Die U-Bahn 2015: Keine Fahrer-Ansagen, aber Bord-TV 

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So sehen die C2-U-Bahnen aus

München - Wie sieht die Münchner U-Bahn in drei Jahren aus? Wir sagen es Ihnen! Zwar gibt es keine Fahrer-Ansagen mehr, dafür aber Bord-Fernsehen. Auch Sicherheit ist ein großes Thema.  

Und sie bewegt sich doch! Nächste Woche kündigt die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG im Stadtrat einige Neuerungen bei der U-Bahn an, die vor allem die Sicherheit betreffen. Selbst Kritiker sind erstaunt bis begeistert: Schließlich soll die Fahrt künftig komfortabler werden – davon profitieren nicht nur die schwächeren Passagiere. Gleichzeitig verschwindet eine Tradition im Münchner Untergrund.

Fernsehen und Durchsagen im Zug: Angekündigt war der Start schon vor zwei Jahren, dann für diesen Sommer, jetzt soll es erst im Herbst soweit sein. Alle U-Bahnen bekommen Bildschirme für Nachrichten, Touristen-Infos und Störungsmeldungen. Dazu kommt 20 Prozent Werbung, die das Angebot finanzieren soll. Für dieses „Infotainmentsystem“ bekommen alle Fahrzeuge neue Bordrechner. Darin enthalten sind automatische Haltestellenansagen von der Computerstimme, die Passagiere bereits aus den ganz neuen Wagen vom Typ C kennen. Die Durchsagen ertönen dann auch in allen alten Waggons. Statt dem gepflegten und liebgewonnenen „Z’ruckblei’m, Zefix!“ heißt es bald ganz geschniegelt „Nächster Halt, Kieferngarten“.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Ansagen an Bahnsteigen: Eine neuen Steuerungstechnik beendet die Stille an den Bahnsteigen. Dann gibt es überall Ansagen: „Nächster Zug: U6 Richtung Klinikum Großhadern“. Dazu wird auch die Länge des Zuges durchgeben, damit die Passagiere am Bahnsteigende nicht vorm leeren Gleis stehen – Vorteil für Menschen, die nicht ganz so gut zu Fuß sind. In drei Jahren soll die Technik umgestellt sein.

Sicherheit: Menschen stürzen vom Bahnsteig: Immer wieder schockieren tödliche Unfälle die Münchner. Darum fordern Passagiervereinigungen, Behindertenverbände und Kritiker schon lange mehr Sicherheit am Bahnsteig. Die MVG hat die Unfälle analysiert. In einer neuen Broschüre heißt es: „So tragisch derartige Vorkommnisse sind: Sie sind Einzelfälle.“ Oft sei Alkohol im Spiel, die Menschen torkeln ins Gleis. Es habe aber auch besonders tragische Unglücke von Blinden gegeben, die zwischen die Waggons stürzten, weil sie eine Zugtür erwarteten. Um dies zu verhindern, hat die MVG mehrere Verbesserungen bewertet: Glaswände mit Türen an den Bahnsteigen und eine Laser-Überwachung des Gleises seien unmöglich oder zu teuer. Dafür steigt die U-Bahn in einen Test ein: In die kurzen Lücken zwischen den Waggons sollen elastische Bänder kommen. Und in den breiten Lücken könnte ein Infrarot-Lichtgitter beim Fahrer Alarm schlagen, wenn ein Passagier abstürzt. CSU-Stadrat Georg Kronawitter mahnt schon lange Verbesserungen an: „Ich freue mich. Das zeigt aber auch, dass es einen erheblichen Handlungsbedarf gibt.“

D. Costanzo, J. Welte

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