Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

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Wegen fahrlässiger Tötung

Brüder-Drama auf der A8! Norbert K. verurteilt

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Norbert K. wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

München - Unter Tränen erzählt der Angeklagte Norbert K. von der Nacht vom 19. Oktober des vergangenen Jahres. Bei einem Horror-Unfall starb sein Bruder. Auch die Zeugen sind bis heute geschockt.

Norbert K. (64) erzählt ganz leise. Wie er mit seinem Bruder nachts zum Flughafen fuhr. Wie er die Enkelin dort ablieferte. Wie er seinen Bruder Edwin noch bat, sich doch anzuschnallen. Und wie er dann, nach dem Unfall, nach rechts auf den Beifahrersitz schaute. „Aber dann war mein Bruder nicht mehr da.“

Es war die Nacht des 19. Oktober. Auf der A8 bei Brunnthal hatte Norbert K. gegen zwei Uhr nachts einen Horror-Unfall verursacht, bei dem sein Bruder Edwin (76), ein beliebter Volksmusiker, ums Leben kam. Was genau geschah, weiß Norbert K. nicht mehr, sagt er. Am Münchner Amtsgericht wurden am Dienstag die Details enthüllt.

Edwin K. kam bei dem Unfall ums Leben.

Laut Staatsanwaltschaft rast Norbert K. nahe der Anschlussstelle Hofoldinger Forst durch eine Baustelle – mit 140 km/h statt der erlaubten 80. Und kracht voll in seinen Vordermann! Danach verliert der Rentner die Kontrolle über seinen VW Lupo. Das Auto kippt auf die Fahrerseite und schlittert über die Autobahn. Unfassbar: Sein Bruder wird über Norbert K. hinweg durch das Fahrer-Fenster aus dem Auto geschleudert und schlägt auf der Straße auf. Norbert K. erleidet Schürfwunden, kann sich selbst aus dem Wrack befreien – muss aber mitansehen, wie zwei Autos seinen Bruder überrollen. Edwin K. ist sofort tot.

Fahrlässige Tötung? Norbert K. schüttelt den Kopf, fängt an zu weinen. „Ich habe Edwin geliebt“, sagt er. „Nur deshalb saß ich am Steuer. Er bat mich darum, weil er an Parkinson litt.“

Er sei normal gefahren, sagt der Rentner. „140 km/h war meine Reisegeschwindigkeit.“ Mit freier Sicht. Trockener Fahrbahn. Kaum Verkehr. Sekundenschlaf? Das verneint er.

Norbert K. muss 1350 Euro Geldstrafe zahlen. Plus drei Monate Fahrverbot. Der Unfallhergang bleibt ungeklärt. Aber: Der Gurt hätte Edwin K. wohl das Leben gerettet.

Der Schock sitzt noch tief

Jan W. berichtet vom Unfall.

Als es plötzlich kracht, denkt Jan W. (38) noch, dass ihm ein Reifen geplatzt ist. „Aber dann sah ich links von mir die Räder des anderen Wagens in der Luft. Dann ist er so an mir vorbeigerutscht – mitten auf der Autobahn.“ Ein Jahr nach dem Horror-Unfall sagte Jan W. am Dienstag als Zeuge gegen Norbert K. aus, der nachts von hinten in ihn reinkrachte. Bitterer Auftritt auch für Alexander W. (47). Der Taxler überrollte den Körper von Edwin K. als zweites. „Ich sah im Dunkeln etwas auf der Fahrbahn, aber konnte nicht mehr bremsen. Meine Hoffnung war, dass es ein Teil von der Baustelle war. Aber dann stieg ich aus und sah die Hand und einen Arm des Opfers.“ Bis heute wirkt der Schock beim Taxler nach.

A.Thieme

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