Finanzierung aber noch nicht geklärt

U6-Verlängerung darf gebaut werden

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München - Die Verlängerung der U6 nach Martinsried darf gebaut werden. Seit Dienstag liegt die Genehmigung vor. Die Finanzierung ist aber immer noch nicht geklärt.

Mitte Juli nahm der Minister den Mund ein bisserl voll. Beim Wahlkampf-Auftakt der Würmtal-FDP berichtete Martin Zeil gut gelaunt vom großen Durchbruch. Noch vor der Landtagswahl, sagte er dem Würmtal-Merkur, werde man sich politisch über die U-Bahn nach Martinsried einigen. Die Frage, wer welche Lasten trage, sei bereits geklärt. Das war offenbar ein wenig zu optimistisch: Den Abschluss der Verträge durfte der Minister nicht mehr vermelden.

Zeil kommt aus Gauting und galt als Freund des Projekts. Wer in der neuen Staatsregierung für Verkehr zuständig sein wird, ist unklar. Und so war diese Meldung vom Dienstag zwar ein Fortschritt, aber nicht der Durchbruch: Die Regierung von Oberbayern hat die 70 Millionen Euro schwere U-Bahn-Verlängerung von Großhadern auf den Campus Martinsried genehmigt. Wer später den Unterhalt finanziert? Diese Frage ist offen.

Normalerweise ist die Sache klar. Weite Strecken des U-Bahn-Netzes verlaufen innerhalb der Stadtgrenzen. Es zahlt: die Landeshauptstadt. In Garching war die dortige Gemeinde der Bauherr. So hatten es zunächst auch die Planegger geplant , auf deren Markung der Campus Martinsried liegt. Doch 2012 entschied der Gemeinderat, nicht alleine bauen zu wollen. Seitdem wird mit dem Freistaat, dem Landkreis München und der Landeshauptstadt verhandelt. Mittlerweile zeichnet sich die Gründung einer Gesellschaft ab, an der alle vier beteiligt wären. Bei den Kosten geht es vor allem um die Frage, wer den Unterhalt und spätere Sanierungen auf der Strecke und in der neuen Station zu tragen hat. Die 70 Millionen Euro Investition, so viel ist klar, werden weitgehend vom Freistaat zugeschossen. Die Stadt München wird wohl auch später nicht tief in die Tasche greifen, die Verhandlungen über die Kosten laufen zwischen der Gemeinde Planegg, dem Landkreis München und dem Freistaat.

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Aber wer ist dort künftig der Ansprechpartner? Was macht die Staatsregierung, bald wieder alleine in schwarzer Hand? Unklar ist nicht nur, wer Zeils Nachfolger als Wirtschaftsminister wird - als Favoritin gilt Ilse Aigner -; denkbar ist, dass die Verkehrspolitik künftig gar nicht mehr zum Wirtschaftsministerium dazugehört.

Gestern nun genehmigte die Regierung von Oberbayern die gut 1000 Meter lange Trasse vom Klinikum Großhadern aus. Die Einwände einer Bürgerinitiative wurden allesamt abgewiesen. Die Regierung verweist darauf, dass die Gemeinde Planegg ihren Antrag um eine P&R-Anlage mit 81 Stellplätzen ergänzt habe. Anwohner hatten befürchtet, dass U-Bahn-Fahrgäste in ihrem Wohngebiet parken könnten.

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Die Parkplätze könnten aber zu wenig sein, fürchtet etwa Münchens CSU-OB-Kandidat Josef Schmid. „Die Stadt-Umland-Beziehung im Münchner Süd-Westen erhält eine attraktive ÖPNV-Verbindung“, sagte er am Dienstag, „die jedoch noch attraktiver wäre, wenn mehr als die 81 P&R-Plätze entstehen würden.“ Er glaubt, dass viele Pendler, die bereits heute in Großhadern vom Auto in die U-Bahn umsteigen, aus Parkplatzmangel weiter dorthin fahren werden, so dass keine Entlastung der Parkplatzsituation entstehe.

In Martinsried baut die Ludwig-Maximilians-Universität derzeit ihren Standort aus. In den Fakultäten für Biologie, Pharmazie und Chemie studieren aktuell 1800 Studenten. Bis 2015 entsteht das „Biomedizinische Zentrum“ mit 2000 weiteren Studenten. Die sollen möglichst bald mit der U-Bahn durchfahren können. Minister Zeil ließ am Dienstag mitteilen, er hoffe „nun auf die zügige Umsetzung des Vorhabens“.

Von Felix Müller und Ulrich Lobinger

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