Ticker zu Tag drei zum Nachlesen

Uli-Hoeneß-Prozess: Urteil schon am Donnerstag?

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Uli Hoeneß (r.) könnte bereits am Donnerstag sein Urteil erwarten.

München - Der Steuer-Prozess um Uli Hoeneß ging am Mittwoch in die dritte Runde. Das Gericht hörte zwei weitere Zeugen an - einer davon entlastete den FC-Bayern-Präsidenten. Die Verhandlung wurde früh unterbrochen.

+++ 12.03 Uhr +++ Das war's für heute. Am Donnerstag geht's hier ab 7 Uhr im Live-Ticker mit dem vierten Prozesstag weiter. Vielleicht fällt morgen schon das Urteil. Bis dann!

+++ 11.30 Uhr +++ Nach dem Prozess sagt Uli Hoeneß' Anwalt Hanns Feigen gegenüber den Medien, dass die Selbstanzeige aus seiner Sicht wirksam sei. Er räumt allerdings ein, dass ein Satz fehle. Und zwar gehe es um die Gewinne aus den Kapitalerträgen aus den Jahren 2006 bis 2009.

Uli-Hoeneß-Prozess: Live-Ticker am Tag nach dem Urteil

+++ 11.20 Uhr +++ Gibt es doch schon am Donnerstag ein Urteil? Wenn es keine neuen Beweisanträge gibt, können die Plädoyers folgen. Richter Heindl betonte, das Gericht werde von den neuen Zahlen ausgehen - und nicht von den 3,5 Millionen Euro, die Hoeneß in der Anklage vorgeworfen wurden.

+++ 11.10 Uhr +++ Uli Hoeneß' Anwalt Hanns Feigen schickt eine Spitze gegen die Medien. Wer jetzt noch sage, die Sache sei aus dem Ruder gelaufen, habe es nicht verstanden.

+++ 11.05 Uhr +++  Der zweite Zeuge, der Betriebsprüfer Walter T. vom Finazamt Miesbach, hat ausgesagt, er habe 30 bis 40 Ordner - die in Umzugskartons verpackt waren - gesichtet.

Hoeneß wirkt heute nicht ganz so angespannt wie gestern. Er lächelt immer wieder.

EDV-Experte entlastet Uli Hoeneß

+++ 10.56 Uhr +++ Der EDV-Experte Peter G. hat Uli Hoeneß entlastet. Er hat ausgesagt, dass die These, die Dateien auf einem USB-Stick seien bereits am 18. Januar 2013 erstellt worden, reiner Unfug sei. Die Dateien wurden erst im Februar - genauer gesagt am 20.2. - erstellt.

+++ 10.52 Uhr +++ Für heute ist die Verhandlung unterbrochen. Der Steuerprozess wird erst am Donnerstag um 9.30 Uhr fortgesetzt.

+++ 10.48 Uhr +++ Uli Hoeneß' Verteidiger Hanns Feigen hat sich zur gestrigen Aussage von Gabriele H. geäußert. Diese sei nicht richtig verstanden worden. In der Selbstanzeige seien nämlich sämtliche Zahlen, die am Dienstag ins Spiel gebracht wurden, bereits enthalten gewesen. Die Verteidigung war deshalb natürlich nicht überrascht von den vermeintlich neuen Summen. "Wir sind ja nicht dämlich!", so Feigen.

Uli Hoeneß: Verteidigung akzeptiert 27,2 Millionen Euro Steuerschulden

+++ 10.35 Uhr +++ Richter und Verteidiger haben die 27,2-Millionen-Euro-Berechnung der Finanzbeamtin akzeptiert. Im Falle einer Verurteilung wäre diese Summe dann ausschlaggebend. "Die Zahlen hält die Verteidigung für sachgerecht, da zweifeln wir nicht dran", sagt Uli Hoeneß' Anwalt Hanns W. Feigen

+++ 10.25 Uhr +++Im Gerichtssaal ist die Handybenutzung übrigens strengstens untersagt. Auch die Journalisten mussten sich schon manche Ermahnung anhören. Deshalb sickert heute bisher auch recht wenig aus Raum 134 des Landgerichts München II durch.

+++ 10.13 Uhr +++ Bei dem heutigen Zeugen handelt es sich um einen EDV-Experten des Finanzamtes Rosenheim, der sich zu einem von Uli Hoeneß übergebenen USB-Stick mit Kontodaten äußern soll.

+++ 9.41 Uhr +++ Jetzt ist Uli Hoeneß da, gemeinsam mit seiner Frau Susi. Sie nimmt wieder unter den Zuschauern Platz, grüßt freundlich in die erste Reihe. Der FC-Bayern-Präsident trägt wieder einen dunklen Anzug, dazu eine rote Krawatte mit grauen Kreisen.

Uli Hoeneß, Anwälte und Staatsanwalt verspäten sich

+++ 9.38 Uhr +++ Was ist da los? Die Hauptakteure lassen sich Zeit. Uli Hoeneß, seine Verteidiger und der Staatsanwalt fehlen. Normalerweise fängt Richter Rupert Heindl seine Verhandlungen immer pünktlich an.

+++ 9.20 Uhr +++ Noch ist der Gerichtssaal im Justizpalast nicht voll, viele Plätze sind noch leer. Das sind gute Nachrichten für die zahlreichen Menschen, die draußen in der Schlange warten. Auch Uli Hoeneß ist noch nicht im Raum. Im Gebäude ist er aber schon gesichtet worden. Auch der Richter hat sich noch nicht blicken lassen.

+++ 9.11 Uhr +++ Gleich geht der dritte Verhandlungstag los.

