Nicht nur Hund Orlando sollte GEZ-Gebühren zahlen

Über diese Geschichten lacht die ganze Stadt

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Orlando mit seinem Herrchen Jörg.

München - Ein Hund soll GEZ-Gebühren zahlen? Über den Brief der Gebühreneinzugszentrale an das Herrchen von Orlando (tz berichtete) schüttelte gestern ganz München den Kopf. Lesen Sie hier weitere GEZ-Patzer.

Für einen Tag durfte sich der süße Golden Retriever Orlando ganz wie ein Mensch fühlen. Der Postmann hatte nämlich zum ersten Mal einen Brief für ihn dabei. Als sein Herrchen die Post für ihn öffnete, staunten beide nicht schlecht: Die Gebühreneinzugszentrale, besser bekannt als GEZ, teilte dem ahnungslosen Vierbeiner mit, er solle seine Rundfunk­geräte ordentlich anmelden. Wie die tz berichtete, kann Orlando aber aufatmen: Er wurde ohne bürokratische Umstände aus der GEZ-Datenbank entfernt und muss nicht zahlen.

Meist sind die Gebührenforderungen natürlich berechtigt, manchmal kommt es aber, wie im Fall Orlando, zu haarsträubend komischen Briefwechseln. Bei 40 Millionen Zahlern kann schon mal die eine oder andere skurrile Panne passieren. Die GEZ hat sich im Lauf der Jahre schon einiges geleistet. Die kuriosesten Fälle lesen sie in der tz:

- Immer wieder tauchen auch längst verstorbene Menschen in der Datenbank der GEZ auf. Der weltberühmte Mathematiker Adam Riese hätte wohl nicht damit gerechnet, 450 Jahre nach seinem Tod noch einmal Post zu erhalten. In dem Brief befand sich aber keine Beileidsbekundung, sondern die Aufforderung, doch endlich Rundfunkgebühren zu zahlen. Per Telefon überzeugte schließlich die Chefin des Adam-Riese-Museums die GEZ davon, dem Rechenmeister seine Ruhe zu lassen.

- In ihrem Übereifer machen die Gebühreneintreiber der GEZ nicht einmal vor Heiligen halt. Die Heilige Walburga erhielt ein bedrohliches Mahnschreiben zur Zahlung von 1000 Euro. Dabei hatte sie zu ihren Lebzeiten im achten Jahrhundert garantiert nie einen Fernseher oder ein Radio zu Gesicht bekommen. Schmunzelnd schlug der Pfarrer der Kirche, an die der Brief adressiert war, vor: Man könne ja einen Opferstock vor die Statue der Heiligen Walburga stellen, um zu verhindern, dass die Schutzpatronin ins Gefängnis müsse. Ob die GEZ auf diesen Vorschlag einging, ist nicht bekannt.

- Der Filialleiter eines deutschen Discounters traute seinen Augen kaum. Er sollte für die TV- und Radiogeräte im Sortiment Gebühren zahlen. Und das, obwohl die Geräte originalverpackt im Geschäftsraum lagen und nur darauf warteten, gekauft zu werden. Eine Nutzung der Fernseher sei laut GEZ technisch ohne weiteres möglich, deshalb müsse gezahlt werden. Das Oberverwaltungsgericht in Rheinland-Pfalz schob der Abzocke letztlich einen Riegel vor: Originalverpackt zum Kauf angebotene Rundfunkgeräte sind nicht gebührenpflichtig.

- Nicht nur Hunde bekommen Post von der GEZ. Dem Herrchen von Kater Pan flatterte ein Jahr nach dem Tod des süßen Tierchens ein GEZ-Mahnschreiben ins Haus. Darin wurde der Kater aufgefordert, seine Rundfunkgeräte umgehend anzumelden. Das Herrchen kann darüber nur den Kopf schütteln: Der kleine Pan war nicht nur eine Katze und tot, sondern dazu auch noch blind gewesen – er konnte also nicht einmal beim besten Willen fernsehen.

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