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Münchens russische Gemeinden zeigen Solidarität mit Ukraine: „Wir sind Christen – Krieg ist Sünde“

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Die russisch-orthodoxe Gemeinde in München zeigt sich solidarisch mit der Ukraine.
Die russisch-orthodoxe Gemeinde in München zeigt sich solidarisch mit der Ukraine. © IMAGO/Hesther Ng/Symbolbild

Der christlich-orthodoxe Glaube verbindet Russen und Ukrainer: Münchens russische Gemeinden sind für Flüchtlinge aus der Ukraine eine wichtige Anlaufstelle.

München – In den verschiedenen russischen Kirchengemeinden Münchens finden sich auch zahlreiche Mitglieder aus der Ukraine. Durch den Ukraine-Krieg werden es aktuell noch mehr. Die russisch-orthodoxe Gemeinde, die sich regelmäßig in der Kathedrale der Heiligen Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München trifft, zeigt sich wie viele andere russische Gemeinden solidarisch mit dem Brudervolk.

Angesichts des Ukraine-Kriegs: „Nationalismus ist fehl am Platz“

Der Erzpriester Nikolai Artemoff von der russisch-orthodoxen Gemeinde berichtet: Die Gemeinde habe seit jeher viele Mitglieder aus der Ukraine. Bei ihnen sind „von vier Priestern zwei aus der Ukraine“, auch unter den Gläubigen sind viele Ukrainer. Nationalismus sei in Glaubensfragen fehl am Platz, so Artemoff.

Der gemeinsame Glaube hat in der Gemeinde immer geholfen, Konflikte zwischen den verschiedenen Ausprägungen des orthodoxen Glaubens zu vermeiden. „Die Geistlichkeit lenkt den Diskurs in christliche Bahnen“, meint Artemoff zu der Frage, ob die vielen Nationalitäten und Ansichten zur religiösen Lehre zu Reibungen führen. Die Priester der Gemeinde verurteilen den Krieg: „Wir sind Christen. Krieg ist Sünde“, äußert sich Artemoff.

Video: Wladimir Putin während des orthodoxen Weihnachts-Gottesdienstes vor drei Monaten

Flüchtlinge beten zusammen mit Russen: „Für die Beendigung des brudermörderischen Krieges“

Seit dem Ukraine-Krieg wurden durch Gemeindemitglieder Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet aufgenommen, soweit die Möglichkeit bestand. „Die beengte Wohnsituation in München erlaubt nicht viel“, berichtet Priester Artemoff, einige Aufnahmen haben aber geklappt. Die Flüchtlinge, die aufgenommen werden konnten, nehmen durch Gottesdienstbesuche auch schon am Gemeindeleben teil.

Gemeinsam wird jetzt um ein Ende des Konflikts und des Krieges gebetet. Die Gemeinde bittet bereits seit 2014 in ihren Gottesdiensten um eine Lösung des Ukraine-Konflikts, berichtet Artemoff. Damals kam es zur Annexion der Krim durch Russland. „Für die Beendigung des brudermörderischen Krieges“, heißt es in den Fürbitten der Gemeinde.

Den größten Beitrag aber leistet die Gemeinde durch Hilfs-Aktionen der Russischen Auslandskirche für die Ukraine. An diese Adresse können auch Sie für die Hilfs-Initiativen der Russischen Auslandskirche für die Ukraine spenden:

Kirchenstiftung
HypoVereinsbank Bonn
IBAN: DE20 3802 0090 0003 4461 31
BIC: HYVEDEMM402
Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe

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