Über Ostern wird München zur Baustelle - ein Überblick 

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Ausfahrt Lerchenauer Straße: Die Versorgungskabel wurden wegen der anstehenden Sanierung der Brücke über den Ring mit Hilfe eines Gerüsts über der Straße verlegt.

München - Auf Münchens Straßen wird in den Osterferien gebaggert und gebaut wie seit Jahren nicht mehr. Ein gutes Dutzend Baustellen mit erhöhtem Stau-Potenzial wurde in die Ferienzeit gelegt. Ein Überblick:

Um rund zehn Prozent, so schätzt Baustellen-Koordinator Richard Bartl, sinkt das Verkehrsaufkommen auf Münchens Straßen während der Ferien. Doch im chronisch überlasteten Straßennetz der Stadt ist selbst das ein Lichtblick, der hoffen lässt, dass der unvermeidliche Stau an den Baustellen erträglich bleibt.

Dass heuer besonders viele Maßnahmen in die Ferienzeit vom 18. bis 30. April gepackt wurden, liege am späten Ostertermin, erläutert Bartl. „Das Wetter ist gut, und die Bauindustrie voll einsatzfähig.“ Das sei Voraussetzung, um viele Maßnahmen parallel und zügig über die Bühne zu bringen. Einige größere Baustellen werden jedoch über die zwei Ferienwochen hinausreichen.

Schleißheimer/Hohenzollernstraße (Schwabing-West):

Kreuzung am Nordbad: Tramgleise müssen ausgewechselt werden. Die Schleißheimer Straße ist deshalb ab heute bis Mitte Mai auf einem Teilstück gesperrt.

Bereits heute wird die vielbefahrene Kreuzung am Nordbad zur Großbaustelle: Weil Tramgleise ausgewechselt werden, ist die Schleißheimer Straße bis Mitte Mai zwischen Elisabeth- und Mitterwieserstraße in beide Richtungen gesperrt. Die Umleitung über Elisabeth-, Schwere-Reiter- und Ackermannstraße fordert Geduld. Die Hohenzollernstraße ist in Fahrtrichtung Ost gesperrt, Umleitung über Elisabethstraße. Auf der Tramlinie 12 verkehren zwischen Leonrodplatz und Kurfürstenplatz Ersatzbusse.

Leopoldstraße – Ingolstädter Straße:

(Schwabing-Nord/Milbertshofen): Auch hier wird ab heute gebaut. Bis 5. Mai ist zwischen Mittlerem Ring und Domagkstraße mit Behinderungen zu rechnen.

Landsberger Straße – Bodenseestraße:

Gleich fünf Baustellen reihen sich an der Haupteinfallstraße aus Richtung Westen, über die täglich fast 40 000 Autos rollen. Bereits heute wird zwischen Offenbachstraße und Am Knie sowie an der Donnersbergerbrücke gebaut. Ab 18. April kommen Arbeiten in Höhe Lortzingstraße, Bäckerstraße und Willibaldstraße hinzu. Überall werden Fahrspuren dem Baufortschritt folgend verschwenkt oder reduziert – teilweise bis in den Sommer hinein. Ohne Stau wird das nicht abgehen.

Fürstenrieder Straße (Laim):

Zwei Baustellen behindern den Verkehr vom 18. April bis Anfang/Mitte Mai: Die Brücke über die A 96 wird saniert – teils sogar in Nachtarbeit. Nach Norden zu bis zur Agnes-Bernauer-Straße sind Reparaturen besonderer Art fällig: „An den Bushaltestellen sind sehr tiefe Spurrillen entstanden“, berichtet Bartl. Ursache sind die Linienbusse, die hier schnell ankommen und stark abbremsen. Dabei trifft den Asphalt mehr Energie, als er verträgt. „Jetzt wird anderes Material eingebaut“, sagt Bartl.

Lerchenauer Straße – Petuelring (Milbertshofen):

Die Oberfläche des Brückenbauwerks über den Mittleren Ring wird saniert. Von 26. April bis Ende Oktober dauert die Maßnahme, die Fahrspuren werden immer wieder anders verschwenkt.

Agnes-Bernauer-Straße (Pasing):

Zwischen Willibaldplatz und Am Knie werden von 18. April bis Ende Juli die Tramgleise erneuert. Der Verkehr ist beeinträchtigt, auf der Tramlinie 19 fahren zwischen Pasing Marienplatz und Willibaldplatz Ersatzbusse.

Altostraße (Aubing):

Totalsperrung zwischen Grabenfleck- und Federseestraße während der Ferien. Umleitung über Bergsonstraße, An der Langwieder Haide und Lochhausener Straße.

Hachinger-Bach-Straße/Michaeliburgstraße (Berg am Laim):

Obwohl hier nur wenig Verkehr fließt, hat das Baureferat die anstehende Fahrbahnsanierung in die Osterferien verlegt. Der Grund: Hier gibt es einen Kindergarten und ein Gymnasium.

Umleitungs-Empfehlungen will Bartl nicht geben. Je nach Fahrtziel müsse jeder individuell entscheiden, welche der oft ebenfalls stark befahrenen Alternativen für ihn die günstigste sei. Bei länger andauernden Störungen wie entlang der Landsberger Straße lohne es sich für Pendler durchaus, mehrere mögliche Ausweichrouten auszuprobieren. Zudem, so der Baustellenkoordinator, „gibt es nicht nur das Auto“. Mit U-, S- oder Trambahn könne man an manchem Stau bequem vorbeifahren.

Von Peter T. Schmidt

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