Das beschäftigt München

Hoeneß, Krätz und OB-Wahl: Woche der Wahrheit

In München geht's in dieser Woche rund.

München - Ein Höhepunkt jagt den nächsten: Mit dem Prozessauftakt gegen Uli Hoeneß und der großen OB-Arena von tz und Münchner Merkur am Abend im Löwenbräukeller beginnt am Montag die Woche der Wahrheit. Ein Überblick:

Ein Höhepunkt jagt den nächsten: Mit dem Prozessauftakt gegen Uli Hoeneß (62) und der großen OB-Arena von tz und Münchner Merkur am Abend im Löwenbräukeller beginnt am Montag die Woche der Wahrheit. Dazu kommt am Donnerstag das Verfahren gegen Wiesn-Wirt Sepp Krätz (59) und die Wahl am Sonntag!

Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir hier alle Termine, Fakten und Meinungen zusammengetragen.

Uli-Hoeneß-Prozess: Tag drei im Live-Ticker

Die OB-Arena

Ob uns das gefällt oder nicht: München mutiert zur Mega-Metropole! Heute leben schon fast 1,5 Millionen Menschen in der Stadt. Noch vor zehn Jahren waren es 200 000 weniger und noch einmal so viele werden bis 2030 erwartet! Dazu kommen pro Jahr 13 Millionen Übernachtungen von Touristen! München ist schön, München ist reich, München leuchtet – doch auch die Schatten werden immer größer. Das wird die wichtigste Aufgabe für den neuen OB: Welcher Kandidat kann das unfassbare Wachstum erträglich gestalten? Machen Sie sich heute Abend bei der OB-Arena von tz und Münchner Merkur im Löwenbräukeller (Stiglmaierplatz, Bild) selbst ein Bild von den Bewerbern! Einlass und Verpflegung ist ab 17 Uhr, um 19 Uhr geht’s los. Der Eintritt ist frei! Die tz liefert Ihnen die wichtigsten Fakten zu den größten Brennpunkten der Zukunft – Wohnen, Verkehr, Kinderbetreuung und Schule sowie Kultur und Freizeit. Wo steht München nach 21 Jahren OB Christian Ude (SPD)? Wohin steuert die Stadt?

Wohnen

Wer kann sich München noch leisten? Investoren und Spekulanten überbieten sich bei Grundstücken und Häusern. Immer mehr Mieter konkurrieren um die gleichen Wohnungen und zahlen immer höhere Preise. Die liegen beim Einzug im Schnitt schon bei 15 Euro pro Quadratmeter kalt, im Neubau sogar bei 19 Euro. Im Bestand werden laut Mietspiegel zehn Euro fällig. Alle Parteien wollen Mieter schützen und Preise bremsen – vor allem durch Neubau.

In München müssen jedes Jahr bis zu 10 000 Wohnungen gebaut werden – nur wo? Zuletzt entstanden hier an der Siemensallee Apartments

Doch das Thema ist verzwickt: Eigentlich hält der Bund mit den Mietgesetzen die schärfsten Schwerter zur Verteidigung der Münchner in der Hand – Mietspiegel, Preis-Bremse, Sanierungsumlage. Union und SPD machten vor der Bundestagswahl fast gleichlautende Versprechungen – passiert ist noch nichts. Bund und Freistaat haben die Förderung von Sozialwohnungen zurückgefahren und erst vor einem Jahr wieder angekurbelt. Erst seit März gilt das Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen. Und was kann ein OB im Rathaus erreichen? Er beherrscht mit dem Stadtrat die mächtigen Wohngesellschaften Gewofag und GWG, deren Neubau-Rate und die Preise in deren 63 000 Wohnungen. Die Stadt fördert etwa Genossenschaften mit vielen Millionen.

Außerdem bestimmt das Rathaus, wo wieviele neue Bleiben gebaut werden dürfen. Vor allem günstige Wohnungen fehlen – 1980 gab es noch 120 000 Sozialwohnungen, heute keine 80 000 mehr. Insgesamt müssen Stadt und Investoren jedes Jahr 8000 bis 10 000 neue Apartments errichten. Weil es am Stadtrand aber nur noch Platz für 50 000 Wohnungen gibt, muss auch in bestehenden Quartieren gebaut werden. Aber wo soll die Stadt verdichten und Häuser aufstocken – in den ohnehin schon engen Vierteln oder auch in den Gartenstädten?