+++ 8.31 Uhr +++ Am Dienstagabend war Uli Hoeneß noch in der Allianz Arena, freute sich mit seinen Bayern über den Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Nach dem Spiel, gegen 23 Uhr, verließ er das Stadion, posierte hier und da noch für einige Fan-Fotos. Als ein Reporter der Bildihn fragte, wie es ihm ginge, antwortete Hoeneß: "Es geht mir gut."

Viele Interessierte wollten sich Mittwochfrüh einen Platz beim Uli-Hoeneß-Prozess sichern

+++ 8.01 Uhr +++ Schonin der Früh hat sich eine lange Schlange vor dem Justizpalast gebildet. Das sind eindeutig mehr Menschen als gestern, die einen Platz im Saal des Landgerichts bekommen wollen - sie möchten wohl live dabei sein, sollte es weitere krasse Enthüllungen geben.

+++ 7.50 Uhr +++ Heute könnte also die Beweisaufnahme abgeschlossen werden. Um 9.30 Uhr beginnt die Fortsetzung des Steuerstrafverfahrens gegen Uli Hoeneß.

+++ 7.35 Uhr +++ Nach der Anhörung der beiden Zeugen will das Gericht heute eine Entscheidung treffen: wird wie geplant schon am Donnerstag ein Urteil gefällt - oder geht der Prozess in eine weitere Runde?

+++ 7.25 Uhr +++ Auch am dritten Prozesstag sind die Kollegen @SteffiWeg und @PhVetter vor Ort und berichten aus dem Justizpalast. In der Redaktion verfolgt Merja Schubert das Geschehen.

+++ 7.17 Uhr +++ Tag drei im Steuer-Prozess um Uli Hoeneß: Das Gericht hat noch zwei zusätzliche Zeugen vorgeladen. Heute soll ein Betriebsprüfer, der sich den FC-Bayern-Präsident häufiger vorgeknöpft hatte, in der Causa Hoeneß aussagen. Außerdem will das Gericht einen EDV-Mann des Finanzamtes Rosenheim anhören.

Die Fakten und Zahlen im Fall Uli Hoeneß im Überblick

  • Uli Hoeneß hat über 27 Millionen Euro Steuern hinterzogen - statt wie zunächst angenommen 3,5 oder den später von Hoeneß behaupteten 18,5 Millionen Euro.
  • Uli Hoeneß hat außerdem gegenüber Finanzbehörden sieben Mal "unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht" - und daraus steuerlich einen Vorteil gezogen.
  • Auf Uli Hoeneß' Zocker-Konto in der Schweiz soll es rund 50.000 Bewegungen gegeben haben.

  • Uli Hoeneß und seine Berater haben erst kurz vor Prozessbeginn 70.000 ergänzende Seiten zur Selbstanzeige nachgereicht.
  • Uli Hoeneß und seine Berater haben nach der Selbstanzeige immer wieder vom Finanzamt gesetzte Fristen für die Einreichung weiterer Unterlagen verstreichen lassen.
  • Im schlimmsten Fall drohen Uli Hoeneß zehn Jahre Haft.

Uli-Hoeneß-Prozess: Das geschah an den ersten beiden Tagen

Uli Hoeneß hat am Montag das Gericht und die Öffentlichkeit mit dem Geständnis geschockt, dass er nicht wie bisher angenommen 3,55 Millionen Euro Steuern hinterzogen hat. Stattdessen nannte Uli Hoeneß einen neuen, deutlich größeren Betrag: 18,5 Millionen Euro! Am Dienstag sagte die Zeugin Gabriele H., Steuerfahnderin für das Finanzamt Rosenheim, dann aus, dass der FC-Bayern-Präsident sogar 23,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen habe - plus Kapitalsteuer ergibt sich eine Summe von über 27 Millionen Euro. Das hätten neue Berechnungen basierend auf nachgereichten Unterlagen ergeben. Uli Hoeneß wurde zudem schon am Montag beschuldigt, gegenüber Finanzbehörden sieben Mal "unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht" zu haben, um Steuerzahlungen zu verkürzen.

Doch das ist noch nicht alles: Am Dienstag, dem zweiten Prozesstag, versorgte Finanzbeamtin Gabriele H. das Gericht mit weiteren schockierenden Details. Die Rosenheimer Finanzbeamtin brachte einen roten Wäschekorb mit sämtlichen Akten mit und erzählte Richter Rupert Heindl, dass Uli Hoeneß bei der Einreichung von Unterlagen Fristen verstreichen ließ. Es seien "immer wieder neue Fristen" gesetzt worden, die der FC-Bayern-Präsident dann erneut vorbeiziehen ließ. Es scheint so, als hätten Uli Hoeneß und seine Berater die Steuerfahnder absichtlich hingehalten. Ein weiteres Beispiel hierfür: Erst am Montag waren 70.000 Seiten als Nachtrag zur Selbstanzeige beim Gericht eingereicht worden.

Am Dienstag kristallisierte sich dann außerdem heraus, dass eine PDF-Datei mit für den Steuer-Fall wichtigen Daten seitens der Bank bereits am 18. Januar 2013 erstellt worden war - von Uli Hoeneß und seinen Beratern aber erst am 27. Februar 2014 beim Finanzamt abgegeben wurde. Bei den Daten handelt es sich um Kontoauszüge. Die PDF-Datei - das fanden EDV-Spezialisten heraus - ist im Februar 2014 angepasst worden und wurde so an die Ermittler übergeben. Aufgrund all dieser neuen Details werden sowohl das für Donnerstag geplante Urteil als auch ein Freispruch für Uli Hoeneß immer unwahrscheinlicher. Experten gehen sogar davon aus, dass der FC-Bayern-Präsident wohl nicht mehr um eine Gefängnisstrafe herumkommen wird.

Steffi Wegele, Merja Schubert, Philipp Vetter, Andrea Pientka

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