Wahlkampf-Gefährt erfüllt nur Euronorm 1

Umweltzone: SPD-Bus dürfte nicht hinein!

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SPD-Landtagskandidat Franz Maget vor seinem altgedienten Bus. Mit dem Gefährt war er auch schon im Jahr 2003 auf Wahlkampftour durch Bayern.

Vom Richard-Strauss-Brunnen in der Innenstadt bis zum Landtag: Diese Tour hat sich die SPD ausgesucht, um heute ihren Wahlkampfbus der Öffentlichkeit vorzustellen.

Doch genau die Strecke dürfte Spitzenkandidat Franz Maget ab 1. Oktober schon nicht mehr fahren. Denn das Gefährt der Genossen erfüllt die Standards für die geplante Umweltzone nicht!

Mini-Küche, Sitzecke, Toilette, ein kleines Büro sowie ein Ruheraum: Der mit großen Logos und Sprüchen beklebte SPD-Bus sorgt trotz der Ausstattung für Naserümpfen. Denn das Modell „Futura 12“ des niederländischen Herstellers Bova, Baujahr 1991 erfüllt nur die Euro-1-Norm. Nicht einmal den roten Umweltzonen-Aufkleber darf das Fahrzeug somit an der Windschutzscheibe tragen – und wegen zu hoher Abgaswerte schon drei Tage nach der Landtagswahl gar nicht mehr innerhalb des Mittleren Rings fahren.

Sogar der SPD, die mit ihrer Stadtratsmehrheit die Münchner Umweltzone selbst beschlossen hatte, selbst stinkt das. Wahlkampf-Manager Rainer Glaab: „Wir haben in Bayern leider keinen umweltfreundlicheren Bus gefunden.“ Die Partei achte immer auf die Umweltfreundlichkeit ihrer Mittel und Produkte, benutze Recyclingpapier und achte sogar auf einen ordentlichen Biostrom-Anteil bei Parteitagen. Doch beim Wahlkampfbus müssten die Sozis auf den Stinker vom Wahlkampf 2003 zurückgreifen.

Das Problem sei das Geld für einen besseren Bus, erklärt Glaab: „Wir haben für den Wahlkampf nur zwei Millionen Euro zur Verfügung, die CSU kann elf Millionen ausgeben.“ Die wiederum brüsten sich, die Ober-Ökos zu sein: Seit dem Wochenende touren Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber mit jeweils einem Mercedes-Benz Travego durch die Lande – mit Euronorm 4, dem derzeit besten Standard.

Auf den Stinker-Bus ganz zu verzichten, kam für die SPD nicht in Frage. Wahlkampf-Manager Glaab: „Wenn das 25-köpfige Wahlkampfteam mit sechs Autos fahren müsste, wäre das noch unökologischer.“ So tröstet sich die SPD derzeit mit der Ankündigung ihres Busunternehmers, die rollende Litfaßsäule der Roten noch umzurüsten: von Euro-1 auf Euro-2-Norm. Und sie können wiederum mit dem Finger auf ihre Konkurrenz von der CSU zeigen: Denn wenn Huber und Beckstein Bus fahren, fahren trotzdem noch deren schweren Dienstlimousinen immer hinterher…

W. Schneeweiß/ C. Deutschländer

Quelle: tz

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