Ü30: So geht's auf den Partys zu

München - Ü30-Partys brummen - schon vor sieben Jahren hat sich Klaus Wagner darauf spezialisiert, solche Events in die Provinz zu bringen. Der Organisator und sein DJ erklären die Feiern der "Alters-Elite".

Klar, es gibt diese Vorurteile über die reifere Partygänger-Fraktion jenseits der 30, im Branchen-Jargon kurz „Ü30“ genannt. Verächtlich nennen juvenile Party-Kollegen die Feiern für diese Generation „Gammelfleisch“, „Hin & Mit“, „Restverwertung.“

Für andere ist das Klientel allerdings die Alters-Elite, auch für Klaus Wagner (49), der sich vor rund sieben Jahren darauf spezialisierte, „Ü30“-Feten zu veranstalten. Nur „Out of München“, in Erding, Neusäß bei Augsburg und in Ebbs bei Kufstein. Mit drei 7,5 Tonnern im Schlepptau bringt Wagner die Party in die Provinz.

Die schönsten Partyfotos vom vergangenen Wochenende

Die schönsten Partyfotos vom Wochenende

Wenn sonst die juvenilen Nachtschwärmer erst nach Mitternacht in Clubs gehen, steht bei Wagner die Kundschaft bereits um 20 Uhr auf der Matte. Alex Wangler, der unter tags bei der Rockantenne moderiert, ist der „Resident DJ“ auf Wagners Ü30-Veranstaltungen, auf jeder Party mit dabei. Auch wenn der Musikgeschmack von Fete zu Fete variiert, ist sein Programm klar strukturiert: „Ich beginne erst mal mit Disco-Fox, danach geht’s zu aktuellen Charts und Summer-Feeling-Musik über, und zu später Stunde spiele ich Musik aus den 80ern, 90ern und auch mal Oldies.“ Wangler ist nur einer von gut drei Dutzend Mitarbeitern, die Wagner fast Woche für Woche auf Tour schickt.

Letztes Wochenende machte Wagner die sonst recht nüchterne Stadthalle in Erding zu einer Party-Location, der Andrang war gewaltig. Es herrscht an diesem Abend schwerer Damen-Überschuss. „Das ist immer so, dass wir einen Frauenanteil von mindestens 60 Prozent haben“, so Wagner, „wenn Fußball-Übertragungen laufen, sind es noch viel mehr.“ Damit die bei den Herren ungeteilte Aufmerksam erhalten, hat Wagner seine Türsteher angewiesen, mittels Ausweiskontrolle sicher zu stellen, dass kein jüngeres Party-Gemüse für Ablenkung sorgt. 22.30 Uhr, Wangler macht eine kleine Durchsage, die ein oder anderen Gäste bewegen sich auf der Tanzfläche noch etwas unbeholfen, es ist bei vielen sichtlich lange her, dass sie sich auf einem Dancefloor präsentieren wollten – oder mussten. „Bei den 30 bis 40-Jährigen wird doch fast jede zweite Ehe geschieden, dann müssen die Leute wieder raus, um jemand kennen zu lernen.“ Ü30-Partys sind dafür wie geschaffen, Wagner weiß das. „Wir hatten erst kürzlich bei uns eine Hochzeit eines Paares, die sich auch bei uns kennen gelernt haben.“

Auch in Erding scheint es diesbezüglich gut zu laufen. Kurz nach zwei Uhr liegen sich die Gäste in den Armen, Wangler spielt einen Schieber. Wenig später ist Schluss. Um drei Uhr morgens geht das Licht an. Bis zur nächsten Party.

(Infos zu der Ü30-Reihe von Klaus Wagner gibt’s unter www.wv-ro.de)

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