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Die Löwen zieht’s ins „riffraff“: Der TSV 1860 will die Giesinger Kultkneipe übernehmen

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Von: Carmen Ick-Dietl

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Die Bar „riffraff“ in Giesing ist ein beliebter Treffpunkt–hier ein Mieterstammtisch in den Gasträumen.
Die Bar „riffraff“ in Giesing ist ein beliebter Treffpunkt–hier ein Mieterstammtisch in den Gasträumen. © Oliver Bodmer

Die Giesinger Kneipe „riffraff“ könnte bald an die Münchner Löwen übergehen und als Vereinsmuseum, Treff und Sportangebote genutzt werden.

München – Der TSV 1860 möchte das Lokal „riffraff“ in der Tegernseer Landstraße übernehmen. Der Verein hat dem Bezirksausschuss Obergiesing (BA) jetzt ein Konzept vorgestellt, wie er die Räume nutzen möchte.

Man habe erfahren, dass der Vertrag des aktuellen Pächters ende und die Lokalität wohl neu vergeben werde, so das TSV-Präsidium in einem Brief an die Stadtteilpolitiker. „Der Verein hat großes Interesse, neuer Pächter der Immobilie zu werden und diese im Sinne des Vereins und des Viertels für verschiedene Zwecke zu nutzen.“

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Aktueller Pacht-Vertrag läuft dieses Jahr aus

Der derzeitige Pächter Florian Falterer bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass sein Vertrag fürs „riffraff“ im Oktober ausläuft und es keine Verlängerung geben werde. Wie viele Gastronomen hat auch Falterer, der am Kronepark am Nockherberg noch das „Crönlein“ betreibt, Probleme mit dem Personal. „Die Situation ist dramatisch.“ So hat ihn sein Betriebsleiter im „riffraff“ während Corona verlassen. „Allein zwei Läden zu schmeißen, da geht mir die Puste aus.“ Da das „riffraff“ in unmittelbarer Nähe des Grünwalder Stadions liegt, ist es eine bei den Löwen-Fans beliebte Kneipe. Eine Nachnutzung durch den Traditionsverein aus Giesing hätte also großen Charme.

So könnte eine Art Vereinsmuseum, auf jeden Fall eine Dauerausstellung der eigenen Abteilung Vereinsgeschichte einziehen. Die Abteilung hatte gerade erst im Rahmen eines Pubquiz eine Veranstaltung im „riffraff“.

Zudem möchte der TSV die Lokalität gerne als Treffpunkt für Vereinsmitglieder, Nachbarn und Giesinger nutzen, schreibt Präsident Robert Reisinger. Veranstaltungen wie Abteilungsversammlungen und Vereinsratssitzungen könnten ebenso abgehalten werden wie Lesungen, Buchpräsentationen und andere Events. Ein ganz ähnliches Programm, wie es das „riffraff“ auch pflegt. Weiter könnte der vereinseigene Fanshop einziehen, der Artikel der diversen Abteilungen verkauft.

Die Löwen zieht’s ins „riffraff“: Raum für Yoga, Pilates oder Fitnesskurse

An bestimmten Tagen könnten die Räume auch für ein spezielles Sportangebot wie Yoga, Pilates oder Fitnesskurse in kleinen Gruppen genutzt werden. Denn der TSV hat nur Fußballplätze, muss für sein Sportangebot in Schulsporthallen der Stadt ausweichen.

An den Spieltagen der 1. Fußballmannschaft soll auch normaler Barbetrieb stattfinden. „Das steht jedoch nicht im Vordergrund des Nutzungskonzepts des TSV München von 1860 e.V.“, so das Präsidium.

Im Bezirksausschuss Obergiesing könnte man sich das alles richtig gut vorstellen. Die Stadtteilpolitiker begrüßen das vorgelegte Nutzungskonzept jedenfalls und wollen den Verein bei der Übernahme unterstützen. Die Räume in der Tegernseer Landstraße 96 gehören der privaten Wohnungsbaugesellschaft Terra.

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