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Ukraine-Konflikt: München zeigt Solidarität - auch Sonntag zahlreiche Aktionen geplant

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Von: Katharina Haase, Thomas Eldersch

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Die Eskalation der Ukraine-Krise hat auch viele Münchner geschockt. Um ihre Solidarität zu zeigen, sind am Samstag viele von ihnen auf die Straße gegangen.

Update vom 27. Februar, 15.37 Uhr: Nachdem bereits am Samstag rund 5.000 Menschen in München auf die Straße gegangen sind, um gegen den Krieg Russlands gegen die Ukraine zu demonstrieren (siehe voriges Update), sind am Sonntag wieder einige Kundgebungen und Demos geplant:

Ukraine-Konflikt: 5.000 München demonstrieren am Samstag für Frieden

Update vom 27. Februar, 13.15 Uhr: Nach den zahlreichen Protesten gegen den von Putin entfachten Krieg Russlands gegen die Ukraine in München am Samstag, hat die Polizei nun Bilanz gezogen.

Die Teilnehmerzahl der Demonstration am Stachus habe in der Spitze auf circa 5.000 Personen betragen. Zur Durchführung der Versammlung musste für circa zwei Stunden eine Fahrbahn der Sonnenstraße für den Verkehr gesperrt werden. Aufgrund der Verkehrssperren kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen. Ebenfalls am Samstag gegen 17:30 Uhr fanden sich circa 4.000 Personen im Bereich der Feldherrenhalle zusammen. Kurz nach 18:00 Uhr gingen diese in Richtung Europaplatz, wo gegen 19:00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand.

Ukraine-Konflikt: Tausende demonstrieren in München gegen den Krieg - keine großen Zwischenfälle

Die Versammlungen selbst verliefen nach Polizeiangaben während des gesamten Verlaufes störungsfrei. Sämtliche Teilnehmer hielten sich an die Hygieneregeln und waren sehr kooperativ.

Lediglich am russischen Generalkonsulat kam es zu einem Zwischenfall, zu dem die Beamten am späten Abend gegen 22.50 Uhr hinzugerufen wurden. Offenbar hatten unbekannte Personen Flaschen auf das Gelände geworfen und versucht das Gebäude zu treffen. Dabei kam es zur Beschädigung eines Fensters. Kurze Zeit später konnte ein tatverdächtiger Mann (28) aus München festgenommen werden. Er muss sich wegen Sachbeschädigung verantworten.

Update vom 26. Februar, 14.49 Uhr: Die Zahl der Demonstranten in München wurde jetzt von der Polizei noch einmal nach oben korrigiert. Sie spricht jetzt von bis zu 5000 Menschen, die für die Ukraine auf die Straße gegangen sind. Viele von ihnen streckten Schilder in die Höhe, auf den unter anderem „Stop War“ oder „Stop Putin“ zu lesen war.

Ukraine-Krise: Menschen fürchten eine Rückkehr der Autokratie wie in der UdSSR

Die Mitorganisatorin der Demo, Maryna Mudra (42), sagte im Gespräch mit der tz: „Wir organisieren solche Demos schon seit über acht Jahren - seitdem gibt es diesen Konflikt dort. Jetzt hat das Ganze es noch mehr Leute gepackt. Ich bin in der Ukraine geboren und aufgewachsen. Vor 21 kam ich nach Deutschland. Mein Vater und viele Freunde sind immer noch dort. Ich habe große Angst um sie. Alle haben Angst. Meine Heimatstadt Kiew erlebt schon die zweite Nacht Bombenangriffe. Es werden Zivilisten getötet, Raketen in Kindergärten geschossen und Bomben in Wohngebieten gezündet. Das ist kein Konflikt mehr, das ist Krieg. Mit Diplomatie kommt man nicht weit. Jetzt hilft nur noch Widerstand und eine Isolation Russlands. Die Ukraine ist nur der erste Schritt. Das Überleben unseres Landes steht auf dem Spiel - das Überleben der Demokratie. Wir wollen nicht zurück in eine Autokratie, so wie damals in der Sowjetunion.“

Eine weitere Teilnehmerin der Demonstration, die 60-jährige Mila Shirokikh, sagt: „Mein Herz ist gebrochen. Ich kann all das nicht in Worte fassen. Ich bin erst vor drei Monaten nach Deutschland gekommen, mein Sohn lebt schon länger hier. Meine Mama ist Deutsche, mein Vater Ukrainer. Das ist alles so schrecklich. Putin ist ein Killer.“ Während des Gesprächs laufen ihr immer wieder Tränen über das Gesicht.

Erstmeldung vom 26. Februar, 14.03 Uhr: München - Drei Tage ist der Krieg in der Ukraine jetzt alt und viele Menschen sind immer noch erschüttert von dem Angriff Russlands auf sein Nachbarland. Bereits im Laufe des Donnerstags - als der Einmarsch begann - gingen zahlreiche Demonstranten auf die Straße, um ihre Solidarität mit dem osteuropäischen Land auszudrücken. Am heutigen Samstag, 26. Februar, gab es erneut eine große Kundgebung direkt im Herzen Münchens - am Stachus.

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Ukraine-Konflikt: Tausende Demonstranten versammeln sich am Stachus

Unter dem Motto „Frieden für die Ukraine“ versammelten sich am Samstagmorgen ab 10 Uhr hunderte Menschen am Münchner Karlsplatz. Die Sonnenstraße, wo sich sonst ein Auto an das andere reiht, war voll mit Demonstranten. Ukraine-Flaggen wurden geschwenkt und Schilder hochgehalten. Direkt am Brunnen auf dem Stachus fand eine Kundgebung statt. Der BR spricht von 2500 bis 3000 Münchnern, die sich ein Ende des Ukraine-Kriegs herbeisehnen. Das Wort „Solidarität“ schallte aus allen Richtungen.

Während die Proteste im Herzen Münchens zunächst noch friedlich verlaufen, entluden andere ihre Wut über den eskalierten Konflikt direkt am russischen Konsulat. Bilder auf Twitter zeugen davon, dass das Eingangstor mit roter Farbe beschmiert wurde. Mit dem Wort „aufgehübscht“ kommentierte die Schmiererei ein Twitter-User.

Ukraine-Krise: München will 1500 Flüchtlinge aufnehmen

Auch die Stadt München ist nicht untätig geblieben. Sie bereitet sich schon auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor. Rund 500 Menschen könne man derzeit aufnehmen. Man arbeite aber schon daran, noch einmal 1000 mehr unterbringen zu können. OB Dieter Reiter sagte dazu: „Dass wir schnell und professionell helfen können, haben wir ja schon 2015 gezeigt. Auf diese Strukturen und Erfahrungen können wir jetzt zurückgreifen.“ (tel und Merle Hubert)

OB Reiter hatte sich auch mit dem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker angelegt. Waleri Gergijew gilt als Putin-Freund. Er solle klar Position beziehen, sonst drohe ihm der Rauswurf.

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