Ermittler beschlagnahmen Handys

Prügel-Vorfall: Ude fordert Entschuldigung

München - OB Christian Ude (SPD) hat sich zu den Diskussionen nach dem Prügel-Vorfall in der Polizeiinspektion in der Au geäußert und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) scharf kritisiert.

Jetzt hat sich auch OB Christian Ude (SPD) in die Diskussion um den Faustschlag-Vorfall in der Polizeiinspektion 21 eingeschaltet: Auf seiner Facebook-Seite kritisiert Ude Innenminister Joachim Herrmann (CSU) scharf. Dieser hatte in einer Landtagsdebatte Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass bei Prügel-Opfer Teresa Z. (23) angeblich vor Monaten eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung angeordnet worden war.

Das Opfer dürfe „nicht regierungsamtlich angeschwärzt werden“, schreibt der Oberbürgermeister deshalb. „Wenn auf einer Polizeistation einer gefesselten Frau das Nasenbein gebrochen wird, dann wäre meines Erachtens vom Dienstherren ein Wort des Bedauerns und der Entschuldigung angebracht.“

Es sei „in Ordnung, wenn zu Gunsten des betroffenen Polizisten bis zur Klärung durch objektive Ermittlungen auf die Unschuldsvermutung hingewiesen“ werde, erklärt Ude. Sie müsse selbstverständlich auch für Polizisten gelten. Der OB weiter: „Aber bei Gewalttaten doch bitteschön nicht nur für den Tatverdächtigen, sondern erst recht für das Opfer.“

Das Opfer: Teresa Z. wurde nach ihrer Festnahme auf der Polizeidienststelle in der Au verletzt.

Während die Politik sich streitet, laufen die Ermittlungen zum umstrittenen Faustschlag auf Hochtouren weiter. Nach tz-Informationen hat das Amtsgericht München inzwischen Beschlüsse zur Beschlagnahmung der Privat-Handys der beteiligten Polizisten erlassen. Hintergrund: Teresa Z. hatte ausgesagt, dass sie, während sie in der Haftzelle von mehreren Polizisten auf der Pritsche fixiert wurde, ein Dauer-Blitzlicht wahrgenommen habe. Sie äußerte den Verdacht, dass in der Zelle mit einem Handy gefilmt worden war. Obwohl Münchens Polizeivizepräsident Robert Kopp eine Erklärung für das grelle Licht hatte („Eine Taschenlampe“), wurden die Beschlüsse am 8. Februar erlassen. Vier Tage nach dem tz-Bericht, in dem Teresa Z. ihre Vermutung über Videoaufnahmen äußerte. Und zwei Wochen nach ihrer Strafanzeige gegen den aus Sachsen stammenden Polizisten (33) wegen Körperverletzung im Amt.

Die beteiligten Beamten der Polizeiinspektion 21 hatten zunächst die Möglichkeit, ihre Mobiltelefone freiwillig abzugeben. Ob dies geschehen ist, war nicht zu erfahren. „Wir geben zu laufenden Ermittlungen keine Auskunft“, sagte Staatsanwalt Peter Preuß.

JAM

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