U-Bahn-Sperre in München!

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Am Bahnhof Sendlinger Tor heißt es in den Osterferien bei der U3: "Alle Fahrgäste aussteigen!"

München - Das fast 40 Jahre alte Münchner U-Bahnnetz kommt in die Jahre – und wird jetzt nach und nach saniert: Zum ersten Mal muss darum ein Abschnitt komplett gesperrt werden.

Die U-Bahnbaustelle am Sendlinger Tor Ende der 60er Jahre.

In den Osterferien fallen alle U-Bahnzüge der U 3 und U 6 zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz aus. Totalsperre im Untergrund! Am 19. Oktober 1971 fuhren zwischen Kieferngarten und Goetheplatz auf einer Länge von zwölf Kilometern die ersten U-Bahnzüge in München. Zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz sind Gleise, Weichen und Unterbau schon derart abgenutzt, dass ein Austausch unabwendbar ist. Vier Weichen und eine Kreuzung werden erneuert, der Schotterunterbau ausgewechselt. „Die Baustelle ist so umfangreich, dass die Gleiserneuerung weder unter laufendem Betrieb noch ausschließlich in der kurzen nächtlichen Betriebsruhe der U-Bahn durchgeführt werden kann“, erklärt MVG-Sprecherin Bettina Hess. Darum fallen zwischen Montag, 18. April und Dienstag, 26 April, alle Züge der U3 und U6 zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz aus. Das Ausfallen der Züge während der Osterferien soll durch Gelenkbusse (Linie 103) ausgeglichen werden. Hess: „In Spitzenzeiten pendeln bis zu 15 Fahrzeuge gleichzeitig zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz, dies entspricht einem 60-Sekunden-Takt.“

Münchens schönste U-Bahnhöfe

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Allerdings ließe sich eine U-Bahn mit 900 Sitzplätzen nicht mit einem Bus mit 100 Sitzplätzen ersetzen. Das heißt: Geduld, Geduld, Geduld! Die Umsteigewege sollen gut beschildert werden und MVG-Mitarbeiter den Weg weisen. Die Haltestelle des Schienenersatzverkehrs (SEV) wird am Sendlinger Tor vor dem Kino sein, am Goetheplatz vor dem dortigen Kino, das man über den Ausgang A zur Mozartstraße erreicht.

Aber auch der übrige Betrieb der U 6 ist betroffen: In den Hauptverkehrszeiten kehrt jeder zweite von Norden kommender Zug schon an der Münchner Freiheit um, weil am Sendlinger Tor nicht genügend Wendekapazitäten vorhanden sind. Im südlichen Bereich fahren die Züge manchmal am gegenüber liegenden Gleis. Außerdem empfiehlt die MVG Busse und die S 7 als Alternative. Ein Tipp für alle, die sich das ersparen wollen: Einfach die 800 Meter zu Fuß laufen – geht schneller und ist stressfreier!

Johannes Welte

Schwammerlzucht in der Röhre

Nachdem schon während des Königreiches Bayern 1905 über eine U-Bahn in München diskutiert wurde, begannen im Auftrag von Adolf Hitler im Mai 1938 die Bauarbeiten für einen S-Bahn-Tunnel in der Lindwurmstraße nördlich des Sendlinger Tores. 1941 wurde der Bau wegen des Krieges eingestellt, die Bahnhöfe und der Tunnel standen im Rohbau. Die Röhre diente dann als Luftschutzbunker. Ein findiger Münchner erinnerte sich in der Nachkriegszeit an den Stollen und züchtete dort Schwammerl.

1953 begannen wieder die Planungen für die U-Bahn, 1965 die Bauarbeiten. 1971 fuhr der erste Zug zwischen Kieferngarten und Goetheplatz. Dabei wurde auch der Vorkriegstunnel mit benutzt – genau in dem Bereich, wo nun Gleise und Weichen ausgetauscht werden. In anderen Abschnitten geschah dies bereits nachts, da der Umbau dort nicht so umfangreich war wie jetzt am Sendlinger Tor . Dennoch müssen die Fahrgäste in den nächsten Jahren immer wieder damit rechnen, dass alte Strecken wegen Sanierungsarbeiten gesperrt werden müssen.

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