Synthie-Pop-Legenden im Kesselhaus

Konzertkritik: Wir tanzen den Ultravoxtrott!

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Lichtgestalt der Popmusik: Midge Ure (59, Archivfoto) trat mit seiner Band ­Ultravox im Kesselhaus auf

München - Episch und sphärisch, aber vor allem frisch: Ultravox, die Synthie-Pop-Könige der 80er-Jahre, haben im Kesselhaus die einstige Magie heraufbeschwört.

Kaum zu glauben, dass die vier Musiker auf der Bühne im Kesselhaus allesamt schon um die 60 sind: Ultravox, die Synthie-Pop-Könige der 80er-Jahre, beschwören die einstige Magie herauf – sie klingen episch und sphärisch, aber vor allem frisch. Die Lieder des neuen Albums Brillant fügen sich nahtlos ein in die 30 Jahre jungen Hits und zeigen, dass es die alten Säcke immer noch drauf haben.

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Mastermind Midge Ure überzeugt mit souveränem Gitarrenspiel, Billy Currie mit raumfüllenden Keyboard-Klängen, Chris Cross mit pulsierendem Bass und Warren Cann mit druckvollen Drums. Über allem thront Ures glasklare Gänsehaut-Stimme, die nichts von ihrem Zauber eingebüßt hat. Kraftvoll selbst in sanften Momenten, todsicher auch in höchsten Lagen. Faszinierende Präzision kombiniert mit viel Gefühl: Die zeitlos schönen Songs bewegen die Zuhörer. Melancholische Melodien gehen zu Herzen, pumpende Beats fahren in die Beine. Die Aufforderung ist eindeutig: Tanz den Ultravoxtrott!

Und das lassen sich die Fans nicht zweimal sagen – sie feiern eine rauschende Ü 40-Party und singen Hits wie Hymn, Vienna und natürlich Dancing With Tears in My Eyes begeistert mit. Ein Wiedersehen mit Freudentränen in den Augen: Band und Publikum wirken so, als fühlten sie sich 30 Jahre jünger. Refrains, nach denen andere ihr Leben lang vergeblich suchen, hauen Ultravox im Dutzend raus. Eine beeindruckende Kette aus funkelnden Pop-Perlen, vom Titelstück der neuen CD bis zur mitreißenden letzten Zugabe The Voice: Das sind zwei Stunden ohne Durchhänger. So viel gute Musik bekommt man selten für eine Konzertkarte!

Marco Schmidt

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