U-Bahn-Schläger muss acht Jahre in den Knast

Angeblich konnte sich Gökhan K. an nichts erinnern. EBU

München - Angeblich kann sich Gökhan D. an die Tritte nicht erinnern, für die er zu acht Jahren Haft verurteilt worden ist. Er hatte einen Schlafenden an einem U-Bahnhof brutal attackiert.

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U-Bahn-Schläger mit Erinnerungslücken

Das Landgericht hat einmal mehr gezeigt, dass es mit U-Bahn-Schlägern so wenig zimperlich umgeht wie diese mit ihren Opfern. Für 14 Schläge und Fußtritte gegen einen jungen Mann, der auf einer Bank am Gleis des U-Bahnhofs Aidenbachstraße schlummernte, ist der Täter Gökhan D. (22) mit acht Jahren Gefängnis bestraft worden. Der Schuldspruch lautete auf schweren Raub und gefährliche Körperverletzung.

Lehrling Marinus A. (18) hatte seine U-Bahn verpasst und sich am 9. Januar nachts zum Schlafen auf eine Bank gelegt. Dort wurde er kurz vor vier Uhr früh er von dem Angeklagten überrascht. Was der Türke seinem Opfer antat, wurde von der Überwachungskamera festgehalten. Er schaute sich zunächst ein paar Mal nach möglichen Beobachtern um, dann trat er wuchtig auf den Lehrling ein, insbesondere gegen den Kopf. Dann entriss er dem Opfer die Börse und ein Päckchen Zigaretten, versetzte ihm noch einen Kniestoß ins Gesicht und verschwand. Marinus A. leidet noch heute unter dem Angriff, er wagt sich nicht mehr in die U-Bahn.

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte - er stand zur Tatzeit unter Bewährung - hat sich in der Verhandlung bieder gegeben, an das Verbrechen hat er angeblich keine Erinnerung. Staatsanwältin Nicole Selzam hielt diese Einlassung für eine „Zumutung“, gestützt auf den psychiatrischen Gutachter, der dem laut Verteidigung psychisch gestörten 22-Jährigen volle Schuldfähigkeit zur Tatzeit attestierte. Selzam forderte sogar zehn Jahre Haft für den Schläger. Das Gericht blieb zwar um zwei Jahre darunter, machte dem Angeklagten aber klar, dass er knapp an einer Anklage wegen versuchten Mordes vorbeigeschrammt sei.

Sarah List

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