Verkehr

Autos und Nahverkehr am Anschlag: Allein in U-Bahn, Tram und Bus waren im letzten Jahr 544 Millionen Fahrgäste unterwegs – 100 Millionen mehr als vor zehn Jahren! Dazu die übervolle S-Bahn. Auf dem Mittleren Ring erwarten die Planer bald 40 Prozent mehr Autos. Was braucht München, damit die Pendler zur Arbeit kommen und die Menschen vor Lärm und Dreck geschützt sind? Drei neue Auto-Tunnels (wie zum Beispiel unter dem Englischen Garten, Bild) oder Tempo 30? Die zweite Stammstrecke oder einen Südring? Die neue U9 durchs Zentrum oder Ringverkehr? Tram-Westtangente oder freie Fahrt für Autos? Oder helfen am Ende doch nur viel mehr Radwege gegen den Verkehrsinfarkt?

Freizeit und Kultur

Freizeit, Sport und neuer Konzertsaal: Leben unter freien Himmel und Kultur sind nicht nur schön, sondern notwendig. Wegen der immer höheren Mieten leben die Münchner in immer engeren Buden. Seit Jahren sinkt der Wohnraum pro Bewohner Richtung 37 Quadratmeter, bayernweit sind es 45! Heuer sollen die Münchner erstmals bis Mitternacht in den Kneipen draußen sitzen dürfen. Auch die Isar wird zum Verweilen immer schöner – an Sommertagen schleppen Tausende Grill und Bier ans Ufer und lassen den Müll tonnenweise liegen! Auch am Gärtnerplatz klingelt den Nachbarn in lauen Nächten die Ohren. Wem gehört die Stadt? Was kann ein neuer OB tun?

Der Hoeneß-Prozess

Die TV-Teams haben sich bereits postiert, die Polizei bereitet sich auf eine angespannte Lage vor dem Justizpalast vor und im Gebäude schirmt ein zwei Meter hoher Zaun mit schwarzer Folie den Saal 134 ab. Hier wird heute ab 9.30 Uhr der spektakulärste Steuerprozess eröffnet, den Deutschland je erlebt hat! Auf der Anklagebank: Uli Hoeneß (62), der Patriarch des FC Bayern.

Auf unserer Sonderseite finden Sie alles zum Prozess gegen Uli Hoeneß sowie einen Live-Ticker direkt aus dem Gerichtssaal. Einfach hier klicken!

Der Fall Krätz: Ab Donnerstag vor Gericht

Sepp Krätz ist wegen Steuerhinterziehung angeklagt.

Rund eine Million Euro – so hoch ist laut Anklage die Steuerschuld von Wiesn-Wirt Sepp Krätz (59). Deshalb wird ihm ab Donnerstag der Prozess gemacht. Ausgerechnet um 9.30 Uhr – zu dieser Uhrzeit startet auch der letzte Verhandlungstag gegen Uli Hoeneß. Dessen Schicksal könnte zeitgleich zum Prozessauftakt von Krätz besiegelt werden!

Im Gegensatz zu Hoeneß’ Selbstanzeige durchsuchten Steuerfahnder Krätz’ Privaträume sowie seine Gaststätte Andechser am Dom, weil ein Unbekannter den Wirt angezeigt hatte.

Im Fokus: die Umsätze der Freischankfläche im Andechser sowie der Sektbar des Hippodroms – Fahnder rekonstuierten in mühsamer Detailarbeit. Im Prozess geht es vor allem darum, ob die Krätz-Anwälte die die Summe der hinterzogenenen Steuern unter die 1-Million-Grenze drücken können. Sollte dies nicht gelingen, muss der „Gastronom des Jahres 2011“ sogar mit einer Haftstrafe rechnen. Dann kann er nicht damit rechnen, Wirt oder gar Wiesn-Wirt zu bleiben. Über Letzteres entscheidet die Stadtverwaltung. Für den Fall eines Wiesn-Ausschlusses haben sich bereits drei mögliche Nachfolger in Stellung gebracht. Lorenz Stiftl („Zum Spöckmeier“), Karl-Heinz Reindl (Firma Rubenbauer) und Jürgen Lochbihler („Pschorr“) lassen zusammen ein neues Zelt entwickeln.

David Costanzo, Sebastian Arbinger, Andreas Thieme

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