Und das soll wirklich eine Baustelle sein?

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Einen kleinen Aufschub gönnte die Bahn-Projektleitung den Sonnenanbetern auf dem Marienhof am Montag noch

München - Von den angekündigten Baggern auf dem Marienhof, die Vorarbeit für den Bau der zweiten Stammstrecke leisten sollten, war am Montag nichts zu sehen.

Eigentlich sollten am Montag Bagger auf dem Marienhof anrollen, um die Fläche für Archäologen freizuschaben. Die „Vorabmaßnahme“ für den Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke wurde vergangenen Mittwoch vom Stadtrat genehmigt.

Projektleiter Albert Scheller hatte aufs Tempo gedrängt. Überrascht beobachten Passanten und Mitarbeiter im Rathaus seither, was sich auf dem Karree tut: Gar nichts bzw. das gleiche wie immer bei schönem Wetter, Sonnenanbeter im Grünen.

Von Vermessungsarbeiten war am Donnerstag nichts zu sehen, der für Freitag angekündigte Bauzaun fehlt auch. Die erste praktische Maßnahme für die 2. Röhre – ein Rohrkrepierer? Nicht ganz.

Zwar hatte die Projektleitung ursprünglich offenbar gezaudert und wollte den Ausgang der Rechtsstreitigkeiten mit den anliegenden Geschäftsleuten abwarten. Einige von denen hatten gleich nach dem Stadtratsbeschluss vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) für die fraglichen Maßnahmen den gleichen Schutz gefordert wie für den tatsächlichen Tunnel- und Bahnhofsbau, der 2012 beginnen soll. Für die Hauptmaßnahme erstritten sie bereits zuvor Staubschutz, der Lärmschutz muss nach dem Urteil verbessert werden. Wie, ist derzeit noch offen.

Der VGH will sich noch diese Woche mit der Forderung nach Schutzvorkehrungen befassen, so Sprecherin Andrea Breit. Das will die Bahn aber nun doch nicht mehr abwarten. Montag Mittag fasste man sich ein Herz und will am Dienstag loslegen, den Zaun errichten, die Bänke entfernen. „Vermutlich wird noch vor Ostern Bodenmaterial ausgehoben“, kündigt ein Bahn-Sprecher an.

Ein gewisses Risiko ist damit verbunden. Es könnte sein, dass der VGH der Argumentation der Anlieger-Anwälte zumindest zum Teil Recht gibt. Wolfgang Leitner (Kanzlei Labbé & Partner), der die Firma Betten Rid vertritt: „Vorabarbeiten sind für und Vermessungen oder Probebohrungen, nicht Erdarbeiten mit schwerem Gerät.“ Gesteht der VGH den Betroffenen höheren Lärmschutz zu, wäre zu fragen: In welcher Form? Es gibt etwa Schallschutzwände, aber auch Schallschutzfenster– die natürlich vor den Arbeiten eingebaut werden müssten. Der Zeitplan für die 2. Stammstrecke – Fertigstellung Ende 2017 – steht auf wackligen Füßen.

Barbara Wimmer

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