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Klo-Streit bei der U-Bahn: Mehrere WCs in München geschlossen – Kunden mit „zahlreichen Beschwerden“

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Von: Helena Grillenberger

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Toilettenanlage im Hauptbahnhof München.
Immer mehr Bahnhofstoiletten werden modernisiert. © imago/stock&people/Symbolbild

Immer mehr Toiletten an Münchener U-Bahnhöfen werden modernisiert. Deshalb sind neun WC-Anlagen im Augenblick geschlossen. Kunden beschweren sich.

München – Wenn man sie braucht, sind sie außer Betrieb oder in desolatem Zustand: die Toiletten an den Münchner U-Bahnhöfen. Stefan Hofmeir, Sprecher des Fahrgastverbands Aktion Münchner Fahrgäste, spricht gegenüber der AZ von „zahlreichen Beschwerden“. Zum Teil fühlten sich Kunden dort sogar unsicher.

Die Stadtwerke München setzen deshalb seit einiger Zeit auf Bezahltoiletten in vielen U-Bahnhöfen: modern und sauber. Momentan sind aber viele andere WCs geschlossen. Diesen Ausfall können die Stadtwerke aber begründen: Auf Anfrage der AZ erklären sie, dass die Klos an den Bahnhöfen Feldmoching, Trudering, Messestadt Ost, Milbertshofen, Klinikum Großhadern, Hasenbergl, Mangfallplatz, Josephsplatz und Westfriedhof momentan modernisiert werden.

Modernisierte Toiletten in Münchner U-Bahnhöfen: 60 Cent Nutzungsgebühr

Die Nutzung wird danach allerdings nicht mehr kostenlos sein. Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig auf diese Örtlichkeiten angewiesen sind, ist das ärgerlich. Dennoch: Mit vielen Klagen rechnen die Stadtwerke laut AZ nicht. Eine Nutzungsgebühr von 60 Cent werde demnach „gerne angenommen, wenn man im Gegenzug eine hygienisch-reine WC-Anlage vorfindet.“

Dem stimmt auch Hofmeir zu. Verschmutzte Toiletten mag niemand, gegen die Privatisierung wolle er daher nichts sagen.

U-Bahn München: Immer mehr „Toiletten für alle“

Für Menschen mit Behinderung sind die U-Bahn-Toiletten oft besonders wichtig. Jedes Mal 60 Cent zahlen zu müssen, könnte hier schnell zur zusätzlichen Belastung werden. Doch auch der Behindertenbeauftragte der Stadt München, Oswald Utz, lobt gegenüber der AZ den Fortschritt: Demnach gebe es immer mehr „Toiletten für alle“. Gut ausgestattet, zum Beispiel mit Hebehilfen, sollen sie auch für Menschen mit komplexen Behinderungen leicht nutzbar sein.

Die Behinderten-WCs sind außerdem demnach nur noch mit einem besonderen Schlüssel zugänglich, der an alle Berechtigten ausgegeben wird. Damit habe sich die Situation bereits deutlich gebessert. Die Toiletten seien auch deutlich sauberer. Es habe ein Sinneswandel in München stattgefunden, lobt Utz. (hgr)

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