Feinstaubwerte am Montag trotz Umweltzone rekordverdächtig hoch

Umweltstrafzettel: Schon 1600 Autofahrer erwischt!

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Wer ohne Feinstaubplakette unterwegs ist, dem droht ein Bußgeldverfahren.

Die Schonzeit ist vorbei – endgültig. Seit vergangenen Freitag ist es ernst mit der Umweltzone in München.

Das Schreiben des KVR.

Seitdem klemmen die städtischen Verkehrsüberwacher rosa Zettel an jedes Auto, das innerhalb des Mittleren Rings ohne Feinstaubplakette am Straßenrand steht. Das Kreisverwaltungsreferat kündigt in dem Schreiben (siehe links) an, ein Bußgeldverfahren einzuleiten. Kostenpunkt: 40 Euro plus einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Schon mehr als 1600 Autos ohne Pickerl oder Ausnahmegenehmigung haben die Park-Kontrolleure und die Polizei erfasst.

Martin K. (54) aus dem Glockenbachviertel hat es auch erwischt. Am Freitagabend entdeckte er hinter dem Scheibenwischer seines Opels den Brief der Stadt. „Das ist ärgerlich. Klar weiß ich von der Pickerl-Pflicht“, sagt der 54-Jährige. „Aber ich hab’s einfach vergessen.“ Er ist nicht der einzige Umweltzonen-Sünder. Etliche Fahrzeuge vor und hinter seinem Auto haben den Zettel an der Windschutzscheibe klemmen.

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Die Münchner Polizei hat ab sofort ebenfalls eine Auge auf Fahrzeuge, die innerhalb der Umweltzone ohne Feinstaubplaketten unterwegs sind. „Wir kontrollieren allerdings nur im Rahmen des allgemeinen Streifendienstes“, sagt Polizeisprecher Markus Dengler. „Die Kontrolle von Feinstaubplaketten hat keine erste Priorität.“

Umweltzonen gibt es inzwischen in zahlreichen deutschen Städten – sie wurden wegen der enormen Feinstaubbelastung durch den Autoverkehr eingerichtet und sollen Dreckschleudern aus den Innenstädten raushalten. In München gilt die Umweltzone bereits seit 1. Oktober vergangenen Jahres – Verstöße werden aber erst seit vier Tagen mit einem Bußgeld geahndet. Die Umweltstrafzettel kommen also nicht aus heiterem Himmel. Die Stadt gab Autofahrern mehr als drei Monate Zeit, die Pickerl an die Windschutzscheibe zu kleben. Die Plaketten in den Farben grün, gelb und rot gibt es bei Kfz-Zulassungsstellen, bei TÜV und DEKRA und bei allen autorisierten Autowerkstätten, die eine Abgasuntersuchung (AU) durchführen dürfen.

Martin K. hat sich noch am Freitag ein Pickerl besorgt. „Ging ruckzuck und hat 4,90 Euro gekostet. Den Punkt und die 40 Euro hätte ich mir echt sparen können.“

Für die Münchner Luft bringt die Umweltzone im Moment allerdings nicht viel: Gestern Mittag wurden rekordverdächtige 313 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. Eigentlich sollen es nicht mehr als 50 sein. Der Grenzwert wurde heuer bereits an sieben Tagen überschritten.

Quelle: tz

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