"Er ist und bleibt mein Freund"

Uli-Hoeneß-Ticker - Pep mit bewegenden Worten bei PK

München - Uli Hoeneß hat am Tag nach dem Urteil eine persönliche Erklärung herausgegeben. Er verzichtet auf eine Revision und tritt von allen Ämtern zurück. Wir berichten im Ticker.

16.45 Uhr: Wenn Uli Hoeneß tatsächlich ins Gefängnis in Landsberg am Lech kommt, wartet auf ihn ein geschichtsträchtiger Ort. In der Justizvollzugsanstalt in der oberbayerischen Stadt saß Adolf Hitler nach seinem gescheiterten Putschversuch von 1923 an wegen Hochverrats ein. Die meisten der etwa 550 männlichen Gefangenen dort sind zum ersten Mal in Haft. Nach Landsberg kommen Verurteilte mit Strafen von bis zu sechs Jahren. Ihnen steht unter anderem ein Fußballplatz zur Verfügung. Zur JVA Landsberg gehört die Außenstelle für Freigänger in Andechs mit rund 100 Plätzen.

15.56 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet - selbstverständlich drehte sie sich fast ausschließlich um Uli Hoeneß.

15.54 Uhr: Guardiola lobt noch einmal die Leistung von Uli Hoeneß - und erklärt, dass das Resultat bleiben werde. Die Leute hätten ihm gesagt: "Wir können uns den Verein nicht vorstellen ohne Uli."

15.53 Uhr: Pep spricht über den neuen Aufsichtsratschef Herbert Hainer. Sie hätten sich demnach schon zwei, dreimal getroffen, unter anderem bei einem Essen.

15.51 Uhr: Natürlich dreht sich prompt die erste Journalistenfrage an Pep Guardiola um Uli Hoeneß. Trotz der Worte vorhin.

15.46 Uhr: Alles Sportliche finden Sie später in separaten Artikeln - ab jetzt geht es bei der Pressekonferenz offenbar nicht mehr um Hoeneß.

15.45 Uhr: Mediendirektor Hörwick dankt Pep Guardiola. Jetzt geht es um das Spiel gegen Bayer Leverkusen. "Wir müssen in der Lage sein, uns auf das Spiel zu konzentrieren. Ich glaube, Uli und die anderen Personen in diesem Verein wollen das", so Guardiola, der dann aufs Team von Leverkusen zu sprechen kommt.

15.45 Uhr: Pep ergänzt: "Er ist mein Freund. Er wird mein Freund bleiben. Wir müssen als Verein weitermachen, was wir von Uli gelernt haben."

15.44 Uhr: Guardiola rühmt die großen Verdienste von Uli Hoeneß, er selbst sei zwar erst seit neun Monaten da. Aber er habe sich mit vielen Leuten unterhalten - dadurch bekam er ein Gefühl für Hoeneß' Bedeutung über die Jahrzehnte. "Er verdient unseren ganzen Respekt", so Guardiola.

15.42 Uhr: Pep Guardiola: "Heute ist es nicht einfach für mich, über diese Situation zu sprechen. Ich wünschte heute, dass ich besser Deutsch sprechen könnte, um Ihnen meine Gefühle besser zu verdeutlichen. Ich bin hier neun Monate und habe gemerkt, wie wichtig Uli Hoeneß für diesen Verein ist. Dieser Verein ist einer der besten Vereine der Welt. Seine große Persönlichkeit hat ihn dazu gemacht."

15.42 Uhr: Markus Hörwick kündigt an, dass Pep Guardiola zu Uli Hoeneß ein paar Worte sagen wird, danach aber nur noch übers Sportliche sprechen werde.

15.41 Uhr: Pep Guardiola nimmt bei der Pressekonferenz Platz.

15.36 Uhr: Die Pressekonferenz lässt noch auf sich warten.

15.31 Uhr: Jetzt findet in München eine Pressekonferenz statt.

15.28 Uhr: Franz Beckenbauer hat die Wahl von Adidas-Chef Herbert Hainer zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG begrüßt. „Herbert Hainer als Nachfolger im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden beim @FCBayern ist eine ausgezeichnete Wahl“, teilte Beckenbauer am Freitag via Twitter mit. „Es tut mir für Uli persönlich sehr leid, aber ich habe großen Respekt vor seiner Entscheidung heute. Sie zeigt seine menschliche Größe“, schrieb Beckenbauer.

15.15 Uhr: Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat seinem Freund Uli Hoeneß für dessen Entscheidung „großen Respekt“ gezollt. „Sie zeigt seine menschliche Größe. Es tut mir für Uli persönlich sehr leid“, sagte der „Kaiser“ bei Sky. Den adidas-Chef Herbert Hainer, Nachfolger von Hoeneß als Aufsichtsratschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters, bezeichnete Beckenbauer als „ausgezeichnete Wahl“.

15.10 Uhr: Die Video-Journalisten aus unserer Redaktion haben sich unter den Fans an der Säbener Straße umgehört. Das Video sehen Sie oben.

14.50 Uhr: Nach diesen bewegten Stunden drängen sich viele Fragen auf. Hier beantworten wir die wichtigsten von ihnen. Dort lesen Sie auch, dass Hoeneß wohl blauen Häftlingsanzug im Gefängnis tragen muss.

