Was die MVG plant

U-Bahnhof Sendlinger Tor: Jetzt kommt Farbe rein!

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Auch im  U1/2-Geschoss läuft der Bodenbelag an der Wand hoch

München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft packt den Pinsel aus: Wenn der wichtigste U-Bahnhof am Sendlinger Tor umgebaut wird, sollen zumindest die Farben der Geschosse erhalten bleiben – aber viel heller und freundlicher strahlen.

Am Bahnsteig der U1/2 leuchtet es umso gelber und an U3/U6 umso blauer. Für diesen Entwurf der Planungsgemeinschaft Raupach + Bohn zusammen mit dem Lichtkonzept des Büros Ingo Maurer – beide aus München – hat sich das Preisgericht entschieden.

Das Herz der Münchner U-Bahn krankt mittlerweile: Mehr als 40 Jahre ist der Bahnhof am Sendlinger Tor alt, Schmelzwasser hat sich wie an Hauptbahnhof und Marienplatz durch den Beton gefressen. Dabei droht den Schlagadern der Infarkt: Auf den fünf U-Bahn-Linien fahren täglich 1350 Züge ab, dazu kommen an der Oberfläche vier Tramlinien und eine Buslinie. 145 000 eilige Münchner betreten die Bahnsteige Tag für Tag – und steigen sich oft genug gegenseitig auf die Füße. Darum startet 2015 oder 2016 eine große Operation: Die U1/2 bekommt einen Bypass, wie die MVG selbst eine neue Verbindung der Bahnsteige nennt. Zwischen den Ebenen gibt es neue Rolltreppen, alte werden gedreht, um den Passagierfluss zu entzerren. Dazu kommen zwei neue Ausgänge.

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Der Bahnhof soll nicht nur besser, sondern auch schöner werden: Der Sieger-Entwurf konnte sich gegen zehn andere durchsetzen. Die Jury-Vorsitzende und Architektur-Professorin Hannelore Deubzer lobte die Verbindung von Alt und Neu: „Das dominierende Blau und Gelb wird auch die neue Farbgebung bestimmen, aber nicht mehr nur als Wandverkleidung, sondern als kraftvoll inszenierte Raumidee. Die Verschachtelung der Geschosse wird mühelos entflochten.“ Das Zwischengeschoss bekommt eine matte, schwarze Decke, dafür strahlen Boden, Wände und Leuchten umso heller. Über das Material wurde noch nicht entschieden – MVG-Chef Herbert König sieht noch Klärungsbedarf.

DAC

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