Lichtblicke im Untergrund

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So soll das neue Untergeschoss am Hauptbahnhof aussehen.

München - Die MVG nimmt die Sanierung der Münchner U-Bahnhöfe in Angriff. Sehen Sie hier, welche Pläne bereist verwirklicht wurden und welche Veränderungen noch bevorstehen.

Hundert U-Bahnhöfe gibt es seit der Eröffnung der neuen U-3-Stationen im Nordwesten. Moosach und Moosacher St. Martinsplatz werden als Prunkstücke der Untergrund-Architektur gerühmt – lichtdurchflutet und farbenfroh.

Dagegen wirken die Haltepunkte an der Pionierstrecke U6/U3 schon leicht deprimierend auf die Fahrgäste. Bei ihrer Kolorierung wurde in den späten Sechzigern gespart, und die graue Plattenverschalung ist durch den Schmutz von vier Jahrzehnten nicht ansehnlicher geworden.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist bereits dabei, die Ur-Bahnhöfe schrittweise zu sanieren und modernisieren. Jüngstes Beispiel der Knotenpunkt Marienplatz, für dessen Umgestaltung vergangene Woche der Wettbewerb entschieden wurde (tz berichtete). Über diese Verschönerung werden sich die meisten Münchner freuen: Ebenso wie das Hauptbahnhof-UG, das gleichzeitig in Angriff genommen wird, ist der Marienplatz einer der am meisten frequentierten Bahnhöfe.

Impressionen: Die neuen U-Bahnhöfe an der U3

Impressionen: Die neuen U-Bahnhöfe an der U3

Welche Verwandlungen bei diesen alten Bauwerken möglich ist, zeigt die Münchner Freiheit. Sicher hat jeder Münchner eine subjektive Wunschliste für die nächsten Maßnahmen, die MVG sieht Handlungsbedarf vor allem am Sendlinger Tor, am Goetheplatz, der Poccistraße und dem Odeonsplatz. Die tz stellt fertige, geplante und künftige Projekte vor.

BW.

Geplant

Marienplatz.

Schönheit muss leiden. Bei den beiden U-Bahn-Zwischengeschossen Marienplatz und Hauptbahnhof heißt das: Wer ein funktionelles, modernes, ansprechendes Zwischengeschoss will, muss während der langwierigen Umbauzeit Behinderungen in Kauf nehmen. Dafür gibt’s nach der Verjüngungskur eine klarere (Innen-)Architektur, bessere Orientierungsmöglichkeit, weniger Hindernisse. Am Marienplatz wird der Entwurf der Münchner Architekten Allmann, Sattler & Wappner ab 2012 verwirklicht. Die Kioske, die heute den Weg versperren, werden an die Seite gerückt, die Lamellen-Decke wird durch eine glatte, leuchtende Fläche ersetzt.

Während sich die MVG bei diesem Projekt über die Kosten ausschweigt, sind am Hauptbahnhof rund 20 Millionen veranschlagt. Noch heuer sollen die Arbeiten in der Etage über der U1 und U2 beginnen. Die Stahlbetonsubstanz dieses Bauwerks (Jahrgang 1980) hat durch eingesickertes Streusalzwasser besonders gelitten. Eine Sanierung ist unausweichlich; man entschloss sich zu einer Umgestaltung in einem Aufwasch. Das Büro Auer+Weber sieht einen freien Mittelgang vor. Das Konzept: freier, heller, übersichtlicher.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Gemacht

Münchner Freiheit.

Die Verschönerungskur an der Münchner Freiheit gilt als rundherum gelungen. Die gelb-blaue Farbgebung ist frisch, die Spiegel an den Decken lassen die relativ niedrigen Geschosse weniger gedrungen wirken, das ausgeklügelte Beleuchtungskonzept des Designers Ingo Maurer bringt gar eine künstlerische Note in den früher drögen Bahnhof. Die Ansiedlung von attraktiven Geschäften im Sperrengeschoss tat ein übriges zur Aufwertung eines der ältesten Bahnhöfe. Gekostet hat die Maßnahme rund 20 Millionen Euro. Dauer: 20 Monate.

Länger braucht die LBBW Immobilien für die Umgestaltung des Stachus-Einkaufszentrums, an der seit April 2008 gewerkelt wird. Was am 30-Millionen-Projekt bisher fertiggestellt ist, erfreut die Passanten: Es ist hell und modern, das Shopping-Angebot ist vielseitig. Es stören nur die Risse im Bodenbelag.

Gewünscht

Unter dem Sendlinger Torplatz wird es trist, daran ändern auch die hellblauen Fliesen im Zwischengeschoss nichts. Durchs stets schmutzig wirkende Untergeschoss eilt der Fahrgast hinab ins meist dichte Gedränge auf dem U3/U6-Bahnsteig. Fahrgastströme von der U2/U5 eine Etage tiefer treffen hier auf Wartende. Nicht ohne Grund steht dieser Bahnhof auf der To-do-Liste der MVG. Seit Herbst wird die Bausub­stanz untersucht. Erst später in diesem Jahr gibt’s Ergebnisse, an denen sich die Eckdaten für einen Wettbewerb orientieren.

Sendlinger Tor.

Fest steht: Breiter kann der Bahnhof wegen der angrenzenden Häuserfundamente nicht werden. Wann wie umgestaltet wird, ist ungewiss. Das gilt auch für den nachträglich eingebauten Bahnhof Poccistraße sowie Odeonsplatz und Goetheplatz. ­Letzeren gabe es im Rohbau schon 1941, als Haltepunkt für Hitlers Vorortbahn.

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