlinger

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U-Bahn-Fahrerin in München
Marcella arbeitet als U-Bahn-Fahrerin in München. © Screenshot ZDF

Als U-Bahn-Fahrerin in München ist Marcella ganz nah dran am Puls der Zeit. In einem ZDF-Beitrag lässt sich die 38-Jährige über die Schulter schauen.

München - „Man ist in seiner eigenen Welt da unten. Man muss es mögen.“ Marcella steuert U-Bahnen durch München. Bis zu 36 Meter unter der Erde ist die 38-jährige Polin Tag für Tag unterwegs. Für das ZDF-Format „37 Grad“ hat sich Marcella bei der Arbeit begleiten lassen. Für sie keine Frage: „Diese Einsamkeit verträgt auch nicht jeder. Es sind bestimmte Leute, die das können.“

Ob es gerade regnet, stürmt oder schneit, bemerkt Marcella erst nach Feierabend. Wenn die Rolltreppe sie zurück ans Tageslicht befördert. Oft greift sie dann instinktiv zur Sonnenbrille. Nach einer anstrengenden Schicht reagieren die Augen empfindlich auf neue Einflüsse.

U-Bahn-Fahrerin in München: „Mich persönlich macht das auch stolz“

Als Mutter einer dreijährigen Tochter stellt der Schichtdienst die 38-Jährige vor große Herausforderungen. Auch ihr Mann ist berufstätig. Da ist Kreativität gefragt. Marcella gefällt, wie kollegial es bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zugeht. „Ich habe auch schon oft Kollegen abgelöst, die auf einmal wegmussten zum Kind.“ Eine Hand wäscht die andere.

Was ihre Motivation ist, jeden Tag in den Untergrund hinabzusteigen? „Wenn Kinder mich anlächeln, mir zuwinken. Auf einmal fühlt es sich an, als würde eine Sonne erstrahlen“, erzählt die Polin freudestrahlend. Dazu kommt die große Verantwortung, die sie als U-Bahn-Fahrerin für oft Hunderte Passagiere trägt: „Mich persönlich macht das auch stolz. Es ist kein 0815-Job.“ Den ganzen Tag nur im Büro sitzen? Für Marcella wäre das unvorstellbar.

Ukraine-Krieg dämpft die Stimmung: Viele Fahrgäste in München aktuell verunsichert

Als U-Bahn-Fahrerin ist sie ganz nah dran am Puls der Zeit. Und was sie in den vergangenen Monaten beobachtet hat, gefällt der 38-Jährigen nicht. Im ZDF-Beitrag sagt Marcella, dass der Krieg in der Ukraine viele ihrer Passagiere belaste: „Man merkt das schon, die Leute sind verunsichert, kommen nicht zur Ruhe.“ Sie hofft, dass die Münchner „bald wieder aufatmen dürfen“. Denn: „Die Leichtigkeit geht schon verloren.“

Seit über 50 Jahren gehört die U-Bahn in München zu den wichtigsten öffentlichen Verkehrsmitteln der Landeshauptstadt. Über insgesamt 96 Haltestellen verfügt der Streckenplan, von denen einige wahre Kunstwerke sind.

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