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U-Bahn: Opfer mit Kuli in den Hals gestochen

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Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 28-jähriger Bäcker vor dem Schwurgericht verantworten.
Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 28-jähriger Bäcker vor dem Schwurgericht verantworten. © Unfried

München - Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 28-jähriger Bäcker vor dem Schwurgericht verantworten. Er hatte einem 18-Jährigen zweimal einen Kugelschreiber in den Hals gerammt.

 „Ihr seid doch alle gay, hey“, raunzte Kevin M. (28) am frühen Morgen des 1. Mai dieses Jahres zwei junge Männer im U-Bahnbereich des Ostbahn­hofes an. Diese ließen sich nicht beeindrucken, doch der arbeitslose Bäcker pöbelte weiter. „Sauf weniger“, entgegnete ­Ralph U. (18), „jetzt reichts!“.

U-Bahnhöfe in München

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Der bullige Kevin M. nahm sofort eine Kampfstellung ein, zog einen Metall-Kugelschreiber der Marke „Parker“ aus der Jacke und rammte diesen mit ausgefahrener Spitze dem Opfer in den Hals. Dabei verfehlte er nur um wenige Millimeter die Schlagader von Ralph U. Der Angreifer ging zunächst auf ­andere wartende Fahrgäste los. Ralph U. stellte ihn zur Rede: „Was soll das?“ Da stach Kevin ein zweites Mal zu! Diesmal drang die Spitze des Kugelschreibers über dem rechten Zungenbein des Opfers ein und hinterließ eine heftig blutende Wunde. Nun packte Raph U. den Angreifer, rang ihn zu Boden und hielt ihn fest, bis die U-Bahn-Wache eintraf. Die Wunde des Verletzten musste mit fünf Stichen genäht werden. Es bestand Lebensgefahr. „Ich verstehe selbst nicht, warum ich das gemacht habe“, sagt Kevin M. vor Gericht. Er könne sich an vieles nicht erinnern. Er habe die Nacht über in einer ­Disco im Kunstpark Ost gefeiert und sei total besoffen gewesen.

Der Angeklagte weiter: „Im Grunde genommen bin ich ein netter Mensch.“ Der Prozess wird am 13. Januar mit der Vernehmung des Betroffenen und weiterer Zeugen fortgesetzt.

E. Unfried

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