Ude-Nachfolge: Reiter oder Reiterin

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Brigitte Meier ist in Niederbayern mit Pferden aufgewachsen – ihr Großvater fuhr mit einem Zweispänner Milch aus.

München - Ende des Jahres will OB Christian Ude in der Frage seiner Nachfolge „Ross und Reiter“ nennen: Vielleicht ein ernstgemeintes Wortspiel, vielleicht aber auch nicht ...

 Das verstand bisher jeder als recht unverhohlenen Hinweis darauf, dass Ude Wirtschaftsreferent Dieter Reiter als SPD-Kandidaten 2014 bevorzugt. Wahrscheinlich ist das Wortspiel auch so gemeint. Aber könnte das anstehende Hindernis-Rennen der immer noch vier potenziellen Kandidaten nicht auch mit der Kür einer Reiterin enden? Hobbyreiterin und Sozialreferentin Brigitte Meier ist für viele in der Münchner SPD die geeignete Kandidatin.

Brigitte Meier

Am Sonntag besuchte die 46-Jährige wieder ihr 24-jähriges Pferd Hotschi. Hotschi steht vor den Toren Münchens in Straßlach. Dort wo Dieter Reiter (noch) wohnt. Der 52-Jährige hat durch seinen öffentlich bekanntes Bekenntnis – „Ja, ich will kandidieren und OB werden“ Kritik in Teilen der Partei geerntet. Vorsitzender Hans-Ulrich Pfaffmann versuchte umgehend, dem vorpreschenden Bewerber, aber auch dem restlichen Aspirantenfeld Zügel anzulegen. Auch Pfaffmann sieht sich als möglichen Kandidaten.

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Brigitte Meier hielt sich bisher im Hintergrund. Als erfahrene Wahlkampforganisatorin (seit 1993) hätte auch sie ein langsameres Antraben vorgezogen. Seit Herbst 2010 aber rollt die Kandidatenfrage unaufhaltsam – und Meier schlägt vor, das zugunsten der SPD zu nutzen. Alle Bewerber hätten Ämter in Schlüsselpositionen: „Wir können die breite Kompetenz der SPD zeigen – ohne gegeneinander zu kämpfen“: Alexander Reissl als Chef der Rathausfraktion, der die Position der SPD im rot-grünen Bündnis betont, Reiter in Wirtschaftsfragen, sie selbst als Sozialpolitikerin – und SPD-Boss Pfaffmann Bewerber und Moderator des Verfahrens. Brigitte Meier, Chefin von 3500 Mitarbeitern, traut sich das Amt des OB zu.

Sie findet es gut, „dass Kandidat oder Kandidatin nicht durch Handauflegen im Hinterzimmer gefunden wird, sondern in einem offenen, demokratischen Prozess.“ Egal, wer am Ende antritt: „Wichtig ist, dass wir gewinnen.“

B. Wimmer

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