U-Bahnen bald im Zwei-Minuten-Takt

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Durch die Überlagerung von fünf Linien soll zeitweise ein Zwei-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz realisiert werden: U 1: OEZ-Mangfallplatz, U 2 Feldmoching–Messestadt-Ost, U 2 Feldmoching–Kolumbusplatz, U 2 Milbertshofen—Messestadt Ost. U 7 Westfriedhof–Neuperlach

München - Immer mehr Münchner steigen um auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Um diesen Trend zu fördern, plant die MVG eine große Angebotsoffensive. Alle Änderungen bis 2020.

Bis 2020 werden schrittweise mehr Züge bzw. Wagen bei U-Bahn und Tram eingesetzt, Takte verdichtet und zum Teil das Streckennetz ausgebaut. Die U-Bahn fährt auf hoch frequentierten Abschnitten in der City dann im Zwei-Minuten-Takt! Die Kosten für diesen Kraftakt sind in der anstehenden MVV-Tariferhöhung mit ihrer Steigerung um voraussichtlich „unter drei Prozent“ enthalten. „Ein glimpflicher Anstieg“, meint MVV-Aufsichtsratschef Christian Ude.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

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U-Bahn-Takt: Die Einführung des Zwei-Minuten-Takts erforderte schon in der Planung eine logistische Meisterleistung. „Eine partielle Taktverdichtung von bisher 2,5 Minuten auf zwei Minuten im Kernnetz ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich“, so König. Er nennt „eine absolut pünktliche Betriebsabwicklung, spurtstarke Fahrzeuge“, aber vor allem die strikte Einhaltung der Ein- und Aussteigezeiten der Fahrgäste von 30 Sekunden. Dafür wird an einigen Bahnhöfen Abfertigungspersonal eingesetzt, (etwa am Hauptbahnhof) – wie während des Oktoberfests. OB Ude dazu: „Bei der MVG ist immer Wiesn.“

Der Schwerpunkt liegt auf den Linien U 2 und U 6, wo ab 2014 abschnittsweise in der morgendlichen Spitzenzeit ein Zwei-Minuten-Takt gelten soll. Schon 2012 wird die neue Verstärkerlinie U 7 (Westfriedhof – Neuperlach Zentrum) zur Entlastung einzelner Abschnitte der U 2 und U 5 eingesetzt. Noch 2010 geht die Verlängerung der U 3 OEZ-Moosach in Betrieb. Taktverdichtungen sind bei der U 6 durch Verstärkerzüge eventuell 2014 (Münchner Freihei_Implerstraße) möglich.

U-Bahn-Wagen: Noch im Oktober 2010 werden 126 U-Bahnwagen (21 Züge) bestellt statt der ursprünglich geplanten 84 Wagen (14 Züge). Kostenpunkt: 115 Millionen Euro, wobei MVG-Chef König auf Zuschüsse des Freistaats hofft. Ende 2018 wird der Wagenpark der U-Bahn rund 19 Prozent mehr Platz bieten.

Tram-Netz: Nach dem Start der Linie nach St. Emmeram wird das ganze Tramnetz 2012 teilweise neu gestaltet. Betroffen: die Linien 16, 17, 18 und 27. Die Linien 15/25 und 27 verkehren öfter als bisher, die Linie 16 fährt an allen Tagen von 5 bis 1 Uhr. Die 17er wird ganz, die 19er überwiegend mit Großraumzügen (27 Prozent mehr Platz) bedient. Die neue Linie 22 soll die 20er und 21er zur Hochschule an der Lothstraße verstärken (Voraussetzung: Wendeschleife). Bis 2013 soll die 19er bis Pasing verlängert sein, die Westtangente (Romanplatz-Aidenbachstraße) könnte 2017 starten.

Tram-Fuhrpark: 2011 werden zehn Variobahn-Züge ausgeliefert. Dann verfügt die MVG über 102 Züge.

Bus: Die Beschleunigung soll bis 2015 auf fünf weitere Buslinien ausgeweitet werden. Das Angebot wird der Nachfrage angepasst.

BW.

Gartentram: leise und oben ohne

Weitere Tram-Außenäste hält Herbert König nicht für vorrangig nötig und auch nicht für durchsetzbar. Eine bestimmte innerstädtische Verbindung aber fehlt sowohl dem MVG-Chef als auch dem Oberbürgermeister: die Linie von Bogenhausen nach Schwabing durch den Englischen Garten. Sobald sich die batteriebetriebene Variotram im Ernstfall bewährt hat – geliefert wird der erste Zug in einigen Wochen –, wird die Stadt das Projekt erneut beantragen. Im Oktober 2007 war man vor dem Verwaltungsgerichtshof gescheitert – hauptsächlich wegen der Oberleitungen auf dem 900 Meter langen Abschnitt durch den Park.

OB Ude appelliert an Tram-Gegner, „die einst die 17er abgeschafft und später nicht an den Erfolg der 23er in die Parkstadt Schwabing geglaubt haben“, nicht erneut eine Widerstand zu leisten. „Es wird keine Pfosten geben, keine Oberleitung, keine Baumbeschneidungen“ schwärmte er. „Statt einer Asphaltstraße hätten wir ein Rasengleis, und leiser als der Bus fährt die Akku-Tram auch!“

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