Kirche warnt vor Sondermoral für Promis

Muss Uli Hoeneß mit Nachtragsanklage rechnen?

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Uli Hoeneß (l) am ersten Tag des Steuer-Prozesses im Gerichtsaal.

Kiel - Die Evangelische Kirche hat im Fall Hoeneß vor einer Sondermoral für Promis gewarnt. Ein Steuer-Strafrechtler erwartet unterdessen weitere Maßnahmen der Staatsanwaltschaft gegen den Bayern-Präsidenten.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, hat in Zusammenhang mit dem Prozess gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor einer Sondermoral für Prominente gewarnt.

Den „Kieler Nachrichten“ vom Dienstag sagte er, in München gehe es auch um den einheitlichen ethischen Bewertungsmaßstab. „Trotz aller Verdienste um den deutschen Fußball: Daraus den Anspruch auf eine andere Moral abzuleiten, geht nicht.“

Uli-Hoeneß-Prozess: Live-Ticker am Tag nach dem Urteil

Experte: Nachtragsanklage gegen Hoeneß möglich

Nach den neuen Enthüllungen von Uli Hoeneß in seinem Steuerprozess erwartet Steuer-Strafrechtler Arne Lißewski unterdessen weitere Maßnahmen der Staatsanwaltschaft gegen den Bayern-Präsidenten. „Da ist es möglich, dass eine Nachtragsanklage vonseiten der Staatsanwaltschaft erhoben wird“, sagte der Krefelder Jurist der Nachrichtenagentur dpa. Hoeneß hatte zum Auftakt des Verfahrens vor dem Münchner Landgericht am Montag eingeräumt, sogar 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben - 15 Millionen Euro mehr als von der Staatsanwaltschaft bislang angenommen.

„Die Staatsanwaltschaft wird bemüht sein, diese 15 Millionen in den Prozess einzubinden“, sagte Lißewski. Das umfassende Geständnis des Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern gebe „dem ganzen Prozess natürlich eine ganz neue Dynamik“. Möglich sei nun, dass der Prozess wegen der überraschenden Angaben des Angeklagten bis zu drei Wochen unterbrochen werden könnte, erklärte Lißewski.

Anhand der ursprünglichen Fakten habe er eine Bewährungsstrafe für Hoeneß für „gut möglich“ gehalten, sagte der Experte. Angesichts der neuen Informationen müsse man dagegen „zwangsläufig auch schon daran denken, dass eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung in Betracht kommt“, fügte Lißewski hinzu. Die Selbstanzeige von Hoeneß sei damit unwirksam, könnte also nicht mehr strafbefreiend wirken.

Uli-Hoeneß-Prozess: Bilder vom Gericht 

Der Prozess findet im Justizpalast an der Prielmayerstraße statt. © Steffi Wegele
Zahlreiche Medien sind vor Ort. © Steffi Wegele
Wolfgang Böhm (58) steht seit drei Uhr früh in der Schlange. Er kam extra aus Memmingen, um dem Prozess zu folgen. © Angelo Rychel
Biggy Schiller ist Fan des FC Bayern - und von Uli Hoeneß. © Angelo Rychel
Zahlreiche Medien sind vor Ort. © Steffi Wegele
Auch das Polizeiaufgebot ist groß. © Steffi Wegele
Ein Löwenfan demonstriert vor dem Gerichtsgebäude. Auf seinem Bild steht: "Alle Anstifter, Ankäufer, Verwerter gestohlener Steuer-Daten sind Verbrecher!" © Steffi Wegele
Die Sprecherin des Landgerichts, Andrea Titz © Steffi Wegele
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Am Montag begann der Prozess um Uli Hoeneß © dpa
Klaus Langguth kam extra aus Hof angereist. Doch einen Platz im Saal bekam der 67-Jährige nicht. Nun ist der ehemalige Finanzbeamte schwer enttäuscht. © Angelo Rychel
Viele Besucher wollten am Montagmorgen einen Platz im Saal erhaschen © Steffi Wegele
Journalisten warten an der Tiefgarage auf Uli Hoeneß © Angelo Rychel
Uli Hoeneß kommt am Justizpalast an © Steffi Wegele
Ralf Kabelka von der Heute Show treibt ebenfalls sein Unwesen © Angelo Rychel
Adrian Hofheinz und Klaus Harreiter sind vor dem Gerichtsgebäude. Hofheinz: "Hoeneß hat niemanden umgebracht. Es wäre das schönste wenn er das Gericht als freier Mann verlässt." © Angelo Rychel
Gerichtssprecherin Titz wird in der Pause von Kameramännern umringt. © Angelo Rychel
Uli Hoeneß trifft im schwarzen Wagen am Justizpalast ein © AFP
Uli Hoeneß trifft im schwarzen Wagen am Justizpalast ein © AFP
Der Andrang vor dem Gebäude war groß © AFP
Im Justizpalast findet der Prozess statt © AFP
Einie Fans haben am montag vor dem Gebäude demonstriert. © dpa
"Knast für Seehofer und Freiheit für Hoeneß", fordert dieser Fan. © AFP
Die Fans verbünden sich mit Uli Hoeneß und versprechen "Sulidarität" © dpa
Uli Hoeneß stand am Montag hinter seinem Stuhl. © dpa
Für die Presse gab es ein Lächeln. © AFP
Ansonsten wirkte Hoeneß ernst ... © dpa
... und angespannt. © dpa
Sulidarität. © Sigi Jantz
Viele Medienvertreter sind vor Ort © Sigi Jantz
Menschen warten © Sigi Jantz
Im Justizpalast findet der Prozess statt © Sigi Jantz
 © Sigi Jantz
Uli Hoeneß im Gerichtssaal © dpa
Der Präsident des FC Bayern wirkte am Montag angespannt © dpa
Er wird über Hoeneß' Schicksal entscheiden: Richter Rupert Heindl © dpa
Staatsanwalt Achim von Engel © dpa
An der Seite von Hoeneß: die Anwälte Hanns W. Feigen und Markus Gotzens (r). © dpa
Nach dem Ende des ersten Prozesstages verließ Hoeneß mit seiner Frau Susi den Justizpalast. © dpa

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Uli Hoeneß: Die Anklageschrift im Wortlaut

kna/dpa

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