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Udo-Jürgens-Sohn: Bau-Zoff in Kirchtrudering

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Hayah und John Jürgens wollen auf diesem Grundstück ein Haus bauen. Nachbar Christoph Kaesbohrer hat etwas dagegen.

München - Grün, idyllisch und ruhig – in Kirchtrudering ist die Welt noch in Ordnung. Also in fast ganz Kirchtrudering. John Jürgens, Sohn von Udo Jürgens, hat Streit mit einem Nachbarn.

In einer Ecke aber ziehen dunkle Wolken auf. Nämlich über dem Grundstück, das John Jürgens (47) – bekannter DJ und Sohn von Udo Jürgens – gekauft hat, um mit Frau und drei Kindern ein Haus zu bauen. Schon bevor ein Stein steht, ist ein riesiger Nachbarschafts-Zoff entbrannt, der die Justiz beschäftigt. Jüngster Streitpunkt: eine Baumwurzel.

„Herr Jürgens hat mit seinem Aushub meine Bäume beschädigt“, sagt Nachbar Christoph Kaesboher (58). Wutentbrannt rannte er damit zur Unteren Naturschutzbehörde und knallte das Holz auf einen Schreibtisch. John Jürgens’ Ehefrau Hayah hält ein Gutachten derselben Behörde ­dagegen: „Der Abstand zwischen dieser Wurzel und dem Stamm betrifft demnach mindestens zehn Meter – die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes ist nicht beeinträchtigt.“

Die über 25 Jahre alte Eiche und zwei Eschen in Kaesbohrers Garten sind nicht das einzige ­Problem, das der alteingesessene Kirchtruderinger hat. Im Sommer hat er 230 Unterschriften gegen den Bau des modernen Flachdach-Gebäudes gesammelt.

Er führt darin auf, „dass der dörfliche Charakter Kirchtruderings zerstört wird, dass die Bebauung weiter ­verdichtet wird“; auch von einer „erdrückenden Wirkung“ ist die Rede. Kaesbohrer fühlt sich „eingekesselt“, bald werde er „nur noch Schatten“ haben. Auch das geplante Büro von Hayah Jürgens für ihre Arbeit in der Künstleragentur ist ihm ein Dorn im Auge: „Hier im reinen Wohngebiet dürfen keine mischgewerblichen Bauten stehen.“

Der Nachbar versteht nicht, „dass die Baugenehmigung überhaupt erteilt wurde“. Er klagt dagegen vor Gericht und sagt: „Das riecht alles nach Promi-Bonus. Vielleicht hat ja der Vater die Finger im Spiel.“

Hier trifft der Nachbar einen empfindlichen Punkt beim Star-Filius. Denn dieser hat sich zeitlebens bemüht, als Schauspieler, DJ und Musikberater aus dem Schatten des Vaters zu treten. „Das ist alles eine Riesen-Schikane!“, klagt Jürgens Ehefrau Hayah. „Wir tun doch nichts Unrechtes. Wir haben eine rechtmäßige Baugenehmigung. Und wir wollen niemandem etwas Böses.“

Sie verteidigt sich: In ihrem Büro gäbe es nicht mal Parteienverkehr. „Aber ob das Gewerbe ist, wird das Gericht ja klären.“ Hayah Jürgens ist sauer über die Unterschriftenaktion. „Wir wollen zurückgezogen wohnen – er aber nennt Anwohnern unseren Namen und ist gar nicht medienscheu…“

Auch wegen Kaesbohrer habe man den Baustart auf Eis gelegt. „Ich frage mich ja, ob Herr Kaesbohrer sich nicht einfach in seinen wirtschaftlichen Interssen gefährdet sieht – er vermietet sein Haus und seinen Garten nämlich immer für Filmproduktionen …“ Der Wurzelstreit hat für das Ehepaar Jürgens das Fass zum Überlaufen gebracht. „Da Herr Kaesbohrer ständig unerlaubt auf unser Grundstück geht, haben wir ein Betretungsverbot erwirkt.“ Ruhe wird dort wohl vorerst nicht einkehren. 

N. Bautz

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