"Kriminelle Energie"

Keine Gnade für Hoeneß-Erpresser

München - Er hat ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Erpresser von Uli Hoeneß dennoch eine hohe Haftstrafe. Das Urteil ist noch nicht bekannt.

Der Erpresste: Uli Hoeneß erhielt einen Drohbrief mit Geld-Forderungen.

Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre und drei Monate Haft für den geständigen Erpresser von Uli Hoeneß. Einen besonders schweren Fall sah Staatsanwalt Klaus Reichenberger bei seinem Plädoyer an diesem Dienstag nicht, besondere Minderungsgründe allerdings auch nicht. Der Angeklagte habe „kriminelle Energie“ an den Tag gelegt.

Der 51-Jährige hatte am Montag vor dem Landgericht München IIgestanden, den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern vor dessen Haftantritt mit einem Drohbrief erpresstund 215.000 Euro verlangt zu haben.

Der ehemalige Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Bayern sitzt wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis. Der Angeklagte soll Hoeneß mit einem „unruhigen Haftverlauf“ gedroht haben. Versuchte Erpressung kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

Verteidiger plädiert auf milde Strafe

Verteidiger Martin Heidenreich verwies auf die schwierige finanzielle und gesundheitliche Situation des Angeklagten, der mehr als 300.000 Euro Schulden hat und an Diabetes leidet. Er hielt eine milde Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten für ausreichend. Sein Mandant habe mit dem Geständnis Einsicht gezeigt.

Der Angeklagte entschuldigte sich noch einmal bei Hoeneß und seiner Familie. Er wolle betonen, „dass mir die Tat sehr leid tut, und dass ich mein Handeln in dieser Situation, in der ich nicht mehr ein noch aus wusste, zutiefst bereue“, sagte er.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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