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Umfrage entlarvt Öko-Klischee: 75 Prozent der Münchner überzeugte Autofahrer - das Rad spielt kaum eine Rolle

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Von: Laura May

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Bis Montag lief die Befragung der Münchner zur „Mobilitätsstrategie 2035“ – die Bilanz: Rund 75 Prozent sind überzeugte Autofahrer, auf‘s Fahrrad können sie verzichten.

Update vom 19. April: Nach Informationen unserer Redaktion wurde die Umfrage von Autolobbyisten beeinflusst. Es wurde offenbar Werbung in einschlägigen Foren gemacht.

Ursprünglicher Artikel vom 13. April: München – Radelnde Münchner Väter, am besten mit Lastenrad, wo Kind und Einkäufe ökologisch transportiert werden, Auto höchstens noch zur Miete aus dem Carpool. Frei nach diesem grünen Klischee sehen sich die Münchner selbst gern. Doch eine Online-Umfrage des Mobilitätsreferats zeigt, dass immer noch viele Münchner nicht auf ihr Auto verzichten wollen.

„Straßen dienen nicht nur dem Verkehr. Sie sind auch wichtige Lebensräume, die das Bild und die Lebensqualität unserer Stadt bedeutsam prägen“, so heißt es im Entwurf des Münchner Stadtrats zur „Mobilitätsstrategie 2035“.

Autos in München: Niemand will darauf verzichten

Doch ob München und seine Bewohner bereit sind für eine echte Mobilitätswende? Oder wollen sie Mobilität um jeden Preis? Die Antworten des Onlinedialogs zwischen 21. März bis 11. April 2022 lassen daran Zweifel aufkommen. Drei Viertel der Befragten bestehen auf ihr eigenes Auto, mehr als die Hälfte der Münchner könnten auf Fahrräder verzichten, beziehungsweise stören sich daran.

Der Verkehr staut sich in München auf dem Mittleren Ring auf Höhe des Isarrings.
Der Verkehr staut sich in München auf dem Mittleren Ring auf Höhe des Isarrings. © Matthias Balk

Mobilitätsstrategie 2035 in München – Drei der 20 Fragen vom Onlinedialog:

Wie wichtig ist Ihnen motorisierter Individualverkehr?

Über 70 Prozent der Teilnehmenden gab an, dass Ihnen ihr eigenes Auto „sehr wichtig“ ist. Die meisten Münchner wollen also keinesfalls auf ihr eigenes Auto verzichten. Sich Autos als Gemeinschaft zu teilen, kann sich kaum jemand vorstellen. Ein User schreibt etwa: „Lasst den Menschen die Wahl, wir brauchen keinen Vormund.“ Die Verkehrswende wollen die meisten eher durch Innovationen als durch Verzicht erreichen.

Wie wichtig ist Ihnen das Radl?

Über 50 Prozent der Befragten gab an, dass ihnen das Radl „unwichtig“ sei, sie also komplett darauf verzichten könnten. Das Fahrrad könne das Auto niemals ersetzen, schreibt ein User, andere fordern die Einführung einer Kennzeichenpflicht für Radler. In vielen Kommentaren äußert sich aggressive Stimmung gegen Fahrradfahrer.

Wie wichtig ist Ihnen der öffentliche Nahverkehr?

Bei dieser Frage ist München gespalten: Rund 40 Prozent geben an, dass Ihnen Busse, U-Bahn und S-Bahn nicht so wichtig sind, knapp 60 Prozent bezeichnen den öffentlichen Nahverkehr als wichtig. Ein Hauptkritikpunkt ist der hohe Preis für die Tickets. Dafür gibt es aktuell mit dem 9 Ticket eine Lösung.

Verkehr und Autos in München: Sind Radler undisziplinierter?

In vielen Kommentaren unter den Fragen werden Radfahrer als Sicherheitsrisiko benannt. Rund 70 Prozent der Befragten geben an, dass Ihnen Verkehrssicherheit wichtig ist. Von wem die größte Gefahr ausgeht, ist allerdings Ansichtssache.

Laut Radfahrern sind rücksichtslose SUV‘s und zu schnell fahrende Autofahrer das Problem, laut Autofahrern halten sich Radfahrer nicht an Verkehrsregeln und handeln, als wären sie alleine auf den Straßen. Damit die Mobilitätswende glückt, müssen diese beiden Pole irgendwie vereint werden.

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