14.43 Uhr: Unglaublich, aber wahr: Uli Hoeneß hat Würste an die wartenden Reporter vor seinem Haus in Bad Wiessee geschickt.

14.19 Uhr: Übrigens hatte sich in der Nacht auch Bushido geäußert und getwittert: "Uli bitte tritt nicht zurück!!! Kein Bayern ohne Uli!!!".

14.12 Uhr: Christian Streich vom abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten SC Freiburg hat seinen Respekt für Uli Hoeneß bekundet. „Meine Oma hat stets gesagt, wer ohne Schuld sei, werfe den ersten Stein. Ich werfe keinen“, sagte Streich am Freitag und ergänzte: „Ich habe großen Respekt vor dem, was er alles für den deutschen Fußball geleistet und erbracht hat.“

13.54 Uhr: Unklar ist, wie nahe das Schicksal des auch finanziell durch die Steuerschulden schwer belasteten Ex-Präsidenten der Mannschaft und besonders einzelnen Spielern geht. Bekannt ist, dass Akteure wie etwa Bastian Schweinsteiger oder Franck Ribéry ein besonderes Verhältnis zu Hoeneß pflegten. „Er ist immer da, wenn einer Unterstützung braucht“, hatte Arjen Robben noch in dieser Woche nach dem Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal bemerkt.

13.30 Uhr: Auch Linke-Fraktionschef Gregor Gysi äußert sich zu Uli Hoeneß' Entscheidung, auf Revision zu verzichten und ins Gefängnis zu gehen: "Respekt." 

12.57 Uhr: Die Allianz zollt der Entscheidung von Uli Hoeneß, sich nach seiner Verurteilung beim FC Bayern München zurückzuziehen, Respekt. „Wir danken Uli Hoeneß für seine außerordentlichen Verdienste beim FC Bayern“, heiß es am Freitag bei dem Versicherer in München. Die Allianz ist ein Sponsor und wie andere Unternehmen an der FC Bayern München AG beteiligt. „Und wir haben großen Respekt vor seiner Entscheidung“, hieß es in der Erklärung weiter. Hoeneß hatte zuvor angekündigt, auf eine Revision zu verzichten und war von seinen Ämtern zurückgetreten. Am Donnerstag war er wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

12.55 Uhr: Ein Anwalt äußert die Vermutung, zu dem milden Urteil im Prozess gegen Uli Hoeneß sei es durch informelle Absprachen gekommen.

12.51 Uhr: Auch persönliche Worte in Richtung Uli Hoeneß fallen in der offiziellen Pressemitteilung vom Aufsichtsrat des FC Bayern: Das Gremium nahm den Rücktritt von Hoeneß „mit Respekt und größter Hochachtung“ zur Kenntnis. „Uli Hoeneß hat mit seinen Führungsqualitäten, seinem hohen persönlichen Einsatz und seiner herausragenden Lebensleistung immer dem Wohle des FC Bayern München gedient“, erklärt Hainer. „Er ist wesentlich mit dafür verantwortlich, dass der FC Bayern München zu einem der sportlich und wirtschaftlich erfolgreichsten und attraktivsten Vereine der Welt geworden ist. Dafür gilt ihm unser ganzer Dank.“

12.43 Uhr: Der 61-jährige Karl Hopfner, 1. Vizepräsident des Vereins und Mitglied des Aufsichtsrates, wurde ebenfalls einstimmig bis auf weiteres in den Präsidialausschuss des Aufsichtsrates gewählt. Das geht ebenfalls aus der Mitteilung des FC Bayern hervor.

12.38 Uhr: Herbert Hainer (59) wird beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München bis auf Weiteres Vorsitzender des Aufsichtsrates. Der Vorstandschef des Bayern-Anteilseigners adidas wird damit Nachfolger des abgetretenen Uli Hoeneß. Dies teilte der FC Bayern am Freitag mit. Hoeneß (62) hatte am Freitagmorgen nach seiner Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender niedergelegt.!

12.37 Uhr: Spott-Attacke zu Werbezwecken: "Uli Hoeneß wechselt für 27,2 Mio. vom FCB zum Lokalrivalen JVA" wurde gestern an den Justizpalast projiziert. Und zwar von den Betreibern der Webseite korodrogerie.de, die weiße Westen zum Download anbietet. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.

12.28 Uhr: Uli Hoeneß muss seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech absitzen. Dies hat Gerichtssprecherin Andrea Titz am Freitag in München unter Berufung auf den Vollstreckungsplan der bayerischen Justiz mitgeteilt. Allerdings muss Hoeneß' Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung zuvor rechtskräftig werden. Dies ist bisher noch nicht der Fall, weil die Staatsanwaltschaft erst Anfang kommender Woche entscheiden will, ob sie Revision gegen das Urteil einlegt.

12.25 Uhr: Selbst am Abend des großen Sieges über Real Madrid waren die Gedanken der Bayern-Basketballer bei ihrem langjährigen Patriarchen. „Unser Präsident war heute nicht hier, aber er war trotzdem bei uns“, sagte Bayern Münchens Coach Svetislav Pesic nach dem Überraschungserfolg gegen das spanische Starensemble in der Euroleague-Zwischenrunde - wenige Stunden vor Hoeneß' Rücktritt von allen Ämtern. „Ich weiß, dass er mitgefiebert hat. Wenn er nicht wäre, hätte dieses Spektakel heute Abend wohl keiner erlebt“, kommentierte Pesic nach dem 85:83 gegen den haushohen Favoriten.

12.20 Uhr: Ken Heidenreich, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft München, äußerte sich auch bei Sky Sport News HD. „Die Staatsanwaltschaft wird erst Anfang nächster Woche entscheiden, ob wir in diesem Fall eine Revision gegen das Urteil des Landesgerichts München II einlegen werden oder nicht“, so Heidenreich. „Es geht darum, ob die Urteilsgründe, die das Gericht dargelegt hat, so für uns nachvollziehbar sind, dass wir zu der Entscheidung kommen, dieses Urteil nicht anzugreifen. Insbesondere im Hinblick auf eine rechtliche Würdigung, die vom Gericht anders vorgenommen wurde, als von uns.“ Heidenreich weiter: „Das Urteil hat eine Signalwirkung in Hinblick auf den ehrlichen Steuerzahler und die rechtstreue Bevölkerung, dass Steuerhinterziehung hartnäckig verfolgt und auch mit Haftstrafen geahndet wird.“

12.18 Uhr: Wir haben unsere Fotostrecke mit Pressestimmen unten deutlich aufgestockt.

12.11 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Respekt für die Entscheidung von Uli Hoeneß geäußert, das Hafturteil wegen Steuerbetrugs zu akzeptieren und seine Spitzenämter beim FC Bayern niederzulegen. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Das Urteil selbst wollte er nicht kommentieren. „Das ist ein Fall, in dem der Rechtsstaat seinen Lauf genommen hat.“ Der Richter habe gesprochen, und Herr Hoeneß habe eine persönliche Entscheidung getroffen, die man respektieren müsse.

12.10 Uhr: Das Oberlandesgericht München hat darauf hingewiesen, dass das Urteil gegen Steuersünder Uli Hoeneß weiterhin nicht rechtskräftig ist. „Eine förmliche Verzichtserklärung auf Rechtsmittel ist bislang bei der Geschäftsstelle der zuständigen Strafkammer nach hiesigen Erkenntnissen noch nicht eingegangen. Eine solche Erklärung ist jedoch auch nicht erforderlich, da nach Verstreichen der Rechtsmittelfrist von einer Woche das Urteil auch ohne weitere Erklärungen seitens der Verfahrensbeteiligten in Rechtskraft erwächst“, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Freitag. Die Staatsanwaltschaft München II hat noch keine Entscheidung über einen Revisionsantrag getroffen. „Sie hat mitgeteilt, hierüber frühestens Anfang nächster Woche zu entscheiden. Auch ihr steht die Rechtsmittelfrist bis zum 20.03.2014, 24 Uhr, offen“, hieß es in der Gerichtsmitteilung.

Hoeneß-Urteil: Pressestimmen aus ganz Europa

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 © L'Équipe (Frankreich)
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 © Marca (Spanien)
 © Gazzetta dello Sport (Italien)
 © ESPN (USA)
ENGLAND:„Guardian“: „Der deutsche Meister und Champions-League-Sieger hat trotz der vorhersehbaren Verurteilung keinen Notfallplan aufgestellt, wie der Präsident zu ersetzen ist und steht ohne ihn vor einer heiklen Ära.“ © dpa
„Mirror“: „Der Mann, der aus dem deutschen Giganten einen der größten Clubs der Welt gemacht hat, ist auf dramatische Weise in Ungnade gefallen.“ © dpa
SPANIEN:„El País“: „Uli Hoeneß war in Deutschland jahrelang eine moralische Instanz. Er wurde der seltenen Spezies von ehrenhaften Managern zugerechnet. Er war großzügig gegenüber den Mittellosen und scheute nicht davor zurück, soziale Ungerechtigkeiten in seinem Land zu verurteilen. Dieser Mann wurde nun wegen Steuerbetrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.“ © AFP
„El Mundo“: „Deutschland kennt kein Pardon mit dem Steuerbetrüger. Hoeneß galt als ein Sinnbild des deutschen Erfolgs.“ © AFP
„El Periódico“: „Das Hoeneß-Urteil ist ein Schlag für das Image des besten deutschen Fußballclubs.“ © dpa
„Marca“: „Uli, Du hast ein Problem! Es ist kaum zu glauben: Einer der angesehensten Männer im deutschen Fußball wird wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.“ © AFP
ITALIEN:„Corriere della Sera“: „Es ist nicht leicht, in Deutschland bei den Steuern zu betrügen, man muss aber sagen, dass Hoeneß in der Sache sein Bestes gegeben hat. Uli war ein Modell, jetzt wird er als Negativbeispiel bloßgestellt. Jedenfalls schien der, der in München aus dem Gerichtssaal trat, ein zerstörter Mann zu sein. Wobei die Unverbesserlichen ihm noch applaudierten.“ © AFP
„La Repubblica“: „Von den Triumphen zur Verurteilung. Hier in Deutschland sind vor dem Gesetz wirklich alle gleich. Da reicht es nicht mehr aus, der Präsident der stärksten und beliebtesten Elf zu sein, eine Vergangenheit als Super-Fußballer mit Torerfolgen und Titeln zu haben oder sich freundschaftlicher Beziehungen zur Kanzlerin zu rühmen. Die sportlichen Erfolge und Erinnerungen retteten ihn nicht.“ © AFP
FRANKREICH:„Libération“: „Im Land von Hartz IV spielte Uli Hoeneß an der Börse, wie man Monopoly spielt. (...) Steuerflucht scheint der Lieblingssport von deutschen Millionären geworden zu sein. Aber was lange Zeit als Bagatelle angesehen wurde, geht in der Meinung der Öffentlichkeit nicht mehr durch.“ © AFP
ÖSTERREICH:„Der Standard“: „Das für viele Undenkbare ist passiert: Uli Hoeneß ist auf dem Weg ins Gefängnis. Es ist ein Absturz, wie man ihn in Deutschland in dieser Form noch nicht gesehen hat. (...) Dass dieser Fall auf so großes Interesse stößt, lag nicht in der Verantwortung des Gerichts. Hoeneß hat jahrelang den besserwisserischen Moralapostel gegeben, hat ausgeteilt und dabei immer vermittelt, seine Sichtweise sei das Maß aller Dinge. Dass gerade dann ein Fehlverhalten Beachtung findet, ist quasi Naturgesetz.“ © dpa
„Kronen Zeitung“: „Der Zwiespalt, hier lupenreiner Präsident, dort kriminell gewordener Aktienspekulant, hat viel mit der zerrissenen Seele des Menschen Uli zu tun. Das Urteil eines Richters kann sich aber immer nur auf die gesamte Persönlichkeit des Beschuldigten beziehen: Daher ist es in diesem Fall gerecht.“ © dpa
„Kurier“: „Der Absturz des Bayern-Bosses“ © dpa
SCHWEIZ:„Blick“: „Alle Reue, jedes Beteuern von Gutmenschentum hat nichts geholfen.“ © dpa
„Tages-Anzeiger“: „Experten erwarten nicht, dass die Mannschaft unter der Verurteilung des Chefs unmittelbar leidet - so überragend professionell hat Hoeneß sie aufgestellt.“ © AFP
„Neue Zürcher Zeitung“: „Hoeneß kann Gericht nicht überzeugen“, „Die Strafsache Hoeneß wird als Cause célèbre eingehen in die wahrhaft umfangreichen Annalen prominenter deutscher Steuerfälle, in denen zuletzt Namen wie Alice Schwarzer verzeichnet wurden.“ © AFP
„Baseler Zeitung“: „Hoeneß, der Wasserprediger und Weintrinker, ist aufgeflogen (...) “ © dpa
PORTUGAL:„Record“: „Das Leben des Uli Hoeneß hat an diesem Donnerstag eine Kehrtwende erfahren.“ © dpa
„Mais Futebol“: „Bis vor kurzem war Hoeneß noch so etwas wie der inoffizielle Sprecher des finanziellen Fairplays der UEFA. Er war es, der die schärfste Kritik gegen die Ausgabenpolitik von Neureichen wie Manchester City und PSG formuliert und zur Moralisierung der Finanzen aufgerufen hatte. (...) Bleibt nur abzuwarten, welcher Schaden dieser Prozess dem Verein zufügt, den er in den vergangenen 40 Jahren aufzubauen geholfen hat.“ © AFP
TSCHECHIEN:„Lidove Noviny“: „Er hat Deutschland schon zweimal bestohlen. Im Jahr 1976 hatte er einen Elfmeter verschossen, was Antonin Panenka mit einem siegreichen Lupfer bestrafte. Die favorisierte Bundesrepublik biss nur auf Silber. Doch jetzt hat man Uli Hoeneß ein wirkliches Verbrechen nachgewiesen. Der Präsident von Bayern München wurde wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.“ © dpa
„Pravo“: „Die Erwartungen haben sich erfüllt. Mit einer Bewährungsstrafe ist Uli Hoeneß vor Gericht nicht davongekommen, wenngleich sich eine Fan-Gruppe zu seiner Unterstützung versammelte.“ © AFP

11.56 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach Hoeneß seinen Respekt für dessen Entscheidung aus. "Man sieht, dass er mit der Situation sehr verantwortungsvoll umgeht", sagte Seehofer vor Journalisten in München. Hoeneß sei ein "Mensch mit Format".

11.55 Uhr: Die SPD hat die Akzeptanz der Gefängnisstrafe durch den langjährigen Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, begrüßt. „Er zeigt damit auch Einsicht in seine Schuld“, sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Freitag in Berlin. „Die Rechtsprechung hat dafür gesorgt, dass der ehrliche Steuerzahler nicht der Dumme ist.“ Das Urteil werde dem Rechtsempfinden der Bürger gerecht und sei fair. „Es gilt der Grundsatz: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, so Fahimi.

11.42 Uhr: Der FC Bayern arbeitet(e) am Freitag in Dringlichkeitssitzungen des Präsidiums, Aufsichtsrats und Verwaltungsbeirats mit Hochdruck an einer Nachfolgelösung.

11.33 Uhr: „Im Gefängnis gibt es keinen Promibonus“, betonte der Vorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschland, Anton Bachl, am Freitag in Straubing. Der inzwischen zurückgetretene Präsident des FC Bayern München werde behandelt wie jeder andere Häftling auch. „Es ist auch möglich, dass Herr Hoeneß Tür an Tür mit Gewaltverbrechern leben muss, oder mit ihnen gemeinsam in einer Zelle sitzt“, betonte Bachl. Das hänge von der Justizvollzugsanstalt ab.

11.27 Uhr: Wir möchten hiermit noch einmal auf die persönliche Erklärung verweisen - mit Sätzen wie "Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben", betonte Hoeneß. Den Wortlaut lesen Sie hier.

11.08 Uhr: Wie die Nachfolge in den Spitzenämtern geregelt wird, ist offen. Im Gespräch für die Hoeneß-Posten sind der langjährige Finanzvorstand und jetzige Vizepräsident Karl Hopfner (61) und der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (72). Beide gehören dem mit hochkarätigen Wirtschaftsführern besetzten Aufsichtsrat der FC Bayern München AG an. Der Autobauer Audi, der Sportartikelhersteller Adidas und der Versicherungskonzern Allianz sind sogar Anteilseigner.

10.56 Uhr: Wie lange Hoeneß tatsächlich im Gefängnis bleiben muss, ist nach Angaben von Gerichtssprecherin Titz „reine Spekulation“. Möglich wäre, dass Hoeneß nach etwa sechs Monaten zum Freigänger wird, falls er, was der Idealfall wäre, nach etwa 21 Monaten vorzeitig und auf Bewährung entlassen werden sollte. „An diesem Punkt aber sind wir noch lange nicht“, sagte Titz.

10.48 Uhr: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob sie das Urteil gegen Uli Hoeneß akzeptieren oder Revision einlegen wird. "Wir werden das Anfang nächster Woche entscheiden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II, Ken Heidenreich, am Freitag auf Anfrage. Nur wenn auch die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichtet, kann die Verurteilung von Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft rechtskräftig werden.

10.45 Uhr: Hoeneß kann nun nur darauf setzen, nach einiger Zeit einen Status als Freigänger zu bekommen. Gerichtssprecherin Titz sagte zu den Voraussetzungen: "Eines ist klar, der Verurteilte muss in Haft erst mal unter Beweis gestellt haben, dass er sich ordnungsgemäß führt und das von ihm keine Fluchtgefahr droht." Sobald er dies unter Beweis gestellt habe, setze der Freigängerstatus dann noch voraus, dass er sozial eingebunden sei und ein geordnetes Leben führe.

10.44 Uhr: Wie geht es jetzt weiter? Uli Hoeneß wird seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung nicht umgehend antreten müssen.  "Es wird sicherlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bevor er in Haft gehen wird", sagte die Sprecherin des Oberlandesgerichts München, Andrea Titz, am Freitag auf Anfrage. Der gegen Hoeneß bestehende Haftbefehl hat Titz zufolge keine Gültigkeit mehr, wenn das Urteil rechtskräftig wird, da es sich um einen Untersuchungshaftbefehl handelt. Hoeneß bekomme dann eine Ladung zum Strafantritt. Dafür müsse zunächst mit der für ihn zuständigen Justizvollzugsanstalt Landsberg geklärt werden, wann ein Haftplatz frei ist.

10.38 Uhr: Zusammengefasst noch einmal die zwei wichtigsten Fakten aus der Erklärung: 1.) Hoeneß verzichtet auf Revision. 2.) Er legt alle Ämter nieder. Das heißt: Hoeneß hat das Urteil akzeptiert und wird in Haft gehen. Der FC Bayern braucht einen neuen Präsidenten.

10.35 Uhr: Die wichtigsten Fragen rund um die anzutretende Haft werden hier beantwortet. Dort sehen Sie auch ein Foto der JVA Landsberg.

10.24 Uhr: Hoeneß wird damit in absehbarer Zeit seine Haftstrafe antreten, vermutlich in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Zugleich schuldet er der Staatskasse rund 50 Millionen Euro, die sich aus den hinterzogenen Steuern plus Solidaritätszuschlag in Höhe von 28,5 Millionen Euro sowie Strafen und Verzugszinsen zusammensetzen.

10.15 Uhr: Das ist der Hammer! Hoeneß verzichtet also auf die Revision und fügt sich dem Urteil.

10.11 Uhr: Die persönliche Erklärung von Uli Hoeneß im Wortlaut: "Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich. Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder. Ich möchte damit Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe. Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung."

10.09 Uhr: EILMELDUNG! Uli Hoeneß hat eine persönliche Erklärung herausgegeben. Er verzichtet auf die Revision und geht ins Gefängnis. Weitere Infos folgen.

10.07 Uhr: Die "normale" Bayern-Pressekonferenz wurde laut N24 auf 15.30 Uhr nach hinten verschoben. Aber es ist natürlich die Frage, ob die heute so "normal" ist. Und ob es wirklich nur ums Sportliche geht. Oder ob die Bosse auch etwas in Sachen Uli Hoeneß zu verkünden haben.

9.59 Uhr: Eine Frage, die gestern zu kurz kam: Was wusste Kanzlerin Angela Merkel? Die ausführliche Betrachtung finden Sie hier.

9.56 Uhr: tz-Kolumnist Jörg Heinrich hat sich in seiner Kolumne "Heinrich heute" mit dem Urteil befasst. Das Ergebnis lesen Sie hier.

9.53 Uhr: "Vor dem Urteil gab es Champagner-Suppe", berichtet die Bild und schreibt von Hoeneß' Mittagessen gestern im Nobelrestaurant "Bogenhausener Hof". Gattin Susi bestellte Seezunge mit grünem Spargel. Details, die die Öffentlichkeit wohl nicht gebraucht hätte.

9.46 Uhr: Der stellvertretende Chef der SPD im Bundestag, Carsten Schneider, fordert nach der Verurteilung von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß, die strafbefreiende Selbstanzeige für Steuersünder auf lange Sicht abzuschaffen. Sobald innerhalb Europas Steuerinformationen automatisch ausgetauscht würden, müsse die Selbstanzeige fallen, sagte er am Freitag im ARD-Morgenmagazin. „Ich kann nur allen raten, die jetzt noch Schwarzgeld tatsächlich im Ausland haben: Machen Sie sich ehrlich“, sagte Schneider. Bereits Anfang der Woche hatten die Finanzminister der EU ihre Pläne für einen Austausch von Steuerinformationen weiter konkretisiert.

9.28 Uhr: Für zwei Drittel der Deutschen steht fest: Hoeneß sollte seinen sofortigen Rücktritt als Präsident des FC Bayern einreichen. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von Montag bis Mittwoch dieser Woche. Demnach sind nur 22 Prozent der Befragten der Ansicht, Hoeneß solle weiter im Amt bleiben, 65 Prozent sprechen sich für den Rückzug aus. Im Bundesland Bayern sind dies mit 56 Prozent immerhin noch mehr als die Hälfte.

9.25 Uhr: Wolfgang Kubicki (FDP) spricht im Interview mit dem Münchner Merkur darüber, ob das Urteil im Hoeneß-Prozess gerecht ist. Der Steuerrechtler hätte auf eine höhere Strafe getippt. "Es ist eine angemessene Strafhöhe, wenn man davon ausgeht, dass die Selbstanzeige unwirksam ist. Aber Uli Hoeneß kann sich angesichts der Gemengelage glücklich schätzen, dass sich das Strafmaß im unteren Drittel bewegt. Mein Tipp waren vier Jahre und sechs Monate", so Kubicki. Er sieht kaum Chancen für eine Revision. Das ganze Interview lesen Sie hier.

9.12 Uhr: Laut "Bild" tagt oder tagte der Aufsichtsrat in einer Telefonkonferenz über Hoeneß. Er muss eine brisante Entscheidung fällen: Drängt er Hoeneß zum Rücktritt? Es ist zumindest zu erwarten, dass man Hoeneß selbst das Handeln überlässt, man ihn zurücktreten lässt statt ihn abzusägen.

9.07 Uhr: Der Strafrechtler Jürgen Wessing sieht die Erfolgschancen der Revision von Uli Hoeneß als äußerst gering an. „Bei der Revision geht es um Rechts- und Verfahrensfehler. Die sehe ich nicht“, sagte der Professor für Strafrecht an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Freitag). Statistisch betrachtet hätten Revisionen eine Erfolgschance von 3,8 Prozent. Wessing hält eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) noch in diesem Jahr für wahrscheinlich.

8.58 Uhr: Vom FC Bayern gibt es also wohl eine Pressekonferenz, von Uli Hoeneß nicht. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

8.57 Uhr: Auch Barbara Schöneberger spöttelte über Hoeneß - beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Sie sprach auch noch dessen Namen falsch aus. Dafür erntete sie im Netz jede Menge Häme.

8.40 Uhr: "Unser Präsident war heute nicht hier, aber er war trotzdem bei uns. Ich weiß, dass er mitgefiebert hat. Wenn er nicht wäre, hätte dieses Spektakel heute Abend wohl keiner erlebt", erklärte Bayern Münchens Basketball-Coach Svetislav Pesic nach dem überraschenden Heimsieg gegen den spanischen Serienmeister Real Madrid in der Euroleague-Zwischenrunde am Donnerstagabend.

8.28 Uhr: Das Urteil gegen Fußballfunktionär Uli Hoeneß lieferte Harald Schmidts letzter Sendung am Donnerstag viel Stoff für Witze. „Ich habe gegenüber Hoeneß einen Vorteil: Ich werde heute entlassen“, scherzte der Entertainer. Und er fand noch mehr Berührungspunkte: „Wir haben beide Millionen verzockt - er Euro, ich Zuschauer.“ Nach seiner Haft drohe Hoeneß wohl noch Sicherungsverwahrung am Tegernsee bei Ehefrau Susi.

8.10 Uhr: Der FC Bayern München hat Berichte über eine ressekonferenz mit Uli Hoeneß am Tag nach dessen Steuer-Urteil dementiert. „Das ist nicht geplant“, sagte ein Sprecher des Rekordmeisters am Freitag.

8.00 Uhr: Bayern-Chef Uli Hoeneß will am Tag nach seinem Steuer-Urteil laut „Bild“-Zeitung eine Pressekonferenz geben. Vom Verein war dazu am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

7.48 Uhr: Eine Revision im Steuerstrafverfahren gegen FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß könnte nach Auffassung eines Fachjuristen zu mehr Klarheit in dem Fall führen. Die Richter des Landesgerichts München hätten nur sehr wenig Zeit gehabt, sagte der Kölner Steueranwalt Thomas Wenzler am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner". So habe die Steuerfahndung in nur eineinhalb Tagen "70 000 Seiten Papier" ausgewertet. Das Gericht sei außerdem verpflichtet, den Steuerschaden selbst auszurechnen, fügte Wenzler hinzu. In der Urteilsbegründung müsse stehen, wie das Ergebnis von hinterzogenen Steuern in Höhe von 28,5 Millionen Euro zustande gekommen sei. Sollte es da einen Fehler geben, wäre das für die Staatsanwaltschaft "ein Elfmeter ohne Torwart", sagte der Experte. Dann würde das Urteil in der Revision unter Umständen aufgehoben.

7.40 Uhr: Als Hoeneß gestern nach dem Urteil an seiner Schwabinger Wohnung ankam, stellte ihn die "Bild". Auf die Nachfrage der Zeitung, wie es ihm gehe, antwortete er nicht.

7.35 Uhr: Zur Verurteilung von Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung heißt es am Freitag in der niederländischen Zeitung „de Volkskrant“: „Hoeneß muss zwar nicht sofort in die Zelle, da er Berufung beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegt. Doch wie immer dieses Verfahren ausgehen mag, eines scheint sicher: Beim FC Bayern München kann "der Macher" nach der jetzigen Verurteilung nicht mehr bleiben. Im Aufsichtsrat des Clubs sitzen Männer aus den höchsten Kreisen des Wirtschaftslebens - Volkswagen, Audi, Telekom, Adidas. Manager, deren Konzerne im Ruf der Rechtschaffenheit stehen. VW-Boss Martin Winterkorn würde sich lächerlich machen, sollte er nun immer noch die Hand über Hoeneß halten.“

Mitgefühl von Daum: Reaktionen aufs Hoeneß-Urteil

Christoph Daum: „Ich denke nur an den Menschen Uli Hoeneß und seine Familie. Ich wünsche ihnen allen viel Kraft. Die werden sie nun brauchen, um diese schwierige Zeit gemeinsam gut durchzustehen. [...] Ich gehe davon aus, dass die akribische juristische Aufarbeitung und die Bewertung seiner Fehler zu diesem Urteil geführt haben,“ so Daum, für den die alte Fehde unwichtig ist. „Das ist für mich völlig unerheblich. Das ist jetzt eine Zäsur im Leben, die man aufarbeiten muss. Dafür wünsche ich ihm alles Gute.“ © dpa
Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): „Die Dimension des gesamten Vorgangs, wie er in den letzten Tagen publik wurde, hat auch uns als DFB überrascht. Die großen Verdienste von Uli Hoeneß für Bayern München und den gesamten deutschen Fußball bleiben unabhängig von diesem Prozess bestehen. Die juristische Beurteilung können in einem solchen Fall aber ausschließlich die Gerichte vornehmen, und da muss für Uli Hoeneß das gleiche Recht wie für jeden anderen gelten.“ © dpa
Reinhard Rauball (Ligapräsident): „Das Gericht hat das Urteil nach einem gründlichen rechtsstaatlichen Verfahren gefällt. Angesichts des Strafrahmens des Gesetzes war eine derart harte Sanktion nicht ausgeschlossen. Im Übrigen liegt es ausschließlich bei den Verantwortlichen des FC Bayern München, die Thematik mit Blick auf den Klub zu bewerten und damit umzugehen. Die Verdienste von Uli Hoeneß um den deutschen Fußball bleiben trotz seines von ihm selbst eingestandenen Fehlverhaltens unberührt.“ © dpa
Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt): „Ich bin traurig. Es tut mir unendlich leid für Uli. Ich habe das Ganze eben im Fersehen verfolgt. Das Strafmaß kann ich nicht beurteilen. Ich war im Vorfeld völlig verunsichert nach den ganzen Prognosen der Experten. Ich glaube aber nicht, dass sich das jetzt negativ auf den Fußball auswirkt.“ © dpa
Michael Meister (r., parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, CDU, zur Rheinischen Post): „Das Urteil gegen Hoeneß wird die Steuermoral der Bürger stärken. Es zeigt, dass es sich nicht lohnt, Steuern zu hinterziehen. Wenn man die strafbefreiende Selbstanzeige wählt, muss man sie ordentlich machen. Wir appellieren an jeden, der glaubt, ein Steuerhinterziehungsproblem zu haben, die Selbstanzeige rechtzeitig und voll umfassend vorzulegen.“ © dpa
Toni Hofreiter (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Grüne im Bundestag in der Rheinischen Post): „Ich halte es für absolut richtig, dass das Urteil so gefallen ist. Es gab weder einen Promi-Bonus noch einen Promi-Malus für Hoeneß. 27 Millionen Euro zu hinterziehen, ist kein Kavaliersdelikt. Hoeneß wird als Bayern-Präsident jetzt zurücktreten müssen.“ © dpa
Eberhard Gienger (ehemaliger Turn-Weltmeister und sportpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion): „Auf der einen Seite dürfte es für Uli Hoeneß eine Erleichterung darstellen, die Thematik vom Leib zu haben. Andererseits musste er damit rechnen, dass es zu Konsequenzen kommt. Und die Konsequenzen sind die dreieinhalb Jahre. Es wird sich jetzt zeigen, ob das Urteil Bestand hat. Wenn es eine `Lex Hoeneß“ gegeben hätte, wäre das eine Unterminierung des Rechts gewesen. Das kann nicht im Sinne des Rechtsstasts sein." © dpa
Renate Künast (Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschuss, Bündnis 90/Grüne): `Die Haftstrafe ohne Bewährung war unausweichlich. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Das Gericht hat seine Aufgabe im Rechtsstaat erfüllt.“ © dpa
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat auf die menschliche Dimension der Verurteilung von Uli Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung hingewiesen. „Ich bin zuallerst menschlich betroffen, weil eine Freiheitsstrafe natürlich für jeden Menschen, und damit auch für Uli Hoeneß, ein gravierender Eingriff ist“, sagte Seehofer am Donnerstag am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. © dpa

7.29 Uhr: Die Juristin Sylvia Schenk von der Antikorruptionsorganisation Transparency International hält das Urteil gegen Uli Hoeneß für angemessen und rechnet mit einem Rückzug von den Ämtern beim FC Bayern München. „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er trotz seiner Verurteilung im Amt bleiben kann. Seine Glaubwürdigkeit ist zu sehr erschüttert“, sagte die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer der „Rheinischen Post“ (Freitag).

7.22 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Konsequenzen aus dem Urteil gegen den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wegen massiven Steuerbetrugs gefordert. Dass Millionen-Gewinne aus Spekulationsgeschäften in die Schweiz verschoben und nicht versteuert würden, sei zu einem regelrechten Geschäftsmodell geworden. Die Schweizer Banken müssten deshalb gezwungen werden, "alles offen zu legen", sagte der Minister der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe).

7.14 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Konsequenzen aus dem Urteil gegen den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wegen massiven Steuerbetrugs gefordert. Dass Millionen-Gewinne aus Spekulationsgeschäften in die Schweiz verschoben und nicht versteuert würden, sei zu einem regelrechten Geschäftsmodell geworden. Die Schweizer Banken müssten deshalb gezwungen werden, "alles offen zu legen", sagte der Minister der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe).

7.10 Uhr: Alle aktuellen Meldungen zum Uli-Hoeneß-Prozess lesen Sie hier auf einer separaten Übersichtsseite.

7.00 Uhr: Guten Morgen! Den Ticker zum Donnerstag können Sie hier nachlesen. Das Urteil (drei Jahre, sechs Monate Haft) gegen Uli Hoeneß ist zwar gefallen. Aber es bleibt heute spannend - insbesondere, was die Reaktionen und Folgen angeht.

dpa/AFP/sid/lin

Uli Hoeneß vor Gericht: Bilder vom vierten Prozesstag

Uli-Hoeneß-Prozess
Schon ganz früh am Donnerstagmorgen standen die Menschen vor dem Justizpalast Schlange. Alle wollten sich einen Platz in Saal 134 sichern. © Steffi Wegele
Uli-Hoeneß-Prozess
Philipp und Mustafa sind Fans von Uli Hoeneß, wollen seinen Freispruch. © Steffi Wegele
Uli-Hoeneß-Prozess
Zahlreiche Menschen warteten auf Einlass © dpa
Uli-Hoeneß-Prozess
Medienrummel vor dem Justizpalast © dpa
Uli-Hoeneß-Prozess
Zahlreiche Menschen warteten auf Einlass © dpa
Uli-Hoeneß-Prozess
Zahlreiche Menschen warteten auf Einlass © dpa
Uli-Hoeneß-Prozess
Zahlreiche Menschen warteten auf Einlass © dpa
Uli-Hoeneß-Prozess
Auch für die Sicherheit war am Donnerstag gesorgt © dpa
Uli-Hoeneß-Prozess
Zahlreiche Menschen warteten auf Einlass © dpa
Uli Hoeneß
Uli Hoeneß wurde am Donnerstag kurz vor 9 Uhr vorgefahren - wieder an seiner Seite: Frau Susi © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Uli Hoeneß wird vorgefahren © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Ankunft der Hauptperson © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Uli Hoeneß betritt Saal 134. © AFP
Uli Hoeneß Prozess
Unterstützung bekam er wieder von seinen Anwälten. © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Auch am Donnerstag trug er eine rote Krawatte. © AFP
Uli Hoeneß Prozess
Geduldig ließ er sich von den Fotografen ablichten. © AFP
Uli Hoeneß Prozess
Das Urteil wurde noch am Donnerstag erwartet. © AFP
Uli Hoeneß
Staatsanwalt Achim von Engel forderte in seinem Plädoyer 5 Jahre und 6 Monate Haft für Uli Hoeneß © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Versteinerte Mienen bei Uli Hoeneß und seinem Anwalt Hanns W. Feigen © AFP
Susanne Hoeneß
Mit gesenktem Kopf verfolgt Ehefrau Susanne Hoeneß den Prozess. © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Fans des FC Bayern versammelten sich vor dem Justizpalast © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Viele forderten Nachsicht mit dem FC-Bayern-Präsidenten. © dpa
Uli Hoeneß Prozess
Kurz nach 14 Uhr wurde dann das Urteil verkündet: Uli Hoeneß soll 3 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis. Hoeneß geht allerdings in Revision. © AFP
FC-Bayern-Fan Hias Hammerl. © Steffi Wegele
Florian Obermaier ist Gerechtigkeitsfanatiker und kein Bayern-Fan - er fodert aber dennoch: "Free Uli" - befreit Uli! Er stand ab 14 Uhr vor dem Justizpalast. © Steffi Wegele
Uli Hoeneß
Nach der Urteilsverkündung machte sich Uli Hoeneß direkt auf den Weg nach Hause. © AFP
Uli Hoeneß
Während der Urteilsverkündung hatte er keine Regung gezeigt © AFP

Rubriklistenbild: © AFP

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