Ihm droht wohl ein strenger Richter

Bericht: Anklage gegen Hoeneß noch im Sommer

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Uli Hoeneß droht ein öffentlicher Prozess.

München - Bayern-Präsident Uli Hoeneß soll nach Angaben der Bild-Zeitung wegen Steuerhinterziehung noch in diesem Sommer angeklagt werden. Es droht ein öffentlicher Prozess.

Die "Bild" berichtet, dass die Staatsanwaltschaft noch in diesem Sommer Anklage wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe gegen den Bayern-Präsidenten erheben will. Sollte diese Anklage dann vom Gericht als zulässig gewertet werden, müsste sich Hoeneß in einem öffentlichen Prozess verteidigen. „Die Ermittlungen dauern an. Zum Stand der Ermittlungen geben wir nach wie vor keine Auskunft“, sagte Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf SID-Anfrage.

Das Blatt berichtet außerdem, dass Hoeneß in diesem Fall mit einem strengen Richter rechnen müsse: Der Vorsitzende der 5. Wirtschafts- und Steuerstrafkammer des Landgerichts München II heißt Rupert Heindl und gilt nach Angaben der "Bild" als "knalhart". So hat er beispielsweise eine 75-jährige Frau für drei Jahre ins Gefängnis gesteckt, nachdem diese jemanden um 250.000 Euro betrogen hatte.

Im Fall von Hoeneß handelt es sich um Steuerhinterziehung in Millionenhöhe, die Rede ist von 3,2 Millionen Euro. Der Bayern-Präsident hatte sich zwar zwei Mal selbst angezeigt, die erste Selbstanzeige war allerdings unvollständig gewesen, die zweite kam zu spät.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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TV-Anwalt Sewariuon Kirkitadse sagte zur "Bild": In der Regel kommt man bei einem Schaden von über eine Million nicht mehr an einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung vorbei. Das muss in jedem Einzelfall geprüft werden."

Derzeit meidet der frühere Manager des deutschen Fußball-Rekordmeisters die Öffentlichkeit. Seinen letzten Auftritt hatte er am 24. Juni bei der Vorstellung des neuen Bayern-Trainers Pep Guardiola. Auch die Teilnahme an der Verleihung des „Bayerischen Sportpreises“ am Samstag sagte Hoeneß ab.

„Uli hat sich etwas zurückgezogen. Ich finde das klug und richtig. Ich wünsche und hoffe, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht“, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der Bild.

wi/sid

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