OB Ude: Keine Chance für die Schwabinger 7

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OB Christian Ude (SPD) sieht keine Chance für die Kultkneipe "Schwabinger 7".

München - Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) trauert der Kultkneipe "Schwabinger 7" nicht nach. Die Stadt, so der Rathauschef, habe überhaupt keine Handhabe gegen den Neubau.

OB Christian Ude (SPD) ist vom Städtetag in Berlin zurückgekehrt – und er spricht über die Schwabinger 7. Aber was er sagt, dürfte das endgültige Aus für die Kultkneipe bedeuten. Das Oberhaupt der Stadtverwaltung sieht keine Chance für die „Sieben“, er trauert der Baracke auch nicht nach – und rüffelt den grünen Koalitionspartner, der den Abriss verhindern will.

Und das pünktlich zur neuen Demonstration: Am Freitag ab 18 Uhr wollen die Freunde der Kneipe und Künstler wie Konstantin Wecker von der Uni zur Münchner Freiheit marschieren. Ein Trauermarsch zum letzten Bier?

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„Ich verstehe voll, dass man an solchen Institutionen hängt“, sagt der OB der tz. „Aber dass man die Schwabinger 7 gleich zum Kulturinstitut erhebt, überrascht mich.“ In den 70er- Jahren hätten die Nachbarn solche Bauten als „Inbegriff der unvorteilhaften Veränderung“ Schwabings bekämpft. „Das haben alle vergessen.“

Und selbst, wenn man die Schwabinger 7 unbedingt erhalten wollte: Im Stadtrat seien sich alle einig, dass es überhaupt keine Handhabe gegen den Neubau gebe, sagte Ude. Der Investor Hamburgische Immobilien Handlung hat das Grundstück in der Feilitzschstraße an der Münchner Freiheit gekauft und plant dort 35 neue Luxus-Wohnungen.

„Da bestehen rechtlich nullkommanull Möglichkeiten“, sagte Ude. Das Baurecht bestehe dort seit Jahrzehnten – und zwar das der Umgebung. Will heißen: Wenn ein Haus sich baulich in die Nachbarschaft einfügt, muss die Stadt das Vorhaben genehmigen.

Stadtbaurätin Elisabeth Merk bestätigt: „Das muss man ganz nüchtern als Frage des Eigentumsrechts sehen.“ Sollte die Verwaltung gegen den Neubau vorgehen, sieht die Chefin des Planungsreferats Prozesse auf die Stadt zurollen – aussichtslose Prozesse. „Da muss man nicht erst den Helden spielen“, sagt Merk der tz.

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OB Ude sieht nur einen Ausweg – von dem er freilich abrät. Aus Steuergeld müsste man einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen, „um 35 Wohnungen zu verhindern“, wie der OB feststellt. „Und das in einem Stadtviertel des Wohnungsmangels.“

Diese Situation werde die Anfrage der Grünen belegen. Auf den kleinen Koalitionspartner sind die Roten derzeit nicht gut zu sprechen. Ude nennt keine Namen. Er hält es aber für „seltsam und befremdlich“, wenn „manche“ den Eindruck erwecken, die Stadt könne noch etwas für die Schwabinger 7 tun.

David Costanzo

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