Interview mit Wirtschaftsjuristin

Fall Uli Hoeneß: Darauf müssen Sie bei einer Selbstanzeige achten

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Wirtschaftsjuristin Ulrike Grube von der renommierten Anwaltskanzlei Rödl & Partner.

München - Der Fall Uli Hoeneß alarmiert viele Steuersünder. Die tz hat mit Wirtschaftsjuristin Ulrike Grube über jene gesprochen, die Selbstanzeige stellen und darüber, worauf es dabei ankommt.

Die Wirtschaftsjuristin Ulrike Grube von der renommierten Anwaltskanzlei Rödl & Partner bearbeitet mit ihrem Team jährlich etwa 500 Selbstanzeigen. Das tz-Interview:

Uli-Hoeneß-Prozess: Live-Ticker Tag vier

Nach Fall Uli Hoeneß: Steuersünder sorgen sich um Anonymität

Ist mit dem Fall Hoeneß auch die Zahl der Selbstanzeigen gestiegen?

Grube: Ja, sie nimmt wegen der Steuer-CDs ohnehin stetig zu. Aktuell sind aber viele Mandanten alarmiert und wollen wissen, ob ihr Fall auch unter Verschluss bleibt.

Was raten Sie?

Grube: Viele kommen ja nicht gänzlich freiwillig, sondern weil sie von den Schweizer Banken mehr oder weniger dazu gedrängt werden. Die Institute wollen nur noch versteuertes Geld haben. Es bleibt also nur die Selbstanzeige.

Sind die Mandanten arg nervös, wenn sie zu Ihnen zu kommen?

Grube: Das ist eine Mentalitätsfrage. Der hört sich alles in Ruhe an. Der andere ist aufgeregt, weil er schon alt ist und das Geld vererben möchte.

Wann ist eine Selbstanzeige ungültig?

Um welche Summen handelt es sich bei Ihren Fällen?

Grube: Zwischen kleinen Anlagedepots von 50.000 Euro bis hin zu mehreren Millionen alles dabei.

Was sind die wichtigsten Schritte beim Erstellen einer Selbstanzeige?

Grube: Zuallererst sollte man einen spezialisierten Anwalt aufsuchen. Der wird dann von der Bank die Unterlagen anfordern, was manchmal sogar bis zu zehn Wochen beanspruchen kann. Als nächstes informiere ich die Finanzämter. Wir bieten sofort Abschlagszahlungen an. Jede Selbstanzeige zieht ein Strafverfahren nach sich. Wenn die Ermittler dann auch zu keinem anderen Ergebnis kommen, wird dieses sofort eingestellt. Wenn aber Steuern von 100.000 Euro plus x pro Jahr hinterzogen worden sind, kommt zu den Zinsen von sechs Prozent pro Jahr auch noch ein fünfprozentiger Strafzuschlag hinzu.

Wann ist eine Selbstanzeige ungültig?

Grube: Ganz einfach: Wenn sie unvollständig ist. Es kommt vor, dass Mandanten zu uns kommen und eben nicht alle Sachverhalte offenbaren wollen. Aber man ist bei Steuerhinterziehung bis zu zehn Jahre zurück berichtigungspflichtig – und das umfasst sämtliche Einkünfte und alle Steuerarten.